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Dormagen: Vier pfiffige Finder gegen den Fehlerteufel

Dormagen : Vier pfiffige Finder gegen den Fehlerteufel

Vier Dormagener erzählen, wie sie sich jeden Tag in ihrem Beruf auf Fehlersuche begeben – und auch Fehler finden.

Jedes Jahr werden Massen an Eiern bemalt und versteckt, die die Kinder dann am Ostersonntag suchen dürfen. Es gibt jedoch Menschen, die sich nicht nur am Osterfest mit dem Suchen beschäftigen. Jürgen Pannes etwa ist gelernter Fernmelder und technischer Verantwortlicher des EDV-Service Pannes. Jeden Tag bringen verzweifelte Kunden ihre Computer zu ihm, weil sie nicht mehr funktionieren. "Zunächst frage ich immer, was der Kunde gemacht hat. Weil die Antwort meistens nicht weiterhilft, begebe ich mich auf die Fehlersuche im Gerät", sagt der 59-Jährige. Gerade im EDV-Bereich werden zahlreiche Fehlermeldungen durch Viren verursacht. Doch so einfach ist es nicht immer: "Wichtig ist eine überlegte, systematische Fehlersuche, die jedoch viel Zeit in Anspruch nimmt", erklärt der Fachmann. "Oft arbeite ich mehrere Stunden lang konzentriert an dem defekten System, bis ich die Ursache des Problems entdeckt habe."

Lehrerin Kathrin Höhn sucht Fehler in den Klausuren ihrer Mathematik-Schüler. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Eine andere Art der Fehlersuche begegnet Kathrin Höhn in ihrem Beruf: Die 34-Jährige unterrichtet Mathematik und Sozialwissenschaften am Bettina-von-Arnim-Gymnasium. "Aus den Fehlern, die im Unterricht gemacht werden, sollen die Schüler lernen", sagt sie. Erst in den Klausuren können ihnen die Fehler zum Verhängnis werden – wenn die Lehrerin zu viele findet. "Meine Klassen liegen aber im guten Mittelfeld – die Tendenz geht eher nach oben", lobt Höhn. Meist brauche sie für die Korrektur von einem Satz Klassenarbeiten etwa sechs Stunden. Allerdings: "Auch in der Mathematik sind die Korrekturen nicht mehr unbedingt eindeutig. Es zählt nicht mehr nur das richtige Ergebnis, sondern auch der Weg", erklärt Kathrin Höhn.

Wolfgang Schieffer auf Fehlersuche: Der Elektriker prüft Anlagen von der Steckdose bis zum Schaltschrank. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Jeden Tag Ostereier suchen dürfen – das ist für viele Kinder ein unerfüllter Traum. Wolfgang Schieffer darf jeden Tag etwas suchen: "Als Elektriker mache ich Fehler oder Defekte in elektrischen Anlagen ausfindig. Überall, wo Strom fließt, entstehen Fehler", sagt er. Ruft ein Kunde ihn und seine Mitarbeiter zur Hilfe, gilt es, den Schaden schnell zu finden und zu beheben. "Wir arbeiten an allen Anlagen, von der kleinsten Steckdose bis hin zum großen Schaltschrank", sagt der 46-Jährige. Mal finde er den Fehler sofort, mal müsse er lange danach forschen und die Anlage aus verschiedenen Perspektiven untersuchen. "Grundsätzlich finden wir ihn aber immer, weil er eine technische Ursache hat." In diesem Jahr feiert sein Unternehmen, Schieffer Elektrotechnik, 50-jähriges Firmenjubiläum. Und auch wenn Wolfgang Schieffer ebenfalls schon einige Dienstjahre absolviert hat, wird ihm sein Beruf nicht langweilig: "Die Fehlersuche gehört dazu. Aber spannender ist es, neue Anlagen zu bauen – das machen wir auch", sagt er.

Wenn ein Rohrbruch das Haus unter Wasser setzt, findet Henrik Albrecht den Fehler. Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Heinz-Peter (61) und Henrik Albrecht (31) führen gemeinsam die Albrecht GmbH, die sich auf Sanitär, Heizung und Lüftung spezialisiert hat. "Heute ist die Fehlersuche, etwa bei Rohrbrüchen, leichter als noch vor einigen Jahren", sagt der Senior-Chef. "Während wir zuvor auf Fußbödenhöhe und unter der Decke die Wände öffnen mussten, um das Leck zu finden, rufen wir heute einen Thermografie-Experten zur Hilfe. So sieht das Haus nachher auch nicht aus wie ein Schweizer Käse." Bei Rohrbrüchen werden stets Hohlräume gesucht, in denen sich Wasser sammeln kann. "Nach einem bestimmten Schema werden die Abflüsse, alle Rosetten, Unterputzventile und Hohlräume hinter den Wasserzählern kontrolliert." Etwas anders werde bei Heizungsstörungen vorgegangen: "Der Klassiker ist, dass der Öltank leer ist", weiß Heinz-Peter Albrecht. "Es kommen aber auch eine Ölbrennerstörung oder eine defekte Fotolinse infrage." Gemeinsam mit zwölf Mitarbeitern begeben sich die Chefs jeden Tag aufs Neue auf Fehlersuche – "so wird es nie langweilig."

(NGZ)