1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Mann bedroht Schülerinnen

Dormagen : Mann bedroht Schülerinnen

Ein Mann mit Maske hat am Donnerstag auf einem Weg zwischen Hermann-Gmeiner-Schule und BvA zwei Schülerinnen der neunten Klasse mit einem Messer bedroht. Die Polizei fahndet nach dem Mann, die Schulleiter sind in Sorge.

Großes Polizeiaufgebot am Donnerstag Mittag am Schulzentrum: Die Beamten suchen einen maskierten Mann, der an der Bahnhofstraße eine Schülerin mit einem Messer bedroht hat. "Verletzt wurde niemand", bestätigt Polizeisprecherin Diane Drawe.

Zwei Neuntklässlerinnen der Hermann-Gmeiner-Schule waren gegen 12.25 Uhr auf dem Fußweg zwischen dem Bettina-von-Arnim-Gymnasium und der Hauptschule unterwegs, als sie einen Maskierten bemerkten, der aus Richtung Haberland-/Konrad-Adenauer-Straße kam. Wie die Polizei berichtet, vermuteten die Jugendlichen zunächst einen Scherz und lachten, worauf der Mann auf eins der Mädchen zuging, ein Klappmesser mit schwarzem Griff und schwarzer, etwa zehn bis zwölf Zentimeter langer Klinge zückte und sagte: "Lach nicht!"

Als die andere junge Frau den Maskierten wegzog und erklärte, über ihr Handy die Polizei zu rufen, flüchtete er in Richtung Bahnhof. Die Fahndung nach dem Maskierten verlief bisher erfolglos. Die Polizei war von der Hauptschule aus alarmiert worden, nachdem die beiden Neuntklässlerinnen ins Sekretariat der Hermann-Gmeiner-Schule gekommen waren.

Trotz der Attacke und der drei Streifenwagen vor Ort: Dramatisieren will Klaus Krützen den Vorgang nicht. Gleichwohl sagt er: "Das ist das erste Mal, das mir so etwas bekannt wird. Wir machen uns große Sorgen." Die beiden Schülerinnen seien aber wohl eher zufällig Opfer gewesen. "Das ist mehr im Vorbeigehen geschehen. Ich gehe davon aus, dass das nicht geplant war, sondern eine spontane Aktion."

Unter seinen Schülern sei Waffenbesitz kein Problem. "Ich gehe auch nicht davon aus, dass es ein Schüler unserer Schule war." Krützen will heute gezielt an seine Schüler appellieren, die Augen offen zu halten, besonders bei Personen, die nicht zur Schule gehören. Theodor Lindner, Schulleiter des benachbarten Bettina-von-Arnim-Gymnasiums, hatte zunächst nichts vom Polizeieinsatz mitbekommen und wollte den Vorgang ohne nähere Kenntnis nicht bewerten.

Zum Thema Sicherheit meint er: "Wir haben natürlich das Problem, dass wir uns in einem halboffenen Raum befinden — hier kann ja im Grunde jeder spazierengehen." Als geschützten Raum wolle er die Schule nicht bezeichnen: "Besonders sicher ist der Raum nicht. Aber: Schutz erkauft man sich auch immer mit Schutzmaßnahmen — und die sind auch nicht schön."

(NGZ)