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Drei neue Start-Ups bereichern die Gründerszene in Dormagen

Gründer in Dormagen : Mit Wachs und Harz gegen Plastikmüll

Die Gründerszene kommt nach Dormagen. Drei neue Start-Ups drängen mit kreativen Ideen auf den Markt.

Wie kann ich Lebensmittel verpacken und auf Plastiktüten und Aluminiumfolien verzichten? Die umweltfreundliche Alternative heißt Wachsling – made in Nievenheim. Jennifer Wetzel holt aus der Pappschachtel einen dunkelbraunen Gegenstand und faltet ihn auseinander. Das Tuch ist 37 mal 35 Zentimeter groß und etwas hart. „Wenn ich den Wachsling in die Hand nehme, wird er durch die Wärme formbar und ich kann ihn perfekt um mein Brot legen oder eine Schüssel mit Obst abdecken“, erklärt die 29-jährige.

Zusammen mit ihrem Mann hat sie die Wachslinge vor zwei Jahren bei einer Reise durch Neuseeland entdeckt. „Da kam uns die Idee, dass wir ein solches Produkt für Deutschland entwickeln“, sagt der 32-jährige Jannik Wetzel. Die Wachslinge bestehen aus zertifizierter Bio-Baumwolle, Bio-Kokosöl, Baumharz und Bienenwachs. Die nachwachsenden Rohstoffe kommen teilweise aus der Region. Das Wachs liefert unter anderem Janniks Opa, der Imker in Nievenheim ist.

In der einjährigen Entwicklungsphase stellt das Paar 2.000 Prototypen her. Rund 15.000 Wachstücher in drei Größen wurden mittlerweile in Handarbeit produziert und in Umlauf gebracht. Sie sind abwaschbar und können ein Jahr lang verwendet werden. Danach kann man die Verpackungen kompostieren oder in die braune Tonne werfen. „Es ist der ideale Kreislauf: Wir geben Mutter Natur wieder das zurück, was wir ihr entnommen haben“, betont Jannik Wetzel. Demnächst eröffnet das Start-up in Nievenheim einen eigenen Laden. Momentan sind die Wachslinge in Dormagen im Hit-Markt zu kaufen.

Auf dem Weg dorthin kommen manche am neuen Geschäft „Smart Aesthetics“ von Florian Stöcker in Horrem vorbei. Der 24-Jährige hat Juli 2019 Dormagens erstes und einziges Studio für Zahnbleaching eröffnet. Stöcker ist Kaufmann für Dialogmarketing und hatte in einem Vertriebsbüro gearbeitet. „Ich war unzufrieden und wollte mich selbstständig machen“, so Stöcker. Bei der Suche nach der richtigen Branche fiel ihm auf, dass immer mehr Menschen Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen.

Bleaching kommt von dem englischen Verb „to bleach“ für bleichen. „Um eine Aufhellung der Zähne zu bewirken, fülle ich eine Mundschiene mit Gel und setze sie dem Kunden ein“, erklärt der Unternehmer. Mit dem Licht einer Ultraviolett-Lampe wird das Wasserstoffperoxid im Gel zu einem chemischen Prozess angeregt, der die Zähne weißer macht. Eine Sitzung dauert 20 Minuten.

In den Umbau seines Geschäfts, die Einrichtung und das Marketing hat der Gründer bisher rund 20.000 Euro investiert. „Sauberkeit ist für mich das A und O“, sagt Florian Stöcker. Er hat eine Schulung im Bereich Hygiene absolviert und dafür ein Zertifikat erhalten. Bevor „Smart Aesthetics“ öffnete, gab es eine Abnahme durch das Gesundheitsamt.

Vor jeder Behandlung gibt es eine professionelle Beratung. „Das Ergebnis des kosmetischen Bleachings kann bis zu zwölf Monaten anhalten“, so Stöcker. Ein sympathisches Lächeln mit weißen Zähnen trage wesentlich zum persönlichen Wohlbefinden bei.

Im Bereich Wellness ist auch die KMK Spa GmbH von Sebastian Kalisz, Florian Mrosek und Marius Koy aktiv. Die Freunde haben den Fachhandel Spavital gegründet und verkaufen Whirlpools und Swim Spas. Das Wort Spa kommt aus dem Lateinischen, „Sanus Per Aquam“ und bedeutet „Gesund durch Wasser“. „Viele Menschen fühlen sich durch Beruf und Alltag gestresst und freuen sich, wenn sie im warmen Whirlpool entspannen und ihren Körper von Unterwasserstrahlen massieren lassen“, sagt der 34-jährige Sebastian Kalisz.

Für die Eigenmarke „Flow Spa“ hat das Start-up selber die Vorgaben entwickelt und lässt die Hightech-Becken von namhaften Firmen herstellen. „Wir kommen zu den Kunden nach Hause und beraten sie, wo und wie man die Wellnesswannen am besten errichtet“, betont der 35-jährige Marius Koy.

Außerdem entwickeln sie neue Technologien. „Wer kein Chlor für die Poolreinigung verwenden möchte, dem bieten wir unseren Ionizer an, der das Wasser durch Kupfer-Ionisierung desinfiziert“, erklärt Kalisz. Ihr Gerät kann sogar mit einer Handy-App gesteuert werden. In der eigenen Ausstellungshalle in St. Peter stehen acht Whirlpools, die getestet werden können.