Düsseldorf: NRW-Forum bekommt neuen Namen und neue Struktur

Düsseldorf: NRW-Forum bekommt neuen Namen und neue Struktur

Die Kunstszene in Düsseldorf debattiert über das Ende des NRW-Forums, dessen Zukunft nach der Aufkündigung der Förderung durch das NRW-Wirtschaftsministerium noch immer in den Sternen steht. Der Klagen sind viele, und sie sind unüberhörbar.

Gerade angesichts der aktuell laufenden Mode-Ausstellung mit Werken des Couturiers Azzedine Alaïa wird klar, dass niemand gerne auf das weitgefasste, kultige, die Artenvielfalt spiegelnde Konzept des NRW-Forums verzichten möchte. Forums-Chef Werner Lippert hat außerdem gemeinsam mit Petra Wenzel seine Mitarbeit nicht länger in Aussicht gestellt.

Und nun ist schon Jahreshalbzeit, die Sommerferien stehen vor der Tür. Bürgermeister Friedrich Conzen (CDU) ist in der Angelegenheit sehr engagiert. Der Kulturexperte sagt: "Gespräche gibt es viele und Ideen sind auch da. Nur das Entscheidende fehlt: ein Geldgeber."

Immer wieder fallen in den Zukunftsdiskussionen dieselben Namen: Dass die in Düsseldorf ansässigen weltberühmten Fotografen Andreas Gursky und Thomas Ruff an einem Brainstorming mit dem Kulturdezernenten beteiligt waren, dass die technische und kaufmännische Verwaltung wahrscheinlich in die Hand des Museum Kunstpalast gegeben wird.

Und dass der gern angeführte Hoffnungsschimmer aus London — das renommierte V&A-Museum bietet mit seinem deutschen Direktor Martin Roth Kooperationshilfe an — die Stadt nicht wirklich weiter bringe, da vor allem um die Kosten und nicht um infrage kommende Wechselausstellungen gerungen wird.

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Auf fünf Jahre müsste sich ein Sponsor verpflichten, etwa 500 000 Euro bereitzustellen, damit das Haus über 2014 hinaus existieren kann, so geht Conzens Rechnung. Bis Mitte des kommenden Jahres hat man noch dem Chef des Filmmuseums, Bernd Desinger, die Möglichkeit eröffnet, im NRW-Forum auszustellen, weil der ursprünglich geplante Forumsbeitrag zur Quadriennale 2014 aus Kostengründen gecancelt werden musste.

Sehr wahrscheinlich aber, so hört man aus den gewöhnlich gut informierten Kreisen, wird das Museum Kunstpalast das NRW-Forum (dann mit neuem Namen) übernehmen und als Ausstellungszentrum mit Schwerpunkt aktuelle Fotografie bespielen. Dafür liegen zwei Konzepte bereit, heißt es, ein kostenbewusstes und eines "zum Träumen".

Es könnte also doch ein neuer Leuchtturm werden, der den Ruf des Fotografie-Standorts Düsseldorf festigen und mehren würde. Generaldirektor Beat Wismer kämpft schon jetzt mit Sparmaßnahmen. So wird er ein solch ehrgeiziges Unterfangen nur mit neuen Sponsoren anpacken können.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist das NRW-Forum

(RP/ila)
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