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Düsseldorf: West-End vorübergehend ins Spielhaus?

Düsseldorf : West-End vorübergehend ins Spielhaus?

Die Jugendfreizeiteinrichtung Malmedyer Straße muss ihr Domizil am 5. September verlassen. Die Verwaltung bietet als Übergangslösung den Pavillon auf dem Freizeitparkgelände an. Bezirksvertreter favorisieren Containeranlage.

Jetzt wird es Ernst. Am 5. September muss die Jugendfreizeiteinrichtung West-End ihr Domizil an der Malmedyer Straße verlassen. Der Investor, der Düsseldorfer Projektentwickler PDI, will die Altbauten abreißen und den Bau von preisgünstigen Wohnungen vorbereiten. Wohin nun mit den etwa 30 Kindern und Jugendlichen, die täglich das West-End besuchen? Denn frühestens in zwei Jahren ist mit einem Neubau neben der Heinrich-Heine-Schule, Ecke Heerdter Land- und Aldekerkstraße zu rechnen (die RP berichtete).

Für die Kinder des offenen Ganztags der Heinrich-Heine-Schule, der mit dem West-End kooperiert, stellt Schulleiterin Annette Anner einen Raum in der Schule zur Verfügung. Für die anderen Kinder- und Jugendlichen hat die Verwaltung als Übergangslösung das Spielhaus (Pavillon) des Freizeitparks an der Heerdter Landstraße vorgesehen. Das teilt sie den linksrheinischen Bezirksvertretern in einer Vorlage zur nächsten Sitzung am 24. September mit.

Ohne Diskussion wird das sicher nicht akzeptiert werden. Denn als Zwischenlösung wurde stets eine Containeranlage im oder am Freizeitpark favorisiert. Markus Loh, Fraktionssprecher der Grünen: "Wir sind entsetzt darüber, dass es über einen langen Zeitraum keine Jugendarbeit in Heerdt geben wird." Das Spielhaus bestehe lediglich aus einem großen Raum, der zunächst umgebaut werden müsse und keine Heizung habe. Das werde sicherlich bis zu den Herbstferien dauern. Loh ist der Meinung, dass es sich nicht für eine Übergangslösung eigne.

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"Die pädagogische Arbeit, die Leiterin Barbara Kehry mit ihrem Team aufgebaut hat, kann dort nicht fortgesetzt werden. Das in vielen Jahren geknüpfte Netz bricht zusammen und fraglich ist, ob es je wieder aufgebaut werden kann." Durch die räumliche Aufteilung einer Containeranlage dagegen biete sich die Möglichkeit, wenigstens einen Teil des Angebots aufrechtzuerhalten. "Das wäre eine adäquate Zwischenlösung, die auch zwei Jahre halte, bis der Neubau fertig ist." Schließlich gehe es nicht darum, die Kinder zu bespaßen, sondern ihnen wie bisher ein pädagogisches Angebot zu gewährleisten.

Für weiteren Diskussionstoff wird eine Formulierung in der Verwaltungsvorlage sorgen. Dort heißt es, dass ein Neubau auf dem Grundstück der Heinrich-Heine-Schule lediglich angestrebt werde. Loh: "Anstreben?" Das klinge nicht nach dem wirklichen Willen für einen Neubau und bedeute einen Rückschritt zu dem, was die Verwaltung der Bezirksvertretung zugesagt habe.

Monika Lehmhaus (FDP) hatte bei einem Ortstermin vor der Wahl im Mai das Spielhaus des Freizeitparks ins Gespräch gebracht. Sie plädierte dafür, es dauerhaft als Ersatz für den Wegfall der Malmedyer Straße umzubauen beziehungsweise durch einen Anbau zu vergrößern. Grund: Sie will den Schulhof für den Neubau nicht antasten, ist aber überzeugt, dass allein für die Ganztagsschüler eine Möglichkeit in Schulnähe geschaffen werden sollte. Dafür eigne sich ihrer Meinung nach das Spielhaus bei entsprechend neuer Ausstattung.

Daran zweifelt Bezirksvorsteher Rolf Tups (CDU). "Meiner Meinung nach eignet es sich nicht." Er halte an dem parteiübergreifenden Beschluss der Bezirksvertretung (CDU, FDP, SPD, Grüne und Linke) für einen Neubau neben der Schule fest. Für den Übergang sollte eine Containeranlage im oder am Freizeitpark aufgestellt werden. "Wir werden während unserer nächsten Sitzung intensiv nachfragen, wie die Verwaltung sich das alles vorstellt."

(RP)