Messerangriff in Düsseldorf: Frau nach Attacke in Straßenbahn schwer verletzt - Mordkommission eingerichtet

Messerangriff in Düsseldorf: Frau nach Attacke in Straßenbahn schwer verletzt - Mordkommission eingerichtet

In Düsseldorf-Flingern hat ein Mann am Mittwochmorgen eine Frau in einer Straßenbahn mit einem Messer verletzt. Der Täter ließ sich widerstandslos festnehmen, die Frau kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Polizei geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus.

Die genauen Umstände der Tat sind auch am Nachmittag weiterhin unklar. Der anscheinend geistig verwirrte Mann stieg gegen 8.15 Uhr in einer Straßenbahn der Linie 709 mit Fahrtrichtung Neuss. Augenzeugen zufolge soll er im Bereich der Haltestelle Flurstraße in Flingern ein Messer gezogen und die ihm unbekannte 27-Jährige erheblich verletzt haben.

Er soll dann die Bahn verlassen und sich vor einen Kiosk gesetzt haben. „Als ob überhaupt nichts gewesen wäre“, berichtet ein Augenzeuge. Viele Fahrgäste sollen schreiend und weinend aus der Bahn geflüchtet sein. Mehrere Zeugen wurden nach Angaben der Polizei von Notfallseelsorgern betreut.

Messerangriff in Düsseldorf: Mann greift Frau in Straßenbahn mit Messer an

Nach der Tat wurde der Mann von der Polizei festgenommen, er leistete keinen Widerstand, sagte eine Sprecherin der Polizei. Auch die Tatwaffe wurde sichergestellt. Es handelt sich bei dem Täter um einen Deutschen, einen 54-jährigen Düsseldorfer. Die Polizei geht derzeit von einem versuchten Tötungsdelikt aus, eine Mordkommission wurde eingerichtet.

Die verletzte Frau wurde ins Universitätsklinikum gebracht. Lebensgefahr besteht nach Angaben der Polizei nicht. Das bestätigte ein Sprecher der Uniklinik am Vormittag: Die Frau sei schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt.

Der mutmaßlich geistig verwirrte Tatverdächtige wird einem Gutachter vorgestellt und eine Unterbringung in einer forensischen Einrichtung geprüft.

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Kioskbesitzer war Zeuge des Geschehens

Zeuge des Geschehens war Dieter Gallus. Er arbeitet im Kiosk, der sich direkt an der Haltestelle befindet. Er hat den Täter beobachtet, wie er vor dem Eintreffen der Straßenbahn an der Haltestelle Flingern S auf dem Gehsteig hin- und herlief. Darin habe er sich nicht von anderen Passanten unterschieden, sei also nicht besonders hektisch gewesen. Er habe zu diesem Zeitpunkt auch nichts in der Hand gehabt.

Als die Bahn kam, sei er hinten eingestiegen und dann in der Bahn nach vorne gelaufen. „Dann habe ich die lauten Schreie der verletzten Frau gehört“, sagt Gallus. Fahrgäste seien aus der Bahn gelaufen. Der Täter sei mit dem Messer in der Hand auf ihn zugekommen und habe das Messer dann unter die Bahn geworfen. Anschließend habe er sich dann am Kiosk-Schaufenster auf eine Stufe gesetzt.

Gallus schätzt die Länge des Messers auf 25 Zentimeter. Er habe sich auf dem Gehsteig etwas von dem Mann wegbewegt und ihn dabei mit den Augen fixiert. Polizisten hätten sich dann genähert und dem Täter den Befehl gegeben, sich auf den Boden zu legen. Das habe dieser sofort getan.

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(csr/csh/ujr/mro)
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