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Düsseldorf: Ein Osterlämmchen auf dem KInderbauernhof in Niederheid

Corona in Düsseldorf : Ein Osterlämmchen als Hoffnungsträger für den Kinderbauernhof

Christina Tschorn, die im Gutshof Niederheid den Kinderbauernhof betreibt, freut sich über Futterspenden für die Tiere. Bis zu den Sommerferien finden keine Termine auf dem Hof statt. Einige Pferde hat Tschorn schon verkauft.

Gerade in Zeiten wie diese sind sie wichtig, die besonderen Momente. Solche, die einen wissen lassen, es kommen auch wieder bessere Tage. Wegen der Corona-Pandemie (aber nicht nur) macht auch Christina Tschorn mit ihrem auf dem Gutshof Niederheid beheimateten Kinderbauernhof gerade harte Zeiten durch. Das Osterferienprogramm, das ihr sonst ein Drittel der Jahreseinnahmen beschert – ausgefallen wegen Covid-19, wie auch die Reitstunden. Doch während das Geschäft brachliegt, fressen die auf dem Hof lebenden Tiere, Pferde, Ponys, Ziegen, Kaninchen, Hühner und Schafe munter weiter. Am Ostermontag kam ein weiteres hungriges Mäulchen dazu, ein echtes Osterlämmchen, das aber noch zufrieden mit der Milch seiner Mutter ist. Es macht den menschlichen Hofbewohnern, Christina Tschorn und ihrer Familie, viel Freude.

Auf ihrer Internetseite hatte Tschorn vor einiger Zeit schon um Futterspenden für die Tiere gebeten, Möhren, Kopfsalate, Äpfel und trockenes Brot. „Die Resonanz war super“, erzählt sie. Jeden Tag stehen vor den Toren des Gutshofes nun Leckereien für die Tiere. „Letzthin hat uns ein Mädchen einen Brief mit fünf Euro aus seiner Spardose geschickt“, erzählt Tschorn, die überwältigt ist über den Zuspruch. Über den Verein Brücke 2000, der Maßnahmen zur sonderpädagogischer Förderung in Düsseldorf unterstützt und auch das therapeutische Reiten auf dem Kinderbauernhof fördert, sollen Spenden gesammelt werden, damit der Hof die finanzielle Krise übersteht. „Als das Angebot des Vereins kam, war ich froh. Wir können ja keine Spendengelder sammeln“, erläutert Tschorn.

Weil die Zukunft des Gutshofes nach wie vor ungewiss ist – die Stadt hat das Ende der Ausschreibungsfrist für potenzielle Investoren wegen Corona vom 20. April auf den 2. Juni verschoben – hatte Tschorn wegen der inzwischen seit fünf Jahren dauernden Ungewissheit reagieren müssen: Um handlungsfähig zu bleiben, hatte die Hofbetreiberin beschlossen, nach den Sommerferien den öffentlichen Reitbetrieb einzustellen und verstärkt auf pädagogische Angebote zu setzen. Weil sie dafür weniger Pferde benötigt, sollten 13 Tiere ein neues Zuhause finden. Wegen der Pandemie hat sie das schneller geregelt, um weniger hungrige Mäuler stopfen zu müssen. „Ich konnte die Pferde an Freunde, Bekannte und Reitschüler abgegeben.“ Sieben Pferde hat sie behalten, um das therapeutische Reiten weiterführen zu können.

Ob und unter welchen Voraussetzungen sie in den nächsten Wochen den Betrieb wieder aufnehmen kann, weiß sie noch nicht. Da wartet sie auf Vorgaben durch die Stadt. Sie hofft darauf, dass das Sommerferienprogramm stattfinden kann. Viele Eltern würden schon nachfragen, sagt sie. Sie vertröstet bislang alle auf Ende April/Anfang Mai.