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Düsseldorf: Jetzt kommt auch noch "Pegida"

Düsseldorf : Jetzt kommt auch noch "Pegida"

Auf dem Platz des Landtags will "Pegida NRW Region Köln-Düsseldorf" am 25. Februar um 19 Uhr demonstrieren. "Jeder muss mit", heißt es im Aufruf. Marco Carta, der die Demonstration angemeldet hat, geht von 800 Teilnehmern aus. Ein Kooperationsgespräch mit der Polizei soll erst nach den Karnvalstagen stattfinden.

"Wir haben eine Stadt in NRW als Demo-Standort hinzugenommen", verkünden die Organisatoren im Internet und betonen, dass ihre Veranstaltung mit "Dügida" nichts zu tun habe. Diese Gruppe, die seit einigen Wochen mit zunehmend mehr Rechtsextremisten im Gefolge montagsabends in Düsseldorf aufmarschiert, hatte sich von der "Pegida"-Bewegung abgespalten. Ihre Wortführerin Melanie Dittmer war bis vor wenigen Wochen selbst an Cartas Stelle bei "Pegida" NRW, die nach Einschätzung des Verfassungsschutzes ebenfalls von Rechtsextremisten "zumindest unterwandert" ist.

Auf Dittmer, die sich in Köln, Bonn und Düsseldorf mit eigenen Kundgebungen gewissermaßen selbstständig machte, war bei "Pegida" zunächst Sebastian Nobile gefolgt, der dem Verfassungsschutz ebenfalls aus verschiedenen Gruppierungen in der rechtsextremen Szene bekannt war. Er gab den Job kürzlich "aus persönlichen Gründen" auf. Jetzt ist Marco Carta am Zug, der nach eigenen Angaben aus einem Unterstützerclub der Rocker-Gang "Bandidos" ausgestiegen ist.

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Der 49-Jährige hatte bereits mehrfach "Pegida"-Kundgebungen in Duisburg angeführt. Für seine "Nazis raus"-Rufe war er dort von Teilen des eigenen Anhangs heftig kritisiert worden. Für die Kundgebung in Düsseldorf hat Carta bereits klargestellt, dass "die Parteien NPD, die Rechte und nationalsozialistische Bewegungen nicht erwünscht" seien, Anhänger der Hooligan-Vereinigung Hogesa nur ohne Kutte kommen dürften. Damit trennt er sich klar von "Dügida" ab, deren Anhänger überwiegend aus diesen Lagern stammen.

Ob die "Pegida" in Düsseldorf nur eine Kundgebung halten will, oder ebenfalls einen Demonstrationszug durch die Stadt plant, ist noch offen. Cartas Äußerungen zufolge dürfte aber klar sein, dass sein neuer "Pegida"-Ableger nicht nur einmal in Düsseldorf demonstrieren will. Im Internet wird bereits darum gestritten welcher der beiden "gida"-Gruppen Düsseldorf gehöre.

(sg)