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Dormagen: Mehrheit lehnt Autos auf Kölner Straße ab

Dormagen : Mehrheit lehnt Autos auf Kölner Straße ab

Der Vorstoß der FDP, zeitweise Autoverkehr auf der nördlichen und südlichen Kölner Straße wieder zuzulassen, trifft nicht den Nerv der anderen Fraktionen. Über eine Belebung soll auch mit der Werbegemeinschaft gesprochen werden.

Als Flanier- und Einkaufsmeile ist die "Kö" den Dormagenern lieb und wichtig. Aber an den Außenrändern der Kölner Straße ist die Kundenfrequenz deutlich geringer. Dass die mit einem Fachmarktzentrum deutlicher größer wird, wird beispielsweise vom Einzelhandel bestritten. Die Kernfrage lautet: Wie können der Norden und Süden der "Kö" belebt und das Zuckerfabrikgelände an die Innenstadt angebunden werden? Eine Antwort liefert die FDP: Sie möchte gerne, dass die "Kö" in Teilbereichen wieder für den Autoverkehr geöffnet wird. Ein Ansinnen, für das sie bei den politischen Mitbewerbern zwar Aufmerksamkeit, aber keine Zustimmung erntete.

Mit Einbahnstraßenregelungen wollen die Liberalen zeitlich begrenzt Straßenverkehr wieder zulassen. "Das würde die Innenstadt beleben und zugleich mit einigen wenigen Parkplätzen vor der Tür noch attraktiver für Kunden werden", erklärte FDP-Fraktionsvorsitzender Karlheinz Meyer. Doch die Stadt ist dagegen. Die Technischen Betriebe Dormagen haben sich gegen veränderte Verkehrsregelungen und gegen die Schaffung der Parkflächen ausgesprochen und auf die Planungen für das Fachmarktzentrum hingewiesen: Eine Öffnung der südlichen und nördlichen Kölner Straße für den Pkw-Verkehr könnte der langfristigen Zielsetzung für die Entwicklung der Innenstadt entgegenlaufen. Insgesamt müsse die Innenstadt noch attraktiver gestaltet werden, wozu eine eigene Marke für die Innenstadt entwickelt werden soll. Unterstützt wird die FDP vom Werbegemeinschaftsvorsitzenden Frank Lemke, der noch im Frühjahr meinte, dass dies ein Thema sei, über das man diskutieren sollte. Denn ein Fachmarktzentrum werde kein Frequenzbringer sein.

Immerhin wurde der Vorstoß der FDP im Stadtrat einstimmig in den Planungs- und Umweltausschuss verwiesen, diskutiert wurde er trotzdem. CDU-Fraktionsvorsitzender André Heryschek vertrat die Auffassung der Verwaltung: "Die Kölner Straße hat als Kernfunktion die der Fußgängerzone und Einkaufsstraße, da würden wir ungern von zurückgehen." Er regte an, die weiteren Gespräche der Werbegemeinschaft mit der Stadt abzuwarten, bevor eine Entscheidung fallen sollte, die dann möglichst mit dem Fachmarktzentrum harmonisiere. Das sah SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt genauso, verstärkt durch das Problem des Park-Suchverkehrs: "Wenn wir dort Parkraum schaffen, wird jeder Autofahrer dort durchfahren, um einen der wenigen Parkplätze zu ergattern." Auch Schmitt wünschte sich für die südliche Kölner Straße eine bessere Lösung der Übergänge zum Fachmarktzentrum. "Das Ziel, die Innenstadt zu attraktivieren, ist zu unterstützen, aber nicht mit mehr Verkehr auf der Kölner Straße", meinte Schmitt. "Erlebniseinkauf mit Schlendern und Flanieren ist nur in der Fußgängerzone möglich", meinte Martin Pehé (Grüne). Gleichwohl bat Meyer darum, dass die südliche "Kö" noch mal genau angeschaut werden solle, damit die Fußgängerzone nicht abrupt am Kappesberg aufhöre.

(NGZ)