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Dormagen: Der Bauherr der Moschee

Dormagen : Der Bauherr der Moschee

Wenn am Samstag in der mächtigen Baugrube an der Roseller Straße der Grundstein gelegt wird, dann steht Vereinsvorsitzende Dursun Pekdemir vor der Erfüllung eines großen Traums: eine neue Moschee.

Vielleicht wird es heute für Dursun Pekdemir einer der schönsten Tage in seinem Leben. Das hofft der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Dormagen. Denn heute Mittag wird der Grundstein für die neue Moschee auf dem vereinseigenen Gelände an der Roseller Straße gelegt. Ein Ereignis, auf das die rund 250 Mitglieder seit vielen Jahren warten. "Ich wünsche mir ein friedliches Fest", sagt Pekdemir, "ich hoffe, dass viele Dormagener kommen und mit uns feiern wollen".

Die Zahl der Gäste wird groß sein, denn nicht nur für den Dormagener Moschee-Vereine, der seit 1985 an der Roseller Straße ansässig ist, ist es ein großes Ereignis. Angesagt haben sich neben einigen religiösen Führern auch der türkischer Generalkonsul in Düsseldorf, Hakan Kivanc. Von städtischer Seite wird Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann an der Feier teilnehmen.

Seit über dreißig Jahren lebt Dursun Pekdemir in Deutschland. Er kam 1980 aus seiner Heimatstadt Trabzon am Schwarzen Meer nach Bonn an den Rhein. Dort lernte er erst die deutsche Sprache, studierte dann Betriebswirtschaft. Im letzten Semester hörte er allerdings vorzeitig auf, zu zeitintensiv waren die Belastungen in der jungen Familie mit den drei kleinen Söhnen (heute 25, 24 und 21 Jahre). Pekdemir arbeitete dann in einer Fabrik, die Stoßdämpfer herstellt, machte sich im Bereich Textilien selbständig.

Aber erst in Dormagen, wo er seit 1994 lebt, fand er den Beruf, den er mit Leib und Seele liebt: "Schon als Kind hat mich Chemie interessiert", erzählt er. "Ich hatte die Vorstellung, Atome und Elektronen sehen zu können. Geht leider nicht", sagt der Bayer-Chemikant mit einem Schmunzeln. Pekdemir, der seit 2000 die deutsche Staatsangehörigkeit hat, fühlt sich wohl: "Ja, das ist meine Stadt. Ich bin Dormagener."

Seit 2006 ist Pekdemir im Vorstand, seit vier Jahren der Vorsitzende. Gastfreundschaft wird groß geschrieben. Wer vorbei kommt, wird sofort eingeladen, einen Tee zu genießen, sich das Gelände und die jetzige Moschee anzusehen.

Die ist von außen als solche nicht zu erkennen, die typischen Ausprägungen mit Gebetsräumen und Plätzen für Vorbeter und Muezin liegen im Inneren. "Wir möchten eigentlich dort sein, wo die Menschen sind, nicht versteckt in einem Gewerbegebiet", sagt Pekdemir. Er möchte Berührungsängste überwinden, die Dormagener einladen. "Durch Stein und Mörtel ändert niemand seinen Glauben", sagt er.

Die neue Moschee wird einen 450 Quadratmeter großen Gebetsraum erhalten, nicht viel größer als jetzt. Neu wird die Kuppel und ein 21 Meter hohes Minarett sein. Die Aufregung versteht er nicht: "Wir möchten, dass unsere Moschee auch so aussieht wie eine Moschee und nicht wie eine ehemalige Autowerkstatt."

(NGZ)