"Ballet Revolucion" im Capitol-Theater Düsseldorf

Show „Ballet Revolucion“ in Düsseldorf : Tanzende Waschbrettbäuche und eine Sängerin im roten Kleid

Die Tanzshow „Ballet Revolución“ – eine Mischung aus Ballett und Streetdance mit kubanischen Einflüssen – gastiert noch bis Sonntag im Capitol-Theater in Düsseldorf.

Wer behauptet, dass die Deutschen etwas steif sind und sich nur schwer zu Begeisterungsstürmen hinreißen lassen, der irrt. Denn wer „Ballet Revolución“ im Capitol-Theater sieht, wird nicht lange still sitzen. Das Ensemble präsentiert eine großartige Show aus Tanz und Musik.

Die Mischung macht’s Tanzen nimmt in Kuba eine besondere Stellung ein. Weil das Land von vielen Nationen beeinflusst wurde, hat sich ein besonderer Tanzstil ausgebildet. „Karibische Schule“ wird er oft genannt und er ist eine Verbindung der französischen, russischen, britischen und amerikanischen Schulen mit selbstverständlich multikulturellen Wurzeln der Karibikinsel. Diesen Stil beherrschen die Tänzer und Tänzerinnen vom Ballet Revolución und kombinieren ihn für ihre Show mit Tänzen wie Ballett, Street- und Contemporary Dance, Rumba, Mambo und sogar Hip-Hop. Als Ganzes ergibt das eine wohl ganz eigene Note.

Das Ensemble Jede Tänzerin und jeder Tänzer hat alle Nuancem der Show im Blut und scheint jeden Millimeter der Bühne zu kennen. Da sitzt jeder Schritt, da passt jede kleine und große Bewegung zu anderen und zur Musik sowieso. Ob als Ensemble auf der Bühne, als Duo oder als Solo: Das Team begeistert die Zuschauer mit schier waghalsigen Sprüngen, sinnlichen Moves und einem großen Maß an Energie bis in jede Fingerspitze.

Die Künstler (keiner von ihnen dürfte älter als 30 Jahre sein) bieten gut zwei Stunden eine große Show und scheinen dabei nicht einen Schweißtropfen zu lassen. Das kann jeder Zuschauer gut einschätzen, denn viele Nummern des Programms präsentieren die Tänzerinnen meist bein- und schulterfrei, die Männer sogar oft nur in Hosen. Beim Blick auf die tanzenden Waschbrettbäuche ist von vielen Frauen (und manchen Männern) im Publikum mal ein Seufzer, mal großer Jubel zu hören.

Die Musik Während die Tänzer im vorderen Teil der Bühne ihre Show präsentieren, ist im Hintergrund und meist nur leicht beleuchtet die Live-Band zu sehen. Als Zuschauer zuweilen den Blick auf eben jene Musiker zu konzentrieren, ist lohnenswert, denn was das Team da bietet, ist eine Klasse für sich.

Im ersten Teil sind es elf Songs, nach der Pause im zweiten Teil noch einmal zwölft Hits, die von der Band live und in Top-Qualität gespielt und gesungen werden. Zum Programm gehören karibische Klassiker wie „Havana“, „Cumbachero“ und „Senorita“ sowie Pop-Hits wie Stings „Roxanne“, „I don’t care“ (Ed Sheeran und Justin Bieber) und „Nothing really matters“ (David Guetta).

Die Stimmen der Männer werden gesungen von Weston Forster, während die im Original von Frauen gesungenen Songs für Ballet Revolución von Janine Johnson dargeboten werden. Und die britische Jazz- und Soulsängerin sorgt mit ihrer Stimme im Laufe der Show immer wieder für Extra-Applaus. Sie beherrscht die Ballade „Hello“ ebenso emotional wie Top-Star Adele und auch in ihrem Part von „Shallow“ (Original von Lady Gaga) sitzt jeder Ton perfekt. Außerdem zieht Janine Johnson in ihrem roten Kleid mit glitzernden Pailletten die Blicke auf sich – großartig.

Kein Wunder also, dass sich die Zuschauer bei Tänzern und Musikern mit stehenden Ovationen bedanken und umgekehrt mit zwei Zugaben belohnt werden.

Info „Ballet Revolución“, bis Sonntag im Capitol-Theater, Erkrather Straße 30; Karten online unter www.westticket.de, unter Telefon 0211 274000 und an der Abendkasse