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Dormagen: Notarztmangel bald behoben

Dormagen : Notarztmangel bald behoben

Der Dormagener Rettungsdienst fährt pro Jahr fast 500 Einsätze im benachbarten Pulheim. In dieser Zeit war die Versorgung in Dormagen nicht sichergestellt. Bis April 2013 entsteht in Pulheim nun ein eigenes Notarztsystem.

Im Stadtgebiet von Dormagen steht 24 Stunden am Tag ein Krankenwagen mit einem Notarzt für schnelle medizinische Hilfe zur Verfügung: so weit zumindest die Theorie. Denn rund 500 Mal im Jahr muss der in Hackenbroich stationierte Krankenwagen über die Stadt- und Kreisgrenze hinüber ins benachbarte Pulheim. Doch diese Ausflüge sollen bald ein Ende haben.

Auf Druck des Rhein-Erft Kreises und der Bezirksregierung muss die Stadt Pulheim ein funktionierendes Notarztsystem für seine Bürger schaffen. Aufgrund von organisatorischen Schwierigkeiten in Pulheim soll der bei der Pulheimer Feuerwehrwache stationierte Rettungswagen erst im April 2013 seinen Dienst aufnehmen.

Neben Dormagen wird Pulheim derzeit von Köln und Frechen aus versorgt. "Die Dormagener Kräfte sind originär für den Rhein-Kreis Neuss zuständig", erklärt Hans-Joachim Klein, Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung beim Rhein-Kreis Neuss. "Da der Rhein-Erft Kreis aber keine vernünftige Versorgung des eigenen Gebietes zustande bekommt, helfen wir im Zuge der überamtlichen Hilfe aus."

Die Konsequenz aus diesen Einsätzen in Pulheim ist, dass in dieser Zeit kein Notarzt auf Dormagener Stadtgebiet zur Verfügung steht. "So sind fast 70 000 Menschen ohne notärztliche Versorgung", fügt Klein hinzu. Bei einer durchschnittlichen Einsatzdauer von fast zwei Stunden, sei das ein beträchtlicher Einschnitt in die notärztliche Versorgung in Dormagen.

Die Pläne, in Pulheim ein eigenes Notarztsystem zu etablieren, werden in Hackenbroich begrüßt. "Besonders bei Großereignissen wie Schützenfest oder Kirmes ist es wichtig, einen Notarzt auf Bereitschaft zu haben, der bei Notfällen nicht auch noch nach Pulheim fahren muss", sagt Klaus Mais, kaufmännischer Direktor in Hackenbroich. Für das Krankenhaus wird sich durch die Einrichtung einer eigenen Krankenwagen-Einheit in Pulheim nicht viel ändern, meint Mais: "Die Krankenwagen aus Pulheim werden auch weiterhin Hackenbroich anfahren."

Denn bei Notfällen müssen die Einsatzkräfte das nächstgelegene oder für die jeweilige Behandlung ausgestattete Krankenhaus anfahren. "Wir gehen davon aus, dass die Notärzte auch weiterhin in unverminderter Frequenz zu uns nach Hackenbroich fahren."

Auch bei der Dormagener Feuerwehr, bei der das Notarzteinsatzfahreug, wie es im Amtsdeutsch genannt wird, stationiert ist, freut man sich über die Neuigkeit. "Wir begrüßen die Entscheidung sehr. Es ist gut für die Dormagener wie auch für die Pulheimer Bürger", sagt Sabine Voss, Feuerwehrchefin.

(NGZ/rl)