Gastronomie in Düsseldorf: Italienische Küche in der L’Osteria

Gastronomie in Düsseldorf : Italienische Genüsse in der L’Osteria

In Düsseldorf gibt es inzwischen drei Restaurants von der Nürnberger Gastro-Kette. Spezialität: riesige Pizzen und selbst gemachte Pasta.

Das mehrstöckige Gebäude an der Jahnstraße ist noch gar nicht fertig, und bewohnt schon gar nicht. Sogar ein Gerüst reicht noch vom Asphalt bis zum Dach. Aber die L’Osteria im Erdgeschoss ist schon da. Die Inhaber der Gastro-Kette haben es eilig, Zeit ist wertvoll bei Neueröffnungen. So ist die dritte Düsseldorfer L’Osteria-Filiale noch hinter einem Bauzaun versteckt. Bei unserem Testbesuch an einem frühen Mittwochabend ist das Restaurant trotzdem gut besucht, im Laufe des Abends sind alle Plätze besetzt.

Schick ist die Einrichtung. In der Raummitte stehen einige runde Tische, an den Fenstern gibt es Sessel und sogar ein Sofa, alles hochwertig, modern und einladend. Auffallend: die Küche ist baulich ins Restaurant gerückt und ganzheitlich offen. So kann den Pizza-Bäckern und Pasta-Köchen zugesehen werden, wie sie Käse in mehreren Varianten, viele Gemüsesorten, saftigen Schinken und den Teig bearbeiten.

Für unser Testessen bestellen wir eine Pizza. Sie sei riesengroß und besonders gut, haben uns Freunde erzählt. Dazu ordern wird noch einen Insalata Quinoa Avocado und als Vorspeise eine Bruschetta. Vor dem ersten Bissen beeindruckt uns die junge Servicemitarbeiterin. Obwohl sie mehrere Tische zu bedienen hat und eigentlich im Stress sein müsste, ist sie außerordentlich aufmerksam, gut gelaunt und schnell im Job. Auf unsere Frage, welcher Wein zur Pizza passt, hat sie fix eine Antwort („Der weiße Lugana wird gern genommen“) – und wir werden von dem guten Tropfen nicht enttäuscht.

Nach dem Genuss der Bruschetta (mit frischen Tomaten, Knoblauch und Basilikum) fragen wir uns verblüfft, wie wir die mächtige Pizza mit Mozzarella, gegrilltem Gemüse, frischen Egerlingen und Knoblauch schaffen sollen. Aber der Teig ist sehr dünn, das knusprige Teil bald verputzt. Nur vom frischen Rucola hätten wir gern mehr gehabt als die drei einsamen Blättchen in der Mitte.

Der Quinoa-Salat ist optisch eine Wucht. Gut kombiniert harmonieren die Farben von Quinoa, Rote Bete, Kirschtomaten, Avocado, Granatapfelkerne, Chiasamen und Sonnenblumenkernen miteinander. Am Geschmack indes irritiert uns eine bittere Note. Wir fragen die freundliche Kellnerin, die fix einen Kollegen holt und das kleine Rätsel löst. Die unbekannte Würze ist das Dressing, bei dem der Koch es wohl sehr gut gemeint hat mit einer bestimmten Zutat. Frische Rucola-Blätter nämlich sind in das Dressing gemixt und wir müssen schmunzeln, weil wir uns zuvor erst mehr von dem Gewächs gewünscht hatten. Im Dressing jedenfalls ist das Kraut nicht jedermanns Geschmack. Aber wir finden gut, dass die Soßen selbst gemacht werden und aus diesem Grund eben nicht immer gleich schmecken.

Selbst gemacht ist in der L’Osteria auch die Pasta. Sie wird in einer eigenen Produktionsstätte produziert und es gibt sie in mehreren Sorten. Alles ordentlich serviert, schmackhaft und üppig.

Bei der Auswahl des Desserts lassen wir uns von gefrorenen Früchten mit Eis verführen. Panna Cotta, Soufflé al Cioccolato und Crema di Fragola al Mascarpone (frische Erdbeeren mit Mascarpone-Creme) wären schmackhafte Alternativen. Ob alles zu unserer Zufriedenheit gewesen sei, fragt die Kellnerin. Insgeheim bewundern wir sie, weil sie trotz vollem Lokal und dem inzwischen gestiegenen Geräuschpegel noch immer so aufmerksam ist und nett lächelt. Kein Wunder also, dass wir ihre Frage herzlich mit „Ja, alles ausgezeichnet“ beantworten können und gern ein gutes Trickgeld geben.

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