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Dormagen und Rommerskirchen: Rathäuser treiben Digitalisierung voran

Dormagen und Rommerskirchen : Rathäuser treiben Digitalisierung voran

Künftig soll es in Dormagen möglich sein, Schützen- oder Karnevals-Veranstaltungen digital genehmigt zu bekommen. In Rommerskirchen ist die Einrichtung eines Bürger-Service-Portals geplant.

Wer eine Eintrittskarte für ein Theaterstück kaufen will, der muss nicht mehr ins städtische Kulturbüro an der Langemarkstraße gehen. Wer einen Betreuungsplatz für sein Kind benötigt, muss nicht mehr von einer zur anderen Kindertagesstätte laufen. Längst haben die Städte und Gemeinden nicht nur interne Abläufe, sondern auch viele Dienstleistungsangebote für den Bürger so digitalisiert, dass dieser sie bequem von zu Hause aus abrufen kann. Das bestehende Angebot ist dabei erst der Anfang, die Vereinfachung wird weiter vorangetrieben. Ein Beispiel aus dem Dormagener Rathaus: Dort wird am Einsatz einer Software gearbeitet, mit der Vereine und Dritte die Ausrichtungen von Veranstaltungen online genehmigen lassen können.

Die Abläufe in der Stadtverwaltung und bei den Tochterunternehmen haben sich durch die Digitalisierung stark verändert und vereinfacht. Stadtsprecher Max Laufer erläutert: „In der Stadtverwaltung, inklusive der Technischen Betriebe Dormagen und der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, sind inzwischen über hundert Anwendungen für die unterschiedlichen Aufgaben der genannten Bereiche im Einsatz. Ein Drittel der Anwendungen wird für Leistungen gegenüber dem Bürger bzw. Unternehmen eingesetzt.“ Im Detail sieht das dann so aus, dass einige Anwendungen inzwischen auch als „Cloud-Lösungen“ genutzt werden. So ist zum Beispiel der viel genutzte Mängelmelder eine der ersten Cloud-Anwendungen der Stadt Dormagen gewesen. Laufer: „Das Open-Data-Portal stellt eine Vielzahl von Daten benutzerfreundlich intern und extern zur Verfügung.“

Die Bereiche, in denen sich der Bürgerservice stark verändert hat, sind sehr verschieden. Auch für die interne Arbeit enorm wichtig ist der Kita-Navigator, der im Herbst 2015 installiert wurde und bei dem sich Eltern für das am 1. August 2016 beginnende Kita-Jahr erstmals um Plätze bewerben konnten. Seit 1. Dezember 2017 ist dies auch in Rommerskirchen möglich. Ein weiterer zentraler, publikumswirksamer Bereich ist die Kultur. Bei der Stadtbibliothek ist die Verlängerung der Ausleihen oder die Online-Ausleihe von digitalen Medien möglich. Bei der Volkshochschule lassen sich Kurse ebenfalls online buchen. Hinzu kommt seit einiger Zeit das Online-Ticketing des Kulturbüros. Dienstleistungen, die dem Bürger ganz konkret den Weg ins Rathaus ersparen. Darüber hinaus sind inzwischen eine Vielzahl von Informationen zu Dienstleistungen der Verwaltung transparent dargestellt und das Herunterladen oder Ausdrucken von Formularen möglich.

Konkret geplant für dieses und die nächsten Jahre neben dem Einsatz einer Software zur Genehmigung von Veranstaltungen unter anderem auch die Einführung einer Online-Terminvereinbarung für publikumsintensive Bereiche. Online soll es auch eine Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung im Rahmen der Bauleitplanung geben.

Insgesamt stehen in Dormagen diese Anwendungen zur Verfügung: Virtuelles Rathaus auf der Homepage, Mängelmelder, Ratsinformationssystem, Onlineservice Stadtbibliothek, Wahlinformationen, Abfallkalender, Social Media (Facebook, Instagram, Integreat (App für Flüchtlinge & Helfer), VHS-Anmeldungen, OpenData Dormagen,  Fundamt, Kita-Navigator, Theaterkartenverkauf.

Bei Nachbar Rommerskirchen ist für Ende dieses Jahres, spätestens Anfang 2021 die Bereitstellung eines Bürger-Service-Portals geplant. „Dieses wird natürlich den Bürgern, aber auch den Verwaltungsmitarbeitern den ,Behördengang’ deutlich erleichtern“, sagt Pressedezernent Elmar Gasten. Im Rathaus hat man die Erfahrung gemacht, dass vor allem die digitale Bereitstellung von allen Informationen zu Grundstücken, die zum Verkauf stehen, von ,Kunden’ sehr gut angenommen wird. Dabei können Interessierte sich über Bauleitpläne im Verfahren und über rechtskräftige Bebauungspläne informieren. Ebenso gibt es eine interaktive Übersicht über Bebauungspläne im Gemeindegebiet. Im Herbst 2014 führte die Gemeinde den „Mängelmelder“ ein. Ein Erfolgsmodell: Wurde der Mängelmelder im ersten Jahr mit 73 Eingaben noch selten in Anspruch genommen, so steigerte sich die Zahl der Meldungen von circa 200 in 2016 und 2017 auf über 300 in 2019. Von den bisher insgesamt eingegangenen fast 1100 Mängelmeldungen wurden 95 Prozent – „meist zeitnah“, so Gasten – bereits erledigt.

Laut Aussage des Gemeindesprechers lassen sich immer mehr Verwaltungsprozesse in digitalen Verfahren oder im sogenannten E-Government abbilden. „Viele der Verfahren sind für die Kommunen freiwillig, andere verpflichtend. Freiwillig oder nicht – die Einführung des E-Government in den Kommunalverwaltungen ist sinnvoll und zukunftsgerecht. Daher hat die Gemeinde sich bereits frühzeitig mit dem Thema befasst.“

Der Autor Klaus Schumilas kommentiert hier.