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Tsv Bayer Dormagen: TSV Bayer nimmt Favoritenrolle gerne an

Tsv Bayer Dormagen : TSV Bayer nimmt Favoritenrolle gerne an

Die Dormagener Drittliga-Handballer fahren morgen Abend zum Tabellenvorletzten nach Königshof.

Jörg Bohrmann ist Realist. Und von verbaler Taktiererei hält der 44 Jahre alte Handball-Lehrer eher weniger. So macht der Trainer des Drittligisten TSV Bayer Dormagen gar keinen Hehl aus seiner Zielsetzung für den morgigen Rückrundenstart (20 Uhr/Halle am Krefelder Maria-Sybilla-Merian-Gymnasium) beim SV Adler Königshof. "Wir nehmen die Favoritenrolle an und fahren dahin, um zu gewinnen", sagt Bohrmann angesichts der mageren fünf Punkte, die die Königshofer aus ihren ersten 15 Saisonspielen eingefahren haben.

Wie man die Adler schlägt, wissen die Dormagener ganz genau. Es war am ersten Spieltag, als das Bohrmann-Team schon einmal kurzen Prozess mit den Gästen aus Krefeld machte. 36:23 hieß es am Ende für den TSV, der gleich zu Saisonbeginn seinen bislang zweithöchsten Sieg der Serie einfuhr.

Dass seine Schützlinge den Gegner deswegen auf die leichte Schulter nehmen, glaubt der Trainer allerdings nicht: "Die Jungs sind hochkonzentriert und arbeiten im Training alle gut mit. Sie wissen, dass selbst 98 Prozent nicht reichen, wir müssen alles aus uns herausholen, um mit den zwei Punkten nach Hause fahren zu können."

Denn die heutigen Adler hätten mit der Truppe vom September nicht mehr viel zu tun. Schon Anfang Oktober sei die Veränderung spürbar gewesen. "Die haben ja nicht umsonst in Bielefeld gewonnen", sagt Bohrmann. Dazu hätte die Mannschaft vom Trainerwechsel im Dezember profitiert. "Jeder neue Trainer beflügelt erst einmal." Statt Hubert Krouß (früher auch beim Neusser HV und in Korschenbroich) sitzt nun Goran Sopov auf der Bank, der seitdem vor allem an der Kondition feilt. Weil diese zu Beginn der Saison nicht drittligareif war, brachen die Adler nach guter erster Hälfte häufig ein. Nun wurde zwischen den Jahren komplett durchtrainiert, um die Lücke zu den anderen Vereinen zu schließen.

Bei den Dormagenern sah das anders aus. Ein paar freie Tage gab es schon. Gepaart mit dem Verletzungspech, das dem Coach zu schaffen macht, geht der TSV nicht gerade unter optimalen Voraussetzungen in das Spiel. Moritz Preuß, Alexander Kübler und Frederic Rudloff sind angeschlagen. "Gerade im Abwehrbereich haben wir Probleme. Da müssen wieder die Jungen ran, die das in den vergangenen Wochen auch gut gemacht haben, aber eben noch nicht ganz so weit sind, dass sie Spiele alleine entscheiden können", weiß Bohrmann. So setzt er wieder auf den erst 17-jährigen Patrick Hüter aus dem A-Junioren-Bundesliga-Kader des TSV. "Er wird spielen", sagt Bohrmann, der unbedingt die Punkte holen will. Schließlich stehen danach mit dem Heimspiel gegen Spitzenreiter Wermelskirchen und dem Derby in Korschenbroich zwei ganz heiße Wochen an.

(Fortuna)