Brause Düsseldorf: Demonstration nach Abriss des Kulturzentrums

Ehemaliges Vereinsheim in Düsseldorf : Demonstration nach Abriss der Brause

Rund 400 Teilnehmer protestierten gegen das Vorgehen des Investors, der dort Wohnungen errichten will. Wie es an der Baustelle in Düsseldorf-Bilk weitergeht, ist bislang unklar.

Die Team-Mitglieder des Kulturvereins Metzgerei Schnitzel waren positiv überrascht von der großen Unterstützung, die sie aus Bürgerschaft und Politik erhielten: Etwa 400 Menschen kamen am Samstag zu einer Demonstration gegen den Abriss des ehemaligen Vereinsheims, einer alten Tankstelle in Bilk.

Trotz eines laufenden Denkmalschutzverfahrens hatte der Investor Project Immobilien das Gebäude in der vergangenen Woche teilweise abreißen lassen, dort sollen Wohnungen entstehen. Die Stadt hatte die Arbeiten schließlich gestoppt. „Unser Ziel ist es, Aufmerksamkeit für das zu erregen, was hier vorgefallen ist“, sagt Sophie Würdemann vom Brause-Team: „Wir wollen, dass der Investor zur Rechenschaft gezogen wird.“

Sie wirft dem Unternehmen vor, das Gebäude widerrechtlich abgerissen zu haben – dort hat man bislang alle Vorwürfe bestritten und argumentiert, dass kein Bescheid zur Unterschutzstellung als Denkmal zugestellt worden sei.

Unterstützt von Mieterinitiativen, zogen die Demonstranten am Samstagabend von der Brause zum Worringer Platz. Der Zug endete vor dem Veranstaltungsraum Botschaft, der ebenfalls von Kulturvereinen genutzt wird. Auch diese Immobilie soll zu Wohnraum umgebaut werden. Die dagegen gegründete Bürgerinitiative schloss sich der Demonstration an.

Wie es an der Bilker Allee weitergeht, bleibt abzuwarten. Politiker und Verwaltung haben empört auf den Vorfall reagiert, Betroffene vermuten, der Investor nehme eine Strafe in Kauf, um den Denkmalschutzprozess zu torpedieren. Dieser hatte dem Verein zuletzt Hoffnung gegeben, in sein Kulturzentrum zurückkehren zu können.

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