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Kardinal Joachim Meisner im Norbert-Gymnasium: "Für Opfer, Attentäter und Drahtzieher beten"

Kardinal Joachim Meisner im Norbert-Gymnasium : "Für Opfer, Attentäter und Drahtzieher beten"

"Da ist er! Da, mit der roten Kappe", tuschelten die Schüler auf dem Schulhof des Norbert-Gymnasiums, als der dunkle Wagen in Richtung Haupteingang rollte. "Er" ist Joachim Kardinal Meisner, der dem Knechtstedener Gymnasium Dienstag zum ersten Mal einen Besuch abstattete, um anschließend in der Basilika die Mittags-Vesper vor rund 700 Schülern zu halten. Neben den Knechtstedenern waren auch Klassen anderer Gymnasien zu Gast.

Die Ursulinenschule, das Irmgardis-Gymnasium und die Liebfrauenschule aus Köln, das St.-Ursula-Gymnasium aus Brühl und die St.-Joseph-Realschule aus Bad Honnef hatten Abordnungen geschickt. "In der Basilika war der Kardinal ja schon häufiger, aber bei uns im Gymnasium noch nie", freut sich Schulleiter Josef Zanders. Auf Fragen zu den Terror-Anschlägen am vergangenen Dienstag in den USA wollte Meisner nicht lange eingehen. Er schließe sich der Meinung des heiligen Vaters an, erklärte der Kardinal: "Zu diesen schrecklichen Ereignissen kann man eigentlich nichts sagen, dazu kann man nur schweigen. Wir werden für die Opfer, die Attentäter und die Drahtzieher beten", so Meisner, der sich dann anderen Fragen der jüngeren Schüler widmete und erklärte: "Die Jugend ist unsere Zukunft, und ich bin froh, wenn ich nicht immer nur mit so gescheiten Erwachsenen zusammen sein muss."

Bevor es gemeinsam in die benachbarte Basilika ging, nahm er sich deshalb noch einige Minuten Zeit, um mit den jüngeren Schülern zu plaudern. Er hörte den artig aufgesagten Begrüßungsworten zu, ging aber auch auf neugierige Fragen ein und wollte selbst von den Kindern wissen: "Wer war denn der heilige Norbert?" Schließlich tauschte er sogar kurz seine Kopfbedeckung gegen die Baseballkappe eines Schülers - und damit hatte er bei den Kindern bereits gewonnen, Dann aber drängte er auch schon zur Eile: "Kommt, die Glocken läuten ja schon", mahnte er die Schüler. In einem langen Zug gingen die Schüler dann in die Kirche hinüber und feierten gemeinsam die Vesper. Auch in seiner Predigt ging Meisner auf das Thema Eile ein.

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"Christen sollten eilen, wenn es um das Wort Gottes geht", so der Kardinal. Schulleiter Josef Zanders freute sich besonders über die Beliebtheit des Kardinals bei seinen Schülern: "Er predigt immer sehr kindernah und verständlich auch für die jüngeren Schüler." Am Nachmittag kehrte für die Schüler wieder Ruhe ein, der Kardinal schloss seinen Besuch mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken ab. Er hatte bereits am Samstag in der Basilika das Pontifikalamt zelebriert. Anlässlich des Tages der Orden gibt es in Knechtsteden die ganze Woche noch eine ganze Reihe von Veranstaltungen. feh

(NGZ)