Düsseldorf: Problemhaus in Flingern bald wieder bewohnbar?

Bauen in Düsseldorf : Problemhaus in Flingern bald wieder bewohnbar?

Viel gearbeitet wurde an dem verfallenen Haus an der Birkenstraße. In ein paar Wochen könnte das Gerüst abgebaut werden.

Anfang 2020 soll das seit fast zehn Jahren eingerüstete Haus an der Birkenstraße/Ecke Dorotheenstraße wieder bewohnbar sein. „Das ist der Stand, den ich seit drei Monaten habe“, sagt Ben Klar (Die Linke) aus der Bezirksvertretung 2, die sich schon viele Male mit dem Objekt, das inzwischen nur noch das Problemhaus genannt wird, beschäftigt hat. Jahrelang hatte der Eigentümer das einst so schöne Jugendstilhaus dem Verfall überlassen, die Politik bemühte sich, Bewegung in die Sache zu bringen. Doch die Gespräche zwischen Eigentümer, Stadt und Politik blieben lange ohne Ergebnis. Ben Klar stellte ein ums andere mal Anfragen, vor einem Jahr dann bestätigte die Verwaltung, dass es Fortschritte gegeben hat bei den Verhandlungen mit dem Eigentümer. Klar ist zuversichtlich, dass die Sanierungen in ein paar Wochen beendet sind, die Nachbarschaft dagegen ist skeptisch. Zwar sei in den letzten Monaten viel gearbeitet worden an dem Haus, im Innenbereich, vor allem am Treppenhaus, müsse aber noch einiges getan werden. Zumindest seien neue Fenster eingebaut worden, die den alten Stil des Hauses aufgreifen, berichten Nachbarn, die mal einen Blick in den Eingangsbereich werfen konnten, als die Tür offen stand. Der Eigentümer selbst will sich nicht äußern zum Fortschritt an und in der Immobilie.

Inzwischen schreiten die Sanierungsarbeiten an dem Eckhaus Dorotheen-/Birkenstraße voran. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Als der Sohn des verstorbenen Eigentümers das Objekt übernommen hatte, konnte man offenbar in Gesprächen die Streitpunkte ausräumen. Anfang 2018 teilte die Verwaltung schließlich mit, dass es weitergeht an der Birkenstraße. Damals ging die Bauaufsicht davon aus, dass bis Mitte 2018 Dach und Fassade erneuert sind, bis Jahresende sollten am gesamten Haus die Arbeiten abgeschlossen sein. Erst ein Jahr später wurden schließlich Handwerker gesehen auf der Baustelle, die Baugenehmigung wurde im Sommer 2019 erteilt. Die Bezirksvertretung 2 und die Einzelhändler im Viertel setzten sich auch deshalb so sehr ein für die Sanierung des Hauses, weil die Stadt die Birkenstraße vor einigen Jahren aufwendig erneuern und verschönern ließ. Darüber hinaus blockierte das Gerüst den Radweg. Auslöser des langen Stillstands war ein Streit mit dem Eigentümer gewesen, der unter anderem nicht genehmigte Arbeiten ausgeführt haben soll. Er beklagte, dass er von der Stadt gegängelt werde. Die Bauaufsicht untersagte schließlich die Nutzung des Gebäudes aufgrund von Gefahrenstellen ordnungsbehördlich. 2010 ließ die Stadt das verfallende Haus zur Sicherheit einrüsten, da Fassadenteile hinabzustürzen drohten. Mit 4000 Euro soll die Einrüstung pro Monat zu Buche schlagen. Werbeplakate sollen die Kosten mindern. Ob die Stadt auf den restlichen Kosten sitzenbleibt, „dazu werde ich noch mal eine Anfrage stellen“, sagt Ben Klar.