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Düsseldorf: Hoffnung auf Zukunft des NRW-Forums

Düsseldorf : Hoffnung auf Zukunft des NRW-Forums

Nach dem Brief von Prominenten wird plötzlich doch wieder über den Erhalt des Kunsthauses diskutiert. Dazu bräuchte es 650 000 Euro.

Der Brief von Prominenten aus Kultur und Wirtschaft, die sich für einen Erhalt des NRW-Forums einsetzen, hat die Diskussion um die Zukunft des Ausstellungshauses neu entfacht. Am Dienstag erhielten Oberbürgermeister Dirk Elbers und NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) den Brief, der von 18 bekannten Persönlichkeiten der Stadt stammt. Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass das beliebte Museum im Ehrenhof zum Ende des Jahres geschlossen wird, weil das Land aus der Förderung aussteigt.

Oberbürgermeister Dirk Elbers sagte, er freue sich über das Engagement der Unterstützer für das Museum. Das NRW-Forum habe eine gute Arbeit geleistet. "Wenn es nach uns ginge, hätten wir dieses erfolgreiche Projekt weitergeführt. Fakt ist, dass das Land diese Kooperation einseitig gekündigt hat." Elbers würde auch die Idee begrüßen, dass die langjährigen Leiter Werner Lippert und Petra Wenzel für eine Übergangszeit das Ausstellungshaus weiter verantworten, wie sie angeboten haben. Allerdings schließe dies nicht die finanzielle Lücke. Die Stadt würde weiter ihren Zuschuss von rund einer halben Million Euro im Jahr zahlen, könne aber den Fehlbetrag nicht übernehmen.

Die entscheidende Frage bleibt also, wer für das Museum zahlen will. Die Landesförderung betrug 650 000 Euro im Jahr — viele hoffen auf einen Sponsor, der diesen Betrag übernimmt. Den Großteil seines Etats holt sich das NRW-Forum ohnehin von Sponsoren und aus Eintrittsgeldern. Es erhält eine im Verhältnis zur Besucherzahl ungewöhnlich niedrige Förderung.

OB Elbers erhofft sich, dass sich die einflussreichen Unterstützer nun auch bei der Suche nach Geldgebern einbringen. Auch der andere Briefempfänger, Wirtschaftsminister Duin, denkt in diese Richtung. Er machte gestern noch einmal deutlich, dass es bei dem Ausstieg des Landes bleiben soll. Es habe das NRW-Forum seit 1998 mit zehn Millionen Euro unterstützt. Jetzt sei die Stadt Düsseldorf gefragt. "Ich kann mir gut vorstellen, dass sie gemeinsam mit der bürgerschaftlichen Initiative tragfähige Ideen entwickeln kann, wie diese ebenso attraktive wie erfolgreiche Institution in Zukunft ausgerichtet werden kann."

Auch bei der Opposition sorgt der Brief für Aufsehen. Bürgermeisterin Gudrun Hock (SPD) sagte, es lohne sich, für das NRW-Forum zu kämpfen. Man müsse nun Zeit gewinnen, um ein gutes Konzept für die Zukunft zu erarbeiten und möglicherweise auch dem Land NRW wieder eine Brücke zu bauen, in die Förderung einzusteigen. "Wir sind deshalb weiter in Gesprächen." Hock kritisiert, dass OB Elbers zu schnell darauf umgeschaltet habe, das Museum abzuwickeln. Auch die Grünen wollen sich um eine Zukunft für das NRW-Forum bemühen: Sie haben als Reaktion auf den Brief Museumsleiter Lippert zum Gespräch eingeladen.

Sollte das NRW-Forum schließen, will die Stadt nach derzeitigem Stand in den Räumen ein neues Foto-Museum eröffnen, das organisatorisch an das benachbarte Museum Kunstpalast angegliedert werden soll — eine Idee, die bei der Initiative für das NRW-Forum wie auch der Opposition bislang auf wenig Gegenliebe stieß. Von der Stadt heißt es, es handele sich nur um erste Gedanken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Prominente diskutieren über Erhalt des NRW-Forums

(RP/ila/top)