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Dormagen: IG Deich befürchtet dramatische Schäden

Dormagen : IG Deich befürchtet dramatische Schäden

Der Streit um den maroden Deich zwischen Stürzelberg und Zons geht in die nächste Runde. Die Interessengemeinschaft (IG) Deich kündigte jetzt bei ihrer Mitgliederversammlung an, die Generalstaatsanwaltschaft einschalten und um eine Fortsetzung des Ermittlungsverfahrens bitten zu wollen. Im Kern geht es um die Suche nach verschwundenen Bauakten.

Zugleich setzt die IG Deich auch auf Schützenhilfe von NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Dass die Bauakten, aufgrund derer Schadensersatzansprüche begründet werden könnten, bei den beteiligten Behörden wie den Ingenieur- und Baufirmen nicht mehr auffindbar seien, bleibt für die Interessengemeinschaft aufklärungsbedürftig: "Es geht um das Hab und Gut sowie Leib und Leben von tausenden Menschen", betont Adolf Pamatat. Die durch das Gutachtend es Deichverbands zutage geförderten Schäden sind aus der Sicht von Franz-Josef Bauers "dramatisch". Zudem hätte die IG Deich gern gesehen, "dass der ganze Deich untersucht worden wäre."

Unverständlich ist den kritischen Bürgern, warum kein Drei-Zonen-Deich gewählt wurde, der seit 1989 Stand der Technik sei. Bei dem vorhandenen Deich handelt es sich um einen Zwei-Zonen-Deich, bei dem sowohl eine Dichtschürze als auch ein Dichtsporn fehlten, verwies Bauers auf technische Mängel. "Ich glaube, dass der Deich jetzt noch sicher ist", kommentiert Karl Kress die jüngste Äußerung von Deichgräf Eduard Breimann — wobei Kress freilich hinzufügt, dass "sich der Deich verändert, wie bei Begehungen festzustellen ist."

Nach einem Gespräch mit den Lokalpolitikern im Herbst habe es "bisher fast null Reaktion" gegeben, bedauert Wilfried Schellen. Voraussichtlich im Februar werde die IG Deich jedoch Gelegenheit haben, ihre Position im Hauptausschuss zu erläutern.

(NGZ)