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Düsseldorf: Pure Pastry-Konditore backen jetzt auch für die Nordstraße

Gastronomie in Düsseldorf : Pure Pastry backt jetzt auch für die Nordstraße

Die Pâtissiers Alexander Glagla und Robin Paes waren in einer TV-Backshow erfolgreich – und expandieren in ihrer Heimatstadt Düsseldorf. Den beiden liegt das französische Konditorhandwerk am Herzen.

Alexander Glagla und Robin Paes gehen immer noch die Herzen und auch die Mägen auf, wenn sie morgens in die Backstube kommen. Für die gelernten Konditoren von Pure Pastry ist der Biss in ein noch lauwarmes Croissant der perfekte Start in den Tag. Seit knapp fünf Jahren backen die Pâtissiers nun zusammen für Pure Pastry und verkaufen ihre süßen Waren auf dem Carlsplatz mit großem Erfolg.

Seit Mai dürfen sich auch die Kunden auf der Nordstraße über frische Törtchen, Pralinen, Gebäck, Kuchen, hausgemachtes Bioeis und Kaffee aus der eigenen Rösterei freuen. „Der Carlsplatz ist sehr schön, aber unser Chef hat in Pempelfort großes Potenzial gesehen, mehr von unseren Produkten zu verkaufen. Die Nordstraße ist noch eine der letzten richtigen Einkaufsstraßen in Düsseldorf“, sagt Paes.

Der neue Standort habe viele Vorteile. „Zum einen können wir bis 19 Uhr öffnen. Und es gibt viel Laufkundschaft. Das Beste ist aber, dass es ein Ladenlokal ist, und wir eine Ausstellungsfläche haben.“ Da seien die Außentemperaturen anders als auf dem Carlsplatz kein Problem. Gerade Croissants oder Brioches schmeckten, als wären sie vom Vortag, wenn sie bei minus fünf Grad zwei Stunden draußen liegen – „und das, obwohl sie frisch gebacken sind.“ Das Sortiment, zu dem natürlich auch der Düsseldorfer Kringel oder Kranz – jeder nennt ihn anders – gehört, ist das gleiche wie am Carlsplatz. Die Kundschaft finden die Pâtissiers allerdings etwas bodenständiger und auch umweltbewusster. „Bei der Verpackung gilt meist weniger ist mehr“, so Paes.

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In den letzten Wochen habe es einen regelrechten Ansturm auf Pure Pastry gegeben, erzählen die Betreiber. Ob es an der neuen Filiale liegt oder daran, dass das Duo bei der Sat.1-Show „Das große Backen – Die Profis“ teilgenommen hat, möchten die beiden nicht beurteilen. Viele positive Reaktionen auf die Sendung gab es auf jeden Fall. „Als ich letztens am Carlsplatz bei Pure Pastry vorbeikam, applaudierte mir sogar eine Frau“, sagt Paes und lacht. Den dritten Platz haben sich die Pâtissiers erobert und sind zufrieden damit. „Natürlich geht immer mehr. Aber wir haben es bis ins Finale geschafft, und das war mehr als wir erwartet haben“, findet Glagla. „Und wenn es um den Geschmack geht, sind wir die Sieger“, setzt Paes selbstbewusst hinzu. „Das ist für uns auch das Entscheidende.“

Die Erfahrung möchten die 31-Jährigen auf keinen Fall missen. „Das hat viel Spaß gemacht, auch wenn es oft lange Wartezeiten gab.“ Die erste Folge hätten sie übrigens ein wenig verkatert gemeistert, geben die beiden lachend zu. Mit den Konkurrenten habe man sich gut verstanden und auch nach der Show noch oft ausgetauscht. „Dem Olli (Oliver Gasser) werde ich in Südtirol auf jeden Fall einen Besuch abstatten“, so Paes. „Die wahren Helden sind für uns aber die Leute, die hinter den Kulissen gearbeitet haben. Die haben wirklich Tolles geleistet.“ Ein besonderes Erlebnis sei es gewesen, dem Pâtissier des Jahres, Christian Hümbs, bei der Pralinenherstellung zuschauen zu können. Über eine Sache kommen die beiden aber nicht hinweg. Der schwedische Hofkonditor Günther Koerffer habe ihre Produkte ständig mit Fleischwaren verglichen. „Wir haben einfach nicht verstanden wieso“, sagt Glagla verwundert.

Der Erfolg von Pure Pastry ist auch die Chemie zwischen den beiden Männern zurückzuführen, die auch bei den TV-Aufnahmen deutlich wurde. „Wir ergänzen uns sehr gut und verstehen uns blind. Zickereien gibt es gar nicht“, sagt Paes. Beide arbeiteten sehr ruhig, und wenn etwas schief gehe, regten sie sich nicht auf, sondern suchten gemeinsam nach Lösungen. „Im TV sind Pannen aber natürlich schon ärgerlicher. Wir wollen uns ja von unserer besten Seite präsentieren“, sagt Glagla. Teamwork sei auch in der heimischen Backstube angesagt. „Die Entwicklung neuer Produkte ist bei uns nicht nur Chefsache. Da werden auch die Auszubildenden kreativ. Jeder gibt seinen Senf dazu, um am Ende 120 Prozent rauszuholen“, erzählt Paes.

Demnächst möchten beide ihren Meister machen und ihren Namen noch weiter verbreiten. „Wir wollen die französische Pâtisserie mehr an den Mann bringen und Schwung in das angestaubte deutsche Konditorhandwerk bringen“, lautet ihr gemeinsamer Plan.