Interview mit Helmut Röder : „So ist ein Turnier nicht zu finanzieren“

Neue Vorgaben haben die Kosten für das Hallenturnier des Garather SV in die Höhe getrieben. Der Organisator ist unzufrieden.

Seit 1988 lädt der Garather SV zu Jahresbeginn traditionell C-Juniorenteams aus der Region zum Jürgen-Strohfeldt-Gedächtnisturnier ein, das in Andenken an seinen ehemaligen Jugendobmann ausgetragen wird. Bisher waren Teilnehmer und Veranstalter stets zufrieden mit dem Ablauf des Turniers. In diesem Jahr jedoch sorgte eine neue Richtlinie des Fußballkreises Düsseldorf für Ärger. Dieser fordert, dass das Turnier nach offiziellen DFB-Vorgaben stattfindet – inklusive mehrerer Schiedsrichter. Für den Garather Verein bedeutet das nicht nur einen organisatorischen Mehraufwand, sondern auch mehr Kosten. Turnierorganisator Helmut Röder spricht über seinen Ärger und die Zukunft des traditionsreichen Hallenturniers.

Herr Röder, das Turnier ist vorbei, Garath ist auf dem neunten Platz gelandet, gewonnen hat, wie im Vorjahr, Baumberg. Sind Sie zufrieden mit dem diesjährigen Jürgen-Strohfeldt-Gedächtnisturnier?

Röder Klare Antwort: nein!

Was ist geschehen?

Röder Sportlich war das Turnier auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Allerdings müssen wir uns als Organisator die Frage stellen, ob eine Ausrichtung in der Form als zweitägiges Hallenturnier noch zeitgemäß ist.

Aus welchem Grund?

Röder Erstmals mussten wir unser Turnier laut Vorgabe des Fußballkreises Düsseldorf nach den offiziellen Futsalregeln des DFB durchführen.

Mögen Sie Futsal nicht?

Röder Im Gegenteil! Futsal ist eine sehr interessante Hallensportart, bei der die technischen Fertigkeiten der Spieler und ein hohes Tempo noch stärker als beim herkömmlichen Hallenfußball im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund sind für die Leitung eines Futsalspiels aber auch zugleich mehrere Schiedsrichter erforderlich – jeweils ein Unparteiischer für jede Spielhälfte und zusätzlich ein Unparteiischer, der die Fouls zählt.

Das macht das Ganze teuer…

Röder In diesem Jahr sind dem Garather SV für beide Turniertage Schiedsrichterkosten von mehr als 300 Euro entstanden. Das ist einfach nicht zu finanzieren, zumal bei Jugendturnieren laut DFB-Vorgabe weder Eintritts- noch Startgeld gefordert werden darf. Allein vom Kaffee- und Kuchenverkauf können diese Kosten nicht erwirtschaftet werden. Das ist besonders ärgerlich, wenn es, wie in diesem Fall, Kosten für nicht erbrachte Leistungen sind.

Nicht erbrachte Leistungen?

Röder Es klingt grotesk, aber die angereisten Schiedsrichter waren überhaupt nicht in der Lage, nach Futsalregeln zu pfeifen, weil ihnen eine entsprechende Ausbildung fehlte. Folglich mussten wir das Turnier – in Absprache mit allen beteiligten Mannschaften – kurzerhand nach den bewährten Hallenfußballregeln durchführen.

Wird es unter diesen Voraussetzungen auch 2021 ein Jürgen-Strohfeldt-Gedächtnisturnier geben?

Röder Wir wollen unsere Turniertradition auf jeden Fall beibehalten. Es wäre allerdings ein erheblicher sportlicher Verlust, wenn wir das Turnier wegen der gestiegenen Kosten zukünftig nur eintägig durchführen müssten. Die Spielzeit würde sich dann für jede Mannschaft deutlich reduzieren. Der Reiz unseres Hallenturniers ist es schließlich, dass allen C-Juniorenteams mit sechs Spielen je 20 Minuten eine recht lange Einsatzzeit auf dem Spielfeld gewährt wird. Da kann jeder Nachwuchsfußballer zeigen, was er kann.

Ihre Forderung?

Wie bereits im Vorjahr konnte sich die Mannschaft der Sportfreunde Baumberg den Sieg sichern. Ob das Turnier auch im nächsten Jahr stattfinden kann, ist noch unklar. . Foto: RP/Röder

Röder Ich fordere vom Kreisjugendausschuss eine Rücknahme der Vorgabe, Hallenturniere nach Futsalregeln austragen zu müssen, wie es sie im Übrigen einzig und allein hier in Düsseldorf gibt.