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Bürger sind irritiert über radikalen Gehölzrückschnitt in Lohausen und Kaiserswerth

Grünanlagen in Düsseldorf : Bürger sind irritiert über radikal gestutzte Pflanzen

Die Stadt will zwischen Lohausen und Kaiserswerth wuchernde Pflanzen zurückdrängen. Anwohner befürchten Verlust von Lebensräumen für Tiere.

Ende Februar endet die Zeit, in der das Zurückschneiden von Sträuchern erlaubt ist, denn dann beginnt die Brutzeit der Vögel. Deshalb herrscht zurzeit in vielen Grünanlagen reges Treiben. Auch in der Kleingartenanlage von sechs Vereinen zwischen den Stadtteilen Lohausen und Kaiserswerth ist das städtische Gartenamt im Einsatz. Seit einigen Wochen werden entlang der Wege Gehölze zurückgeschnitten. Dass das allerdings sehr radikal passiert, die Pflanzen unmittelbar über dem Boden abgeschnitten werden, irritiert einige Bürger.

„Die Büsche haben doch nicht gestört“, sagt beispielsweise Margaretha Wittgenstein, die regelmäßig mit ihrem Hund durch die Gartenanlage läuft. Mit dem Rückschnitt würde man Tieren den Lebensraum nehmen. „Ich habe beispielsweise nach den Arbeiten Igel herumlaufen sehen“, sagt Wittgenstein. Sie kann auch nicht verstehen, dass ein großer Schmetterlingsbusch stark gestutzt wurde, der schließlich wichtig für die Insekten sei. Ähnlich äußern sich auch einige Kleingartenbesitzer und Spaziergängerin Stefanie Deneke. „Klar sieht es jetzt ordentlicher aus, aber vorher war es auch schön und bestimmt für die Tiere besser.“

Deneke hofft, dass die Pflanzen wieder nachwachsen. Doch das ist gar nicht gewünscht, denn laut Aussage der Verwaltung wurden Gehölze gerodet, die stark mit Japanischem Knöterich und Brombeeren durchsetzt waren. Das Problem beim Knöterich ist beispielsweise die enorme Wuchsleistung von bis zu 25 Zentimetern pro Tag. Er breitet sich somit rasch unkontrolliert aus und verdrängt andere Pflanzen. Das Gartenamt hat deshalb mit dem Stadtverband der Kleingärtner sowie der Unteren Naturschutzbehörde eine Umwandlung der Flächen abgestimmt. Nachdem diese gerodet wurden, werden sie fünf Jahre lang bis zu zehn Mal jährlich gemäht. Damit sollen der wuchernde Knöterich und die Brombeeren zurückgedrängt werden. „Anschließend wird die Fläche mit standortgerechten, früchtetragenden Sträuchern und Bäumen neu bepflanzt. Dadurch wird die Gartenanlage ökologisch aufgewertet“, teilt das Gartenamt mit, welches sich auch danach weiter um die Pflege kümmern wird. Bereits in dieser Saison sollen die ersten neuen Pflanzen gesetzt werden. Rückzugsmöglichkeiten für Tiere würden weiterhin bestehen, da auch einige Flächen nicht gerodet werden.