Lokalsport : Bayer nimmt Favoritenrolle an

3. Handball-Liga West: Gegen Neuling Bergische Panther soll am Sonntag dritter Saisonsieg her.

Björn Barthel redet nicht lange um den heißen Brei herum: "Wir sind der Favorit, und diese Rolle sollten wir auch annehmen", sagt der Handball-Geschäftsführer des TSV Bayer Dormagen vor dem zweiten Heimspiel der Saison in der Dritten Liga West, das zu - für Dormagener Verhältnisse - ungewöhnlicher Zeit am Sonntag um 17 Uhr im Bayer-Sportcenter angepfiffen wird.

Zu Gast ist dann Aufsteiger HSG Bergische Panther, eine Spielgemeinschaft aus Burscheider TG und TG Hilgen, die mit gleich drei ehemaligen Dormagenern anreisen: Während das Engagement von Abwehrspezialist Dirk van Walsem und Linkshänder Matthias Aschenbroich am Höhenberg schon längere Zeit zurückliegt, hat Kreisläufer Bastien Arnaud dort familiäre Wurzeln geschlagen und lebt weiterhin in Dormagen. Das Trio ist ordentlich in die neue Liga gestartet: Zum Auftakt gab es einen 29:27-Sieg beim VfL Gummersbach II, im ersten Heimspiel eine 24:28-Niederlage gegen die HSG Krefeld. "Wir haben uns gut verkauft und kämpferisch kann ich niemandem einen Vorwurf machen," meinte hernach Trainer Marcel Mutz, sah aber auch die Schwachpunkte: "16 Fehlwürfe und 18 technische Fehler kann man sich in dieser Liga und gegen einen solchen Gegner nicht erlauben."

Darauf setzen am Sonntag auch die Hausherren: "Wir müssen da weitermachen, wo wir nach den ersten dreißig Minuten in Ahlen aufgehört haben", sagt Barthel. Da hatten die Dormagener der SG mit ihrer 3-2-1-Deckung Rätsel aufgegeben und waren früh auf einen Zehn-Tore-Vorsprung (16:6, 20.) weggezogen. Dass die Partie anschließend verflachte und am Ende "nur" ein 33:28-Sieg auf dem Spielbericht stand, kann Barthel verschmerzen: "Die Jungs waren nicht mehr so konzentriert in der Chancenverwertung." Wichtig ist in den Augen des Handball-Geschäftsführers vielmehr, dass "nicht nur die Stimmung gut ist. Die Mannschaft zeigt Leidenschaft und Bereitschaft auch auf dem Spielfeld."

Allerdings sieht auch er noch deutlich Luft nach oben: "Die Mannschaft wächst zusammen, aber es passt noch nicht alles." Vor allem müssen die Dormagener lernen, Vorsprünge sicherer zu verwalten: Gegen Leichlingen gaben sie beim 25:24-Sieg im ersten Heimspiel einen 22:15-Vorsprung (49.) fast noch aus der Hand, in Ahlen schmolz der Zehn-Tore-Abstand schon bis zur Pause auf 19:13 zusammen. "So etwas passiert zwar auch Spitzenteams in der Ersten Liga", sagt Trainer Ulli Kriebel, "aber trotzdem müssen wir daran arbeiten."

Davon abgesehen bedeutete in seinen Augen das erste Auswärtsspiel unter seiner Regie "einen Schritt nach vorn. Wir mussten uns auf eine ungewohnte Situation einstellen", sagt er mit Blick auf die 4:2-Deckungsformation, mit der die Gastgeber versuchten, die Jugend-Nationalspieler Eloy Morante Maldonado und Lukas Stutzke aus dem Spiel zu nehmen, "und das haben wir ganz gut gelöst." Für Kriebel ist aber klar, "dass wir noch mehr Konstanz 'reinbringen müssen - gegen die Panther sind wir Favorit, aber danach kommen die dicken Brocken." Dann warten die Auswärtsaufgaben in Schalksmühle (16.) und Krefeld (22.) auf den TSV - und auch das vermeintliche Spitzenduell gegen den TuS Ferndorf (15. Oktober) ist nicht mehr allzu weit entfernt.

(NGZ)