Düsseldorf: Schüler streiten bei "Jugend debattiert" über Graffiti-Sprayer

Düsseldorf: Schüler streiten bei "Jugend debattiert" über Graffiti-Sprayer

Der junge Mann mit weißem Shirt am Rednerpult ist sichtlich empört. Kaum gebe es einen Toten, entstünde ein Hype um die Krankheit Masern, den er so gar nicht nachvollziehen könne. "Die Toten durch Straßenverkehr und Alkohol interessieren doch auch niemanden", befindet er, der als letzter von vier sprechen darf. Der junge Mann mit weißem Shirt ist Qualid El-Ghaliti, Oberstufenschüler der Dieter-Forte-Gesamtschule Eller. Und er findet, eine Impfpflicht brauche dieses Land nicht.

Eine Woche ist es her, dass ein Junge von anderthalb Jahren in Berlin nach einer Masernerkrankung starb. Seither sind Überlegungen zu einer bundesweiten Impfpflicht wieder erwacht. Und auch vor dem Düsseldorfer Regionalwettbewerb "Jugend debattiert" macht das Thema nicht Halt. In der Finalrunde der Sekundarstufe II stritt Qualid El-Ghaliti gestern mit Brian Ortmann, Maike Sähn und Nadja Bethke in der Aula der Gesamtschule vor einer vierköpfigen Jury über eine mögliche Impfpflicht. Bethke gewinnt schließlich, der munter engagierte El-Ghaliti landet auf Rang vier.

Der jüngere Jahrgang arbeitet sich vorher schon an der Frage ab, ob Städte Graffiti-Sprayern Freiflächen zum Austoben geben sollten. Zwischen den Schülern der Sekundarstufe eins aus Düsseldorf, Wuppertal und Mönchengladbach entsteht schnell eine lebhafte, aber faire Debatte. Janne Ratschinski von der Dieter Forte-Gesamtschule, die sich gegen solche Flächen ausspricht, sagt gleich zu Beginn einen klugen Satz: "Kunst entsteht nicht durch Vorgabe, sondern durch Ein- und Hingabe."

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Ratschinski gewann den Debattier-Wettbewerb schließlich und setzt sich mit reichlich Leidenschaft gegen ihre Mitstreiter Lydia Schmiedel, Sören Wierzba und Hannah Göke durch.

(her)