Düsseldorf: Bessere Pflege für Parks im Stadtbezirk 2

Politik in Düsseldorf : Bessere Pflege für Parks im Stadtbezirk 2

Der Schillerplatz und der Park an der Buscher Mühle werden 2020 Themen in der Bezirksvertretung in Flingern und Düsseltal sein.

Düsseltal, Flingern-Nord und -Süd – der Stadtbezirk 2 ist der zweitkleinste in Düsseldorf, misst etwas mehr als sieben Quadratkilometer. Gleichzeitig ist er aber einer der am dichtesten bebaute. Mehr als 60.000 Menschen wohnen dort, und es werden von Jahr zu Jahr mehr. Weil Investoren und Architekten immer noch Flächen finden, die bebaut werden können. Immer wieder hat sich die Politik 2019 mit Bauprojekten beschäftigt, unter anderem mit der Bebauung von Hinterhöfen.

Wohnen „Viele Baugenehmigungen für Wohnen wurden erteilt“, sagt Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (SPD) – an der Erkrather Straße soll sich etwas tun, an der Max-Planck-Straße auch. Viele Wohnungen seien 2019 entstanden. „Nicht immer in dem von uns gewünschten Preissegment“, so Wagner, der mit seinem Wunsch Ben Klar (Die Linke) aus dem Herzen spricht. „Das wichtigste Thema im Bezirk, wie auch in der ganzen Stadt, ist die Schaffung von preiswertem Wohnraum“, sagt Klar. Dass der Bauboom weiter anhalte, sei prinzipiell eine gute Nachricht, findet Annelies Böcker (CDU), die aber auch zu bedenken gibt, dass es für einen Bereich, der mit einer weiteren Verdichtung an vielen Stellen bereits am Limit sei, immer schwieriger werde, Ausnahmen über das bestehende Baurecht hinaus zu genehmigen. „Jeder Quadratmeter, der nicht zugebaut wird, und jeder Baum, der gepflanzt wird, ist für das zukünftige Stadtklima von großer Bedeutung“, sagt Böcker. Ein Projekt, bei dem Weiterentwicklung des Stadtteils geglückt sei, ist in Böckers Augen Grafental. „1623 Wohnungen mit rund 5000 Einwohnern sollen es am Ende werden“, sagt Böcker. Harald Schwenk von den Grünen setzt auf Nachnutzung von Abgenutztem, „das ist die Stelle, an der politische Gestaltung einsetzt“. Schwenk fordert die Entsiegelung der Innenhöfe, um die mikroklimatischen Bedingungen in den Blockinnenbereichen zu verbessern. „Bei allen Bauvorhaben habe ich darauf hingewirkt, dass Dach- und Fassadenbegrünung ein Thema ist“, sagt Ulf Montanus (FDP), der vor allem an Photovoltaik denkt.

Parks Rar sind die Grünflächen im Stadtbezirk, umso mehr setzt sich die Politik für den Erhalt und die Verschönerung ein. „Der Zoopark ist endlich fertig“, sagt Wagner, der öfters mit dem Fahrrad an der neuen Sportfläche vorbeifährt und festgestellt hat, „dass es immer voll ist“. Der Bezirksbürgermeister freut sich auch, dass sich die Stadt um den kleinen Park an der Buscher Mühle im kommenden Jahr kümmern wird. Im Dezember hatte die Bezirksvertretung Gelder genehmigt, um den ersten Bauabschnitt zu realisieren. Annelies Böcker fordert, dass in Parks, auf Spiel- und Sportplätzen bereits für den kommenden Sommer Hitzeschutzmaßnahmen ergriffen werden, etwa in Form von Sonnensegeln. Außerdem hofft sie, dass es auf dem Schillerplatz endlich weitergeht. Der Platz sei bereits vor fünf Jahren gemeinsam mit den Bürgern geplant worden, „bis heute ist der Umbau aber nicht beendet“, so Böcker, die sich 2020 für die Realisierung des zweiten Bauabschnitts starkmachen will. Eine öffentliche WC-Anlage für den Spielplatz Schillerplatz würde Ulf Montanus im Jahr 2020 gerne noch ermöglichen, der sich überhaupt eine bessere Pflege der Parkanlagen, besonders in Flingern, wünscht und sich für kleine und größere Grünflächen in Neubaugebieten einsetzen will.

