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Dormagen: Bücherei-Mitarbeiterin reist um die halbe Welt

Dormagen : Bücherei-Mitarbeiterin reist um die halbe Welt

Sie hat eine zweijährige Auszeit genommen und ist u.a. durch Asien gereist. Nun arbeitet Alexandra Banowski wieder in der Stadtbücherei.

Kennengelernt hat sie viele nette Menschen, zu einigen besteht auch heute noch ein enger Kontakt. Gelernt habe sie, sagt sie, auf Luxus zu verzichten und sich von Alltagsgewohnheiten zu befreien. "Beispielsweise kann ich überall und zu sämtlichen Bedingungen schlafen, in Zügen oder Bussen, auf dem Boden in Zelten, wenn es dunkel, hell oder laut ist", erzählt sie und lacht. Zwei Jahre hat sich Alexandra Banowski, die als "Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste" in der Stadtbibliothek arbeitete, beurlauben lassen. Das war 2012 und hatte einen sehr traurigen Hintergrund. "2011 ist mein Partner gestorben. Danach konnte ich nicht einfach so weiter machen wie bisher", erzählt sie. Geplant war das zunächst für ein Jahr. Und das begann mit dem Buchen eines "One-Way-Tickets" nach Thailand. "Vorher war ich noch nie allein auf Reisen, schon gar nicht außerhalb Europas", erzählt die heute 32-Jährige, für die mit dem Flug nach Bangkok ein ganz außergewöhnliches Abenteuer begann. Sechs Wochen blieb sie in Thailand, reiste von dort nach Laos, wo ihr der Rucksack gestohlen wurde. "Ich hatte zum Glück noch meinen Reisepass", berichtet sie. Finanzielle Notunterstützung bekam sie erst einmal von zu Hause, auch ein Backpacker aus Polen, den sie kennengelernt hatte, unterstützte die Dormagenerin. Aufgeben kam für sie jedoch nicht in Frage. Sie kehrte nach Bangkok zurück, und als sie alle Papiere wieder zusammen hatte, ging es weiter nach Kambodscha und Vietnam.

Malaysia, Sri Lanka, Singapur, Bali - Orte, die Alexandra Banowski teilweise auch mit einer deutschen Freundin bereiste, waren die nächsten "Flecken", die sie erkundete. Und immer wieder war sie besonders beeindruckt von der Freundlichkeit der Einheimischen in allen Ländern. Anfang Oktober 2012 landete sie in Melbourne, traf dort den Bruder ihres verstorbenen Partners, der mit dem Ensemble der Berliner Schaubühne beim Melbourne-Festival auftrat. Nach einem "Abstecher" in Neuseeland schließlich entschloss sie sich, Weihnachten zu Hause zu verbringen. Mitte Januar dann startete sie nach Indien, wo sie sieben Wochen blieb. "Indien ist ein anstrengendes und überfülltes, wenngleich auch ein wunderschönes, freundliches und großartiges Land. Nach dieser Zeit hatte ich aber das Gefühl, wieder Platz für mich zu brauchen", sagt Alexandra. Sie ging zurück nach Thailand. Borneo, Indonesien, Myanmar waren weitere Stationen der Dormagenerin, wo sie unter anderem ihren Tauchschein machte und einen Vipassana-Meditationskurs besuchte. Finanziert hat sie die Reisen mit ihren Ersparnissen. "Ich bereue keinen Cent, den ich ausgegeben habe", sagt sie. Für das zweite Jahr allerdings besorgte sie sich ein Work-and-Travel-Visum für Australien, arbeitete dort als Kellnerin, in der Bäckerei des Kakadu-Nationalparks, und mit einer Slush-Eis- und Kebab-Bude reiste sie mit deren Besitzern und drei Freundinnen durchs Land. "Eine davon ist heute eine meiner besten Freundinnen."

Seit Juli arbeitet Alexandra Banowski wieder in der "Stabi". Obwohl ihr der Job sehr viel Spaß mache, sei es nicht einfach, nach "zwei Jahren Freiheit" wieder in ein geregeltes Leben zurückzufinden, meint sie. Und vielleicht zieht es sie irgendwann wieder in die Ferne...

(NGZ)