Ausgefallene Efeu-Sorten: Kö-Graben: OB gefällt Gieses Idee

Ausgefallene Efeu-Sorten: Kö-Graben: OB gefällt Gieses Idee

Dirk Elbers besuchte die Pflanzen-Komponistin Tita Giese in ihrem Atelier mit großem Garten. Der Rathaus-Chef zeigte sich angetan von ihrem Vorschlag, den Kö-Graben mit ausgefallenen Efeu-Sorten zu bepflanzen. Auch ihr Konzept für das Umfeld der Libeskind-Bauten sei spannend.

Düsseldorfs Königsallee könnte bald um eine Attraktion reicher sein: einen Teppich aus Efeu auf hellem Grund auf den Böschungen des Grabens in der Mitte des Prachtboulevards. OB Dirk Elbers hat gestern das Atelier von Tita Giese besucht und sich ihre Idee für den Kö-Graben zeigen lassen. "Ich finde das spannend. Es scheint eine der wenigen Möglichkeiten für diese Stelle zu sein, die funktionieren könnte", sagte der Rathaus-Chef anschließend. Zudem sei es etwas Besonderes, das die Kö zusätzlich schmücken würde.

Vor die Libeskind-Bauten würde Giese geschwungenes Pflaster legen. Foto: Animation: Giese

Damit könnte der Dauer-Ärger um die nur schwer zu begrünenden steilen Ränder des Grabens ein Ende finden. Das Problem sind vor allem die dichten Kronen der Platanen, die im Sommer wenig Licht durchlassen. Die Stadt hat vieles versucht und einiges an Geld investiert. Zuletzt war auf 3600 Quadratmetern zwischen Bahn- und Steinstraße für 193 000 Euro Rollrasen verlegt worden. Doch auch der konnte dem Lichtmangel, Attacken von Dohlen und Bewässerungsproblemen nicht standhalten.

"Die einzige Pflanze, die unter diesen Bedingungen wächst, ist Efeu", sagt Giese. Elbers betonte zwar, "von Haus aus kein Freund von Efeu" zu sein. Aber Gieses Artenvielfalt habe ihn überzeugt. Die Künstlerin, die sich lieber Pflanzen-Komponistin nennt, züchtet in ihrem 1600 Quadratmeter großen Garten ausgefallene Gewächse aus aller Welt. Am Ende stehen Projekte wie der Bambus-Palmen-Pfad an der Berliner Allee oder die Yucca-Inseln auf dem Stresemannplatz. Die Vorteile des Efeu-Teppichs: Nach der Anpflanzung brauche er kaum Pflege, zudem hielten die Pflanzen Frost und starke Hitze aus.

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"Besonders der helle Untergrund aus Quarzsplit gefällt mir", sagte Elbers, der von seinen Fachdezernenten für Grün, Helga Stulgies, und Kultur, Hans-Georg Lohe, begleitet wurde. Zwei Probleme gelte es noch zu lösen: Zum einen die Rattenplage, die bereits jetzt rund um den Kö-Graben für Ärger sorgt. Giese kennt aber ein System, mit dem das Problem dauerhaft in den Griff zu kriegen sei, nannte aber keine Details. Der zweite Punkt ist die Finanzierung. Etwa 550 000 Euro müssen für die 6000 Quadratmeter Fläche veranschlagt werden. Er werde deshalb nicht nur mit der Politik, sondern auch mit den Kö-Anliegern sprechen, so Elbers. Schließlich gebe es ein gemeinsames Interesse, die Kö "als Aushängeschild der Stadt" zu stärken.

Mit Interesse ließ sich der OB auch präsentieren, wie Giese das Umfeld der Libeskind-Häuser gestalten würde: In das Hofgarten-Gewässer Landskrone will sie rote Seerosen setzen, am Ufer dazu pink blühende Magnolien und Clematis kombinieren. Über den Magnolien sollen winterharte, hoch wachsende Palmen wie an der Berliner Allee stehen. Und im Winter soll diese Szenerie kaum wahrnehmbar mit LED-Licht in Regenbogen-Farben beleuchtet werden.

Als Bodenbelag vor den geschwungenen Libeskind-Bauten schlägt sie eine ähnlich geformte "Unendlichkeits-Plattierung" aus Betonstein vor — das sei sogar günstiger als das jetzt geplante Grau ("das ist 60er Jahre Fashion House!"). Auch von den ausgewählten Bänken rät sie ab ("sehen aus wie Bad Neuenahr") und rät, die Steinstufen zum Sitzen zu verwenden. Elbers zeigte sich vor allem von der Internationalität der Pflanzen-Komposition begeistert. Giese soll ihre Konzepte nun auch vor den Rathaus-Politikern präsentieren.

(RP/jco)
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