Verkehr Vor allem für die Radfahrer soll es 2020 weitere Verbesserungen geben: Ein Radweg von der Franklinbrücke in Richtung Rethelstraße wird zum Beispiel angelegt, immer mehr Fahrradständer werden aufgestellt. Die Sicherheit der Schüler im Straßenverkehr war Ulf Montanus ein Anliegen, der einen Prüfantrag gestellt hat, um auf die Schulzeit begrenzte, blinkende Tempo-30-Warnschilder vor Schulen anzubringen, „da normale Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder gerne übersehen werden“, sagt Montanus, der sich die Niederlande zum Vorbild genommen hat. Dass aus der provisorischen Ampel auf der Rethelstraße eine vernünftige Dauerlösung wird, dafür will sich Wagner einsetzen, der zudem auf eine spürbare Verbesserung für die Anwohner durch das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept hofft. Für eine Neugewichtung im Mobilitätsverhalten will sich Harald Schwenk einsetzen, „das führt zu einem Veränderungsdruck auf die Verkehrsräume“, sagt der Grünen-Politiker.

ÖPNV  „Für die Linie 708 erwartet die Bevölkerung dringend wieder die Fahrten am Wochenende zum Hauptbahnhof bis nach 22 Uhr“, sagt Annelies Böcker, die vor allem die Spielstätten Tanzhaus, Capitol und Central im Blick hat. Die Kulturhäuser würden Programme bis mindestens 23 Uhr anbieten, so Böcker. Auch Montanus setzt sich für den Erhalt der 708 mit einer erhöhten täglichen Taktung von zehn Minuten ein.

Bürger Das Engagement in der Bevölkerung für den Stadtbezirk lobt Ben Klar, „viele haben sich für ihre eigenen Belange und Vorstellungen eingesetzt“, sagt er. Mit Erfolg. Ein Beispiel sind die Anwohner der Kiefernstraße, die sich gewehrt haben gegen einen Hotelbau auf dem Grundstück neben dem B8-Center. „Durch eine Initiative der Anwohner konnte das Hotel verhindert werden“, sagt Klar, der ein weiteres Beispiel anführt: „Es hat sich sehr spontan eine Initiative gegründet, die sich mit Baumfällungen an der Lindenstraße beschäftigt hat“, so der Politiker. Auch für das Problemhaus an der Birkenstraße/Ecke Dorotheenstraße haben sich Politik und Nachbarn viele Jahre eingesetzt. Auch wenn der Kampf zäh gewesen sein mag, gibt es jetzt doch gute Nachrichten: Die Sanierungen laufen, „und ich hoffe, dass die ersten neuen Mieter 2020 einziehen“, sagt Uwe Wagner.

Für den ersten Bauabschnitt im Park an der Buscher Mühle gibt die BV 2 135.000 Euro dazu. Foto: nika
Ulf Montanus und Annelies Böcker wollen die Taktung bei der 708 ausbauen. Foto: Merlin Bartel
Fast zehn Jahre war das Haus an der Birkenstraße unbewohnbar. Jetzt wird es saniert. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Die Franklinbrücke bekommt einen Radweg. Der soll den Radverkehr im Stadtbezirk 2 stärken. Foto: Bretz, Andreas (abr)
Bezirksbürgermeister Uwe Wagner freut sich, dass viele Ideen beim Ausbau des Radverkehrs im Stadtbezirk umgesetzt wurden. Foto: Endermann, Andreas (end)

Kandidatur Annelies Böcker und Uwe Wagner werden wieder für den Stadtbezirk 2 in den Wahlkampf ziehen, genauso wie Harald Schwenk. Ulf Montanus hatte bereits angekündigt, für eine weitere Amtszeit im Stadtrat kandidieren zu wollen. „Im Bezirk werde ich einem neuen Kollegen den Vortritt geben“, sagte Montanus Ende 2018. „Nach zehn Jahren Mitgliedschaft in der Bezirksvertretung sollen gerne auch mal andere den Posten übernehmen“, findet Ben Klar, „aber wer weiß, vielleicht bekommt Die Linke im Bezirk ja so viele Stimmen, dass auch ich wieder in das Gremium einziehe.“