Dormagen: Seniorenresidenz schon ausgebucht

Dormagen : Seniorenresidenz schon ausgebucht

Noch haben die Bauarbeiten gar nicht richtig begonnen. Doch die 26 seniorengerechten Wohnungen, die in einem neuen Komplex an der Langemarkstraße entstehen sollen, sind sehr begehrt und bereits so gut wie vergeben.

Heinz Reimer hat allen Grund zur Zufriedenheit. Seit der Dormagener Stadtrat Ende Februar mehrheitlich den Weg frei gemacht hat für den lange umstrittenen Bau einer neuen Seniorenresidenz in der Innenstadt an der Langemarkstraße, läuft es rund für ihn und seinen Bruder Martin Hans Reimer, die Investoren des Projekts von der Reimer Bauten GmbH Dormagen.

Zum Beispiel in puncto Baustart für das dreiteilige Gebäude: Der werde plangemäß Ende April, Anfang Mai erfolgen, bestätigte Heinz Reimer auf Anfrage unserer Zeitung. Er rechnet mit einer Bauzeit von ungefähr anderthalb Jahren; die Fertigstellung der Seniorenresidenz zwischen Ehrenfriedhof und Kulturhaus ist für November 2014 vorgesehen.

Noch etwas dürfte den Investor freuen, der etwa 6,5 Millionen Euro in das Projekt stecken wird: Alle neuen 26 seniorengerechten Wohnungen sind schon für Interessenten reserviert und so gut wie vergeben — obwohl sie noch gar nicht gebaut sind. "Bei den Interessenten handelt es sich überwiegend um Ehepaare. Wir wollen Ende April die Kaufverträge abschließen", berichtet Heinz Reimer. Sollten potenzielle Käufer abspringen, werde man auf eine Liste zurückgreifen, auf die sich mögliche Nachrücker haben setzen lassen. Reimer: "Der Standort ist einfach ideal."

Den älteren Paaren und Einzelpersonen, die an der Langemarkstraße einziehen werden, stehen in ihrem neuen Domizil jeweils Drei-Zimmer-Wohnungen zur Verfügung. Ein großer Vorteil ist die Nähe zur Dormagener Innenstadt; Geschäfte, Apotheken und Arztpraxen sind gut zu Fuß zu erreichen.

Verzögerungen bei der Baumaßnahme, die auf einer Fläche von insgesamt 3200 Quadratmetern verwirklicht wird, sind laut Heinz Reimer nicht mehr zu erwarten, nachdem das Ansinnen der Bürgerinitiative "City-Smaragd", die Seniorenresidenz an diesem Standort zu verhindern, von der "Jamaika-Koalition" im Stadtrat durchkreuzt worden ist. Die Bürgerinitiative, die von Politikern aus SPD, Zentrum, Bürger für Dormagen und Linke Unterstützung bekommen hatte, wollte die Grünfläche im Zentrum möglichst unversehrt erhalten. Daraus wird nun nichts mehr, Bäume und andere Pflanzen sind inzwischen entfernt worden.

Der dadurch gewonnenen Freiraum ermöglicht es nun den Archäologen, ihre Arbeit auf dem Areal endgültig abzuschließen. Bei Grabungen waren mehr als 100 Stücke aus römischer Zeit, darunter Schmuck und Münzen, an der Langemarkstraße entdeckt worden. Nun gilt es für die Fachleute, noch einen letzten schmalen Streifen auf dem Gelände genauer unter die Lupe zu nehmen.

Heinz Reimer rechnet nicht damit, dass es dort noch zu überraschenden Funden kommen wird — und schon gar nicht damit, dass der Bau dadurch aufgehalten werden könnte. "Die Archäologen wissen eigentlich schon ziemlich genau, was sie dort noch ausgraben werden", sagt Reimer. Es handele sich wohl "nur" um alte Entwässerungsrohre, nicht aber um Mauerreste oder gar Schätze.

(NGZ/rl)
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