Lokalsport: Turu hat RWE am Rande der Niederlage

Lokalsport: Turu hat RWE am Rande der Niederlage

Der kriselnde Oberligist liefert gegen den Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet einen aufopferungsvollen Kampf, der am Ende nicht belohnt wird. Trainer Samir Sisic findet aufgrund der gezeigten Leistung viele lobende Worte für seine Elf.

Selbst die größten Fans von Rot-Weiss Essen sprachen nach den 120 Minuten Pokalspiel und der vom Regionalligisten erst im Elfmeterschießen gewonnenen Partie von einem Sieg mit Ach und Krach. 1:1 hatte es nach der regulären Spielzeit gestanden, ein Unentschieden, das sich die Oberbilker mit einem couragierten Auftritt wahrlich verdient hatten. Auch die 30-minütige Verlängerung brachte keine Tore mehr, so dass die Entscheidung über den Einzug ins Halbfinale des Niederrheinpokals also im Elfmeterschießen fallen musste. Hier war es das sechste Elfmeterduell, dass die Entscheidung brachte. Essens Torhüter Marcel Lenz wehrte den Schuss von Vensan Klicic ab, der Essener Kevin Grund dagegen traf zum 5:4-Endstand. Jubel bei den Gästen aus dem Ruhrgebiet, hängende Köpfe bei den Turu-Spielern.

Nach zehn Minuten in der regulären Spielzeit hatte man bereits ähnliche Reaktionen beobachtet. Cedric Harenbock hatte von der linken Angriffsseite in den Strafraum geflankt, wo Julian Kanschick bereitstand, um den Ball wegzuschlagen. Auf dem durch Schneeregen tückisch gewordenen Rasen rutschte er jedoch weg, und der Ball kam zu so freistehenden Kai Pröger. Dessen Schuss aus 12 Metern war für Turus Schlussmann Björn Nowicki unhaltbar.

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War es der Glaube, mit diesem 1:0 den tieferklassigen Gegner schon sicher im Griff zu haben, oder lag es an der aufopferungsvollen kämpferischen Leistung des Fünftligisten aus Oberbilk? Auf jeden Fall gelang den Rot-Weissen bis zum Halbzeitpfiff in der Offensive fast nichts mehr. Turu war absolut gleichwertig und wurde auch belohnt dafür. Saban Ferati bekam nach 35 Minuten den Ball von der rechten Seite durch Sahin Ayas halbhoch zugespielt. Er legte ihn sich selbst in gleicher Höhe auf den starken linken Fuß und schoss ihn mit einer Drehbewegung Richtung Essener Tor. Vom linken Pfosten ging der Ball zum 1:1 hinter die Torlinie. In der zweiten Hälfte blieben die Höhepunkte vor den 1200 Zuschauern Mangelware. Ausnahme davon war der Foulelfmeter für Essen in der 78. Minute, nachdem Lukas Reitz Mittelstürmer Marcel Platzek zu Fall gebracht hatte. Benjamin Baiers Elfmeter flach in die Ecke wurde von Nowicki bravourös abgewehrt, auch den Nachschuss brachte der Favorit nicht im Tor unter.

In der Verlängerung änderte sich das Bild nicht, die beiden Kontrahenten blieben gleichwertig, So brachte das Elfmeterschießen die Entscheidung für die Essener. Trainer Samir Sisic sagte, er sei sehr stolz auf sein Team. Es habe nur das Quäntchen Glück zur Erfüllung des großen Traums gefehlt.

(RP)