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Im Café Isolde in Düsseldorf Kaiserswerth werden Demenzkranke stundenweise betreut.

Senioren in Düsseldorf : „Ohne Café Isolde wäre ich verloren“

In der Einrichtung werden Demenzkranke stundenweise betreut. Das verschafft den Angehörigen wichtige Auszeiten.

Wunderbarer Waffelduft strömt durch den Raum, der Tisch ist hübsch eingedeckt, der Kaffee fertig gekocht und bunte Blumensträuße verbreiten einen Hauch von Frühling. Fehlen nur noch die Besucher – und diese strömen Punkt 14 Uhr voller Vorfreude in das Café Isolde auf dem Gelände der Kaiserswerther Diakonie.

Das Café ist allerdings kein gewöhnlicher Gastbetrieb, sondern eine besondere Einrichtung, denn dort kommen drei Mal in der Woche an Demenz erkrankte Menschen zusammen, um drei fröhliche Stunden miteinander zu verbringen. „Die Zeit hier macht meine Mutter sehr glücklich. Sie kommt hier unheimlich gerne hin und ist danach im positiven Sinne ausgepowert“, sagt Jürgen Noglich. Für ihn ist das Angebot sehr wichtig, verschafft dieses ihm doch einige Stunden, in denen er nicht in ständiger Alarmbereitschaft sein muss und in denen er sich somit entspannen kann. „Ohne Café Isolde wäre ich verloren“, sagt Noglich.

Gegründet wurde das Café Isolde vor 15 Jahren, also schon zu der Zeit, als Demenz eher noch ein Tabuthema war, es wenige Hilfsangebote gab. Seitdem leitet Elke Helfen die Einrichtung, die aber nur dank vieler Ehrenamtlicher funktioniert. „Der Bedarf ist groß und wir würden gerne einen weiteren Tag öffnen, aber dazu bräuchten wir mehr Helfer“, sagt Helfen. Denn neben Kaffee und Kuchen wird für die zehn Gäste auch immer ein kleines Beschäftigungsprogramm geboten. Dazu gehört beispielsweise gemeinsamer Gesang, Gedächtnistraining, Spiele und Bewegungstraining mit Unterstützung einer geschulten Therapeutin. „Feste Strukturen sind für die Demenzkranken ganz wichtig“, sagt Helfen.

Von Anfang an als Ehrenamtliche dabei sind unter anderem Annegret Görres und Sibylle Schmedes. Görres wollte sich in diesem Bereich engagieren, da ihre Mutter selbst an Demenz erkrankt war. Bei Schmedes fiel die Wahl auf die Demenzarbeit aus ganz pragmatischen Gründen. „Ich wollte mich engagieren, aber da ich viel verreise, brauchte ich eine Aufgabe, bei der ich nicht so sehr vermisst werde.“ Bereut hat sie diese Wahl aber nie: „Mir gefällt die Arbeit richtig gut. Alle sind total nett und man kann die Gäste sehr schnell für sich gewinnen, wenn man sich ihnen zuwendet. Wir lachen hier viel.“

Voraussetzung für den Besuch des Cafés ist eine Demenzdiagnose, dass man daheim lebt, sich vorher anmeldet und sich der Wohnsitz im Stadtbezirk 5 befindet. „Denn wir holen die Gäste auch mit einem Fahrdienst ab“, sagt Helfen. Die Kosten für das Angebot werden teilweise von der Pflegekasse getragen. „Wir helfen aber auch bei der Suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten“, sagt Helfen.

„Genauso wichtig wie die Betreuung meiner Mutter, sind aber die Ratschläge und Unterstützungen, die ich über das Café Isolde erhalte“, sagt Noglich. So haben sich Angehörige zum Clübchen Isolde zusammengeschlossen. Einmal im Monat treffen sie sich zum Austausch. „Man erlebt, dass man nicht alleine ist, andere  mit den gleichen Problemen kämpfen. Dort muss man Situationen und Probleme nicht lange erklären.“ Dank Spenden können die Angehörigen zudem nun für sich alleine oder zusammen mit den Angehörigen Ausflüge organisieren, die zusätzlich Freude bringen.