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Dormagen: Renan Demirkan mischt sich ein

Dormagen : Renan Demirkan mischt sich ein

Die Schauspielerin und Autorin bereitete den Zuhörern einen unterhaltsamen Abend im Raphaelshaus. Sie diskutierte mit den Besuchern und las Passagen aus ihrem neuen Buch, in dem es um die gegenseitige Achtung geht.

Wie eine alte Bekannte wird Renan Demirkan im Raphaelshaus begrüßt. Schließlich verbindet die Schauspielerin und Autorin inzwischen eine langjährige Freundschaft mit dem Jugendhilfezentrum. Am Mittwochabend war sie erneut zu Gast in Dormagen und brachte ihr frisch veröffentlichtes Buch "Respekt" mit. Gemeinsam mit der Buchhandlung "seitenweise" hatte das Raphaelshaus zu einer Lesung eingeladen.

Der erste Weg der Autorin führte allerdings zunächst zu den Mädchen der Helen-Keller-Gruppe, die ebenfalls im Publikum saßen. Seit vielen Jahren ist Demirkan Patin der Gruppe und pflegt regelmäßigen Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen dort. Eine herzliche Begrüßung, ein kurzer Dank für die Urlaubsgrüße, dann erst ging sie auf die Bühne.

Die enge Verbindung nach Dormagen entstand 2001 durch Demirkans Buch "Der Mond, der Kühlschrank und ich — Heimkinder erzählen", an dem ein Junge aus dem Raphaelshaus mitgewirkt hatte. Seither ist sie auch den zahlreichen Freunden und Unterstützern des Hauses, die der Einladung zur Lesung gefolgt waren, keine Unbekannte mehr. In ihrem jüngsten Werk "Respekt — Heimweh nach Menschlichkeit" erzählt sie von eigenen, sehr persönlichen Erlebnissen rund um das Thema "Respekt". Sie beschreibt darin einen Wandel des Zeitgeists von allgemeiner Betroffenheit hin zur immer stärkeren Individualisierung innerhalb der Gesellschaft. Sie analysiert diese gesellschaftlichen Veränderungen und fragt nach den Gründen. "Kann Respekt unsere Gesellschaft zusammenhalten?", so die Kernfrage des Buches.

"Ich kann nicht anders, als mich einzumischen" gestand Demirkan und erzählt von ihren Studentenjahren in den 70ern, die sie sehr geprägt hätten. Damals sei jeder "irgendwie betroffen" gewesen und gegen Atomkraft oder Umweltverschmutzung auf die Straße gegangen. "Solidarität mit allen" — das sei der Zeitgeist dieser Jahre gewesen. "Zugegeben: Humor war dabei nicht unsere Stärke", so Demirkan. Heute hingegen hätten Demonstrationen meist mehr Eventcharakter als nachhaltige Wirkung.

Drei Passagen las die Autorin im Laufe des Abends aus ihrem Buch. Persönliche Erinnerungen, meist aus ihrer Schauspielkarriere, standen dabei im Mittelpunkt: Zum Abschluss kam auch das Publikum zu Wort. Renan Demirkan beantwortete Fragen und diskutierte mit den Zuhörern über deren Erfahrungen mit dem Thema Respekt und Betroffenheit.

(NGZ/ac)