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Dormagen: Fröhliches Familienfest mit Farbenspiel

Dormagen : Fröhliches Familienfest mit Farbenspiel

Ostern ist das höchste Fest im Kirchenkalender. Für viele Menschen sind die Feiertage von Karfreitag bis Ostermontag eine schöne Zeit, die es sich zu feiern lohnt. Eine Dormagener Familie berichtet über ihre Osterbräuche und Rituale.

Die Osterzeit bietet viele Rituale für die ganze Familie. Bräuche und Rituale, ob altbewährt oder selbstgemacht, stärken den Familienzusammenhalt und bereichern das Familienleben. In der Rheinfelder Familie Scharbaum-Detmer beginnen die Osterbräuche gerade erst, ihre Bedeutung zu entwickeln: Die kleine Mia ist zehn Monate alt und erlebt zum ersten Mal das Fest, um das sich religiöse Geschichten und volkstümliche Weisen drehen. Der vierjährige Jan weiß hingegen bereits genau, um was es geht: "Ich weiß, dass Jesus am Kreuz gestorben ist und wir Ostern feiern, weil er wieder auferstanden ist", sagt er selbstbewusst.

Bunt marmoriert, aber nicht essbar: Die Plastikeier werden an den Ostertagen zu dekorativem Beiwerk. Foto: L. Hammer

Ein Strauß Zweige, behangen mit bunten Ostereiern, weist darauf hin, und auch die kleinen Holzhäschen auf dem Esstisch signalisieren: Bald ist Ostern. Im Kindergarten "Farbenplanet" wurde Jan auf das höchste Fest im Kirchenkalender vorbereitet. "Dazu liest mein Mann Ralf eifrig mit Jan in der Kinderbibel. Außerdem gehen wir regelmäßig in den Kleinkindergottesdienst, damit die Kinder wissen, was es mit den religiösen Festen auf sich hat", sagt Mutter Elke Scharbaum-Detmer. In diesem Jahr färbt die 36-Jährige zum ersten Mal Ostereier mit ihren Kindern — und die haben sichtlich Spaß daran, hartgekochte Eier oder jene aus Plastik in die Farben zu tunken. Fasziniert bewundern sie die bunt marmorierten oder einfarbigen Ergebnisse, die sie in den nächsten Tagen nicht nur suchen, sondern auch essen dürfen. "Im vergangenen Jahr habe ich noch gefärbte Eier gekauft. Da war Jan noch zu klein, um das selbst zu machen. Auch jetzt muss ich ihn meist noch animieren", sagt Elke Scharbaum-Detmer.

Behutsam wird die Farbe in einen kleinen Topf gegeben, um anschließend die Eier hineinzutunken. Foto: Hammer, Linda

An die Osterfeste, die sie und ihre Schwester Claudia Scharbaum-Knapp gemeinsam mit ihren Eltern gefeiert haben, denkt sie gerne zurück: "Wir sind am Ostersonntag in die Kirche gegangen und haben anschließend im Garten die Eier gesucht. Außerdem wurde streng darauf geachtet, an Karfreitag kein Fleisch zu essen", erinnert sie sich. Daran hält sie sich noch heute. Obwohl sie zu bedenken gibt: "Als junger Erwachsener lebt man Ostern nicht so bewusst. Man freut sich zwar über die freien Tage und das leckere Essen bei der Mutter, aber mit den Kindern macht es mehr Spaß, die Bräuche und Rituale gemeinsam zu entdecken."

Wie die meisten Kinder verbindet auch Jan Ostern mit dem Osterhasen — und der versteckt nicht nur bunt gefärbte Eier, sondern auch Süßigkeiten und kleine Geschenke. "Die Kinder sind ganz erpicht darauf, die Verstecke aufzuspüren und können es kaum erwarten, bis es endlich soweit ist." Am Ostermontag wird die Familie gemeinsam den Kindergottesdienst in St. Michael besuchen. "Ein normaler Gottesdienst ist für die Kinder zu lang und sie verstehen nicht, was da vor sich geht", sagt die Mutter. An allen drei Feiertagen ist die Familie bei Verwandten eingeladen. "Die Kinder freuen sich, wenn die Familie zusammen kommt und sie mit den anderen Kindern toben können."

Ostern bedeutet für die Rheinfelder vor allem eines: Zeit für die Familie. "Es ist Zeit für gute Gespräche, für leckeres Essen und natürlich auch für Spiel und Spaß mit den Kindern", sagt Elke Scharbaum-Detmer. Ob der obligatorische Frühjahrsspaziergang, dem schon der Dichter Johann Wolfgang von Goethe ein Gedicht gewidmet hat, in diesem Jahr stattfinden wird, ist noch ungewiss: "Wenn nach Eier suchen, essen und spielen noch Zeit dafür bleibt und es nicht zu kalt ist, machen wir uns sicher auf den Weg."

(NGZ)