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Düsseldorf: Erste Adresse für Diplomaten

Internationales Düsseldorf : Erste Adresse für Diplomaten

Die NRW-Landeshauptstadt ist Sitz von immer mehr Generalkonsulaten - in diesem Jahr kommen China, Ungarn und Malta hinzu. Doch einen geeigneten Sitz zu finden, ist nicht immer leicht. Auch Umzüge gehören zum konsularischen Alltag.

Es ist beeindruckend, wenn einmal im Jahr im Düsseldorfer Rathaus die Riege der für Nordrhein-Westfalen zuständigen Konsuln zusammenkommt. Rund 70 hauptamtliche und Honorar-Diplomaten drängeln sich bei dem Empfang im Jan-Wellem-Saal. Manche reisen von Frankfurt oder Köln an, die meisten haben jedoch ihren Sitz direkt in Düsseldorf.

Die NRW-Landeshauptstadt hat mit knapp 20 Prozent den höchsten Ausländeranteil unter den Großstädten dieses Bundeslandes. Türken (13.807, Stand Ende 2012), Griechen (9755) und Polen (7831) bilden dabei die größten Gruppen. Aber am internationalen Wirtschaftsstandort sind auch Gemeinden wie die der Japaner (fast 6000) und China (knapp 3000), Frankreich (mehr als 3015) und USA (ca. 1600) stark vertreten.

Aktuell gibt es zwölf Adressen von Generalkonsulaten in Düsseldorf (siehe Grafik). Hinzu kommt das von China. Es hat zum 1. Februar erstmals in Düsseldorf seine Arbeit aufgenommen - ein wichtiges Signal, dass Düsseldorf als starker Wirtschaftsstandort gesehen wird. Was dem Generalkonsul Haiyang Feng und seinem zehnköpfigen Team noch fehlt, ist die offizielle Adresse. Denn es ist nicht einfach, in Düsseldorf eine Immobilie zu finden, die den Erfordernissen der Repräsentanz und Sicherheit entspricht. Ein Objekt in Oberkassel soll aber inzwischen in der engeren Wahl sein.

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Die diplomatische Vertretung von China wird in diesem Jahr nicht der einzige Neuzugang in Düsseldorf sein: In wenigen Wochen eröffnet Ungarn ein Generalkonsulat - es wird eine Rückkehr sein. "Wir haben schon Geschäftsräume", sagt Péter Ballai, als Generalkonsul in Berlin bisher auch für NRW zuständig. Die Adresse will er noch nicht sagen, es sei gerade alles in der Endabstimmung. Auch der Inselstaat Malta will dieses Jahr ein eigenes Generalkonsulat in Düsseldorf eröffnen.

Im türkischen Generalkonsulat, das derzeit als eines der letzten noch an der Cecilienallee in 1a-Lage mit Rheinblick residiert, bereitet man den großen Umzug vor: An der Willstätter Straße im linksrheinischen Heerdt hat man neu gebaut. Das Konsulat vergrößert sich von derzeit 900 auf dann 3200 Quadratmeter Nutzfläche. Auf dem großen Areal sind auch 100 Stellplätze für die Besucher vorgesehen. "Immerhin haben wir ein Einzugsgebiet mit rund 300.000 Türken", sagt Vize-Generalkonsulin Nesrin Tuncay. Das neue Gebäude sei fast fertig, der Umzug ist für Mitte April angesetzt.

Andere Generalkonsulate haben die Umzüge bereits hinter sich: Vor kurzem ist die britische Vertretung von der Yorkstraße in Derendorf an die Oststraße in Stadtmitte gezogen. Das griechische Generalkonsulat ist vergangenen Sommer von der Grafenberger Allee an den Bertha-von-Suttner-Platz hinter dem Hauptbahnhof gezogen. Der Grund war nicht nur die zentrale und gut erreichbare Lage - der neue Standort spart auch Kosten.

Kostengründe spielten bei manchen Umzügen eine Rolle: Die USA und Frankreich gaben vor einigen Jahren ihre Immobilien an der Cecilienallee auf und verkauften sie. Das US-Generalkonsulat sitzt seitdem an der Willi-Becker-Allee hinter dem Hauptbahnhof. Das Konsulat Frankreichs hat seinen Sitz nach einer Zwischenstation in der Carlstadt jetzt am Martin-Luther-Platz in der Innenstadt.

(RP)