Düsseldorf-Flingern: Franz steht auf dem Kopf

Kommen und Gehen in Düsseldorf : Franz steht auf dem Kopf

Zion Mazun und Konstantin Kloos haben aus der Brasserie Franz das Hanz und Franz gemacht. Es gibt deutsche Küche mit internationalen Einflüssen.

Gerade mal zehn Monate hat die Brasserie Franz überlebt. Dann war Schluss, und das ehemalige Traditionsrestaurant in Flingern, das Nene Nooij fast 20 Jahre erfolgreich geführt hatte, stand eineinhalb Jahre leer. Immer wieder gab es Gerüchte, wer den Laden übernehmen sollte. Von einem Georgier war die Rede und von einem irischen Investor, der sich auf der Grünen Insel auf Hotellerie und Gastronomie spezialisiert hat und auf den Kontinent wollte. Da­raus wurde nichts. Das sagt Unternehmensberater Zion Mazun, der die Firma damals beraten hat. Jetzt hat der studierte BWLer, der auch Koch gelernt hat, gemeinsam mit dem Koch Konstantin Kloos das Restaurant an der Hoffeldstraße selbst übernommen. Renovierungsarbeiten im Lokal gab es weniger, allerdings ist der große Raum jetzt dank eines Anstrichs und ein paar Schönheitskorrekturen wieder wesentlich freundlicher und heller.

„In die Küche haben wir viel investiert und sie auf den neusten Stand gebracht“, sagt Konstantin Kloos, und sein Geschäftspartner ergänzt: Das sei bitter nötig gewesen. Hanz und Franz haben sie ihr Restaurant getauft, und das mit einem gewissen Augenzwinkern. „Den Franz haben wir bei unserem Logo auf den Kopf gestellt. Er hat es ja nicht geschafft“, sagt Mazun. Und der Hanz hat ein Z, weil die beiden das Ganze ein wenig auf die Schippe nehmen wollen. Dabei sei ihnen wichtig gewesen, dass der Franz im Namen erhalten blieb. „Wir haben alte Unterlagen gefunden“, sagt Kloos, da habe das gutbürgerliche Restaurant noch Zum alten Franz geheißen. Das muss lange vor den Zeiten des Nooij gewesen sein, dem ersten Szenelokal in Flingern, dem viele folgten.

Kloos und Mazun wollen die deutsche Küche beleben, aber auch kulinarische Reisen gestalten. Momentan steht Israel mit einigen Gerichten auf der Karte. Beispielsweise Sabich, eine Spezialität aus Tel Aviv mit Auberginen, Humus, gekochtem Ei und Tomatensalat, oder New Style Kebab auf israelische Art. Aber es gibt auch Traditionelles wie Rheinischen Sauerbraten und Rinderrouladen (beides um die 20 Euro), es gibt das 300 Gramm Rib Eye Steak oder gebackene Scholle im Bierteig. Ein bunter Mix. Wichtig ist den beiden, dass sie nur frische Produkte benutzen und keine Geschmacksverstärker und jedes Gericht à la minute zubereitet wird. Das gilt auch für die wöchentlich wechselnden Mittagsgerichte, die – ob Schweinebraten mit Sauerkraut oder Geflügelleber Mailänder Art mit hausgemachten Nudeln – immer zehn Euro kosten.

Ab 11 Uhr ist das Restaurant geöffnet, sonntags schon ab 9 Uhr mit Frühstück. „Da basteln wir noch, ob wir einen Brunch anbieten“, sagt Mazun. Eine Tradition des Nooij haben sie übernommen: Nachmittags gibt es Kuchen – von der Bäckerei Schuster in Kaiserswerth.

Hanz und Franz, Hoffeldstraße 27, Tel: 64152373, geöffnet di bis fr, 11-1 Uhr, sa, 18-1 Uhr, so, 9-0 Uhr, mo Ruhetag