Königsallee Kö-Graben: OB trifft Tita Giese

Düsseldorf · Die Künstlerin will dem Stadtoberhaupt in ihrem Atelier die Pläne für einen Teppich aus Efeu vorstellen. Damit will sie die Böschungen in der Mitte der Königsallee begrünen. Sämtliche Versuche mit Rasen waren bisher gescheitert.

 Tita Giese in ihrem Garten: Dort testet sie Pflanzen aus aller Welt.

Tita Giese in ihrem Garten: Dort testet sie Pflanzen aus aller Welt.

Foto: Bretz, Andreas

Die Kö ist die Prachtmeile Düsseldorfs. Nur ihr Zentrum, der bewässerte Graben mit den steilen Böschungen, passt nicht ins feine Bild. Die Ränder des Kö-Grabens bleiben in tristem Braun. Dabei hat die Stadt schon vieles versucht und einiges an Geld investiert, um die Mitte des Boulevards trotz der schattigen Platanen-Kronen zu begrünen. Doch dem Lichtmangel, Dohlen, die den Rasen aufrollen, und beschädigten Bewässerungsanlagen konnte auch der Rollrasen, der zuletzt auf 3000 Quadratmetern zwischen Bahn- und Steinstraße für 180.000 Euro verlegt worden ist, nicht standhalten.

Oberbürgermeister Dirk Elbers ist deshalb seit längerem verärgert und zeigt sich zunehmend interessiert an einem Vorschlag, den die Künstlerin Tita Giese vor drei Monaten präsentiert hat. "Ich werde sie nächste Woche in ihrem Atelier besuchen, mir Zeit nehmen und ihre Ideen vorstellen lassen", sagte Elbers gestern auf RP-Anfrage.

Giese, die in Düsseldorf bereits mit mehreren Pflanz-Projekten Zeichen gesetzt hat (u.a. Palmen und Bambus an der Berliner Allee, Yuccas auf dem Stresemannplatz), will den Kö-Graben mit einem Teppich aus Efeu begrünen. Das sei die einzige Pflanze, die unter den dichten Baumkronen wachsen könne. Dabei soll nicht gängiger Efeu zum Einsatz kommen; Giese denkt an ausgefallene Arten — zum Beispiel gemustert, sternförmig —, die sie in ihrem großen Garten in Derendorf testet. Der Untergrund soll mit hellem Quarzsplit (rollt nicht wie Kies) bedeckt werden, damit der Boden das spärliche Licht reflektiert.

All das will sich Elbers gemeinsam mit seinen Fachdezernenten Hans-Georg Lohe (Kultur) und Helga Stulgies (Grün und Umwelt) anschauen. "Ich habe in meinem Garten schattige Pflanzsituationen wie am Kö-Graben", sagt Giese.

Sie will dem Rathaus-Chef aber noch weitere Ideen vorstellen, die sie für die Innenstadt hat. Dazu gehört ihr Vorschlag für die Gestaltung des Umfelds der Libeskind-Häuser, die im Rahmen des ersten Bauabschnitts des Kö-Bogens entstehen.

In das Hofgarten-Gewässer Landskrone will sie rote Seerosen setzen, kombiniert dazu an Land pink blühende Magnolien und Clematis. Über den Magnolien sollen winterharte, hoch wachsende Palmen wie an der Berliner Allee stehen. Und im Winter soll diese Szenerie kaum wahrnehmbar mit LED-Licht in Regenbogen-Farben beleuchtet werden.

Für den Gustaf-Gründgens-Platz vor dem Schauspielhaus, der aus Gründen der Statik nicht bebaut werden darf, hat Giese ebenfalls einen Vorschlag: Eine Fläche aus Wasser, nur einige Zentimeter tief, auf der durch Wind Strukturen entstehen und die im Winter als Eislauffläche genutzt werden kann.

Elbers weiß nicht, ob ihn alles überzeugen wird, geht jedoch voller Offenheit in das Treffen: "Ich mag das, wenn jemand quer denkt."

(jco)