Dormagen: Kämpfer gegen den Konverter in Gohr

Dormagen: Kämpfer gegen den Konverter in Gohr

Felix Bracher (43) ist einer der führenden Köpfe der Bürgerinitiative "Contra Konverter". Der Grund für sein Engagement: Er und seine Familie wohnen unweit des möglichen Standorts für das gigantische Bauwerk.

Die Entscheidung, sich in der Bürgerinitiative "Contra Konverter" zu engagieren, ist Felix Bracher überaus leicht gefallen. "Wir wohnen vis-à-vis des Umspannwerks, wo ein möglicher Standort für den Konverter wäre. Wir sind also direkt betroffen", sagt der verheiratete Vater zweier Töchter im Alter von neun und sechs Jahren.

Der 43-Jährige setzt sich erstmals in einer Bürgerinitiative ein und nimmt in dem für Öffentlichkeit und Pressearbeit zuständigen Team eine führende Rolle ein. Diese Aufgabe fiel ihm, André Rasslenberg und Peter Urban bei der Gründung der Initiative am 4. September zu, "weil es kein anderer übernehmen wollte" , verweist er auf den Zufall, der bei solchen Personalentscheidungen oft zunächst den Ausschlag gibt. Seither hat sich Felix Bracher mit viel Engagement in die Arbeit gestürzt und ist federführend an der Vorbereitung des für den 2. November (Sonntag) geplanten Protestmarschs der Konverter-Gegner beteiligt, der von Evinghoven nach Gohr führen soll.

Als Einzelner im Rampenlicht zu stehen, liegt ihm eigentlich fern, betont Felix Bracher doch stets, dass es viele Bürger seien, die sich engagierten. Dass er selbst einmal an vorderster Front in einer Bürgerinitiative im Rheinland mitwirken würde , ist Bracher wahrlich nicht an der Wiege gesungen worden. Geboren ist er nämlich in Stuttgart, und aufgewachsen ist er in Bayern. Seine Kindheit und Jugend hat Bracher in Tutzing am Starnberger See verbracht.

Dass von dort der Blick bis in die Alpen reicht, hat sicherlich seinen Anteil daran, dass Skifahren zu seinem womöglich größten Hobby geworden ist. "Ich mache relativ viel Sport, aber Skifahren ist dabei ganz wichtig", sagt Bracher, der dieser Leidenschaft zumeist in den Alpen frönt.

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Beruflich ist Felix Bracher als Berater für eine bankenunabhängige Vermögensverwaltung tätig. "Wir beraten mittelständische Familienunternehmer, wie sie ihr Geld anlegen können", verrät er. Dass hier langfristig gedacht werden muss, ist für ihn ein besonders augenfälliger Kontrast zu der nun einmal unmittelbar aktualitätsbezogenen und zunächst durchaus gewöhnungsbedürftigen Medienarbeit, die er seit einem Monat für die Bürgerinitiative leistet.

Ins Rheinland verschlagen hat es ihn vor 16 Jahren aus beruflichen Gründen. Im Dormagener Ortsteil Gohr lebt Felix Bracher mit seiner Familie inzwischen seit rund acht Jahren, und dort hat er auch ein Haus gebaut. Der Protestmarsch wird akribisch vorbereitet, unter anderem soll ein Shuttle-Dienst zwischen Evinghoven und Gohr eingerichtet werden, um die Teilnehmer zu transportieren.

Ihre Unterschriftenaktion gegen den Konverter hat die Bürgerinitiative inzwischen abgeschlossen, und das mit einem weit größeren Erfolg, als ihn Felix Bracher in einer ersten Einschätzung zunächst für möglich gehalten hatte. Bei allen Spekulationen um Kaarst als Favoriten für einen Konverter-Standort können diese ihm zufolge nicht darüber hinwegtäuschen, dass "wir gleichwohl einer der absoluten Favoritenstandorte sind".

Der Widerstand werde in Gohr jedoch nicht nachlassen, glaubt er und zeigt sich kämpferisch. "Amprion muss sich warm anziehen", sagt Bracher. Selbst, wenn die Standortentscheidung von Amprion für Gohr ausfallen sollte, werde der Kampf gegen einen Konverter fortgesetzt, "bis es nicht weiter geht", kündigt er an.

(S.M.)
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