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Dormagen: Netzwerk unterstützt Kinder

Dormagen : Netzwerk unterstützt Kinder

Die bisherige Präventionskette, die die Entwicklung eines Kindes vom Zeitraum vor der Geburt bis zum Ende der Grundschulzeit begleitet, soll in einem Modellprojekt auf die Zehn- bis 16-Jährigen erweitert werden.

Mit dem bundesweit beachteten "Dormagener Modell" hat die Stadt bewiesen, dass sie konzeptionell Familien helfen und mit einer Präventionskette durch die unterschiedlichsten Einrichtungen unterstützen kann. Es existiert also ein Netzwerk für Familien (NeFF), das jetzt weiter entwickelt wird. Das Modell NeFF II kümmert sich um Kinder, die von der Grundschule zur weiterführenden Schule wechseln, sowie um Jugendliche, die nach der weiterführenden Schule eine Ausbildung aufnehmen.

Dabei stehen nun zwei wichtige Lebensphasen von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt, die besonders für sozial benachteiligte junge Menschen aus bildungsfernen sowie aus armen Familien problematisch sind. "In der Grundschule sagen Lehrer und Eltern, das Kind schafft die Realschule oder das Gymnasium", sagt Jugenddezernent Gerd Trzeszkowski, "und nach zwei Jahren stellt sich raus, dass es nicht der Fall ist und das Kind zurück in die Real- oder Hauptschule muss."

Frühzeitig eingreifen, wenn es Probleme gibt, Hilfen anbieten. Um das Bestmögliche zu erreichen sollen die vorhandenen Hilfen und Netzwerke, "die die Lebenswelt des Kindes und des Jugendlichen betreffen", zusammengeführt werden, sagt Uwe Sandvoss, der NeFF II im Rathaus koordiniert. Er spricht auch von einem Wissenstransfer zwischen Schulen und Einrichtungen, der notwendig ist. Schon heute gibt es so genannte Lehrer-Sprechtage. Dort tauschen sich Lehrer, die Grundschüler abgeben, mit Klassenlehrern der aufnehmenden Schulen aus.

Ein anderer Baustein ist der "Dormagener Weg", bei dem Jugendamt, Internationaler Bund und Kreishandwerkerschaft kooperieren, um schwierige Jugendliche zu begleiten. Durchaus mit Erfolg: Jugendliche schaffen ihren Realschulabschluss und bekommen einen Startchance in die Praxis.

Jugendamtsleiterin Martina Hermann-Biert nennt Zahlen: "Vor anderthalb Jahren waren es rund 70 Jugendliche, die durchs Netz gefallen sind und ohne Schulabschluss und Lehrstelle dastehen." Zuletzt sprach das Jobcenter von hundert betroffenen Jugendlichen. "Wenn es in drei bis vier Jahren durch NeFF II nur noch 50 Jugendliche sind, wäre dies schon ein Erfolg", sagt Trzeszkowski. Das erste Teilziel ist niedrig angesetzt: Die jungen Leute sollen es zunächst einmal schaffen, strukturell zu lernen.

In einem nächsten Schritt innerhalb des Landesprogramms NeFF II wird es Workshops mit 40 bis 50 Teilnehmern aus den verschiedensten Bereichen geben. Danach wird die Arbeitsebene verkleinert. Personell werden keine neuen Stellen geschaffen, durch die Bezuschussung ergibt sich sogar eine Entlastung durch die Teilnahme.

(NGZ)