1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Nachhaltigkeit in Dormagen: Wenn die Umwelt Schule macht.

Nachhaltigkeit in Dormagen : Wenn die Umwelt Schule macht

An allen drei Dormagener Gymnasien engagieren sich Schüler mit einer Vielzahl von Projekten um das Thema Nachhaltigkeit.

Zu viel Plastik, übermäßige Verschwendung, und ein geringes Umweltbewusstsein – das sind die Herausforderungen, denen sich die Elftklässler des Projektkurses „Leibniz grüner denken“ am Leibniz-Gymnasium in Hackenbroich im Laufe des Schuljahres stellen wollen. „Wir wollen, dass jeder ein ökologisch nachhaltigeres Bewusstsein entwickelt“, erklärt Projektteilnehmerin Layalini Chandrakumar. Umwelt, Ökologie, Nachhaltigkeit – Begriffe, die an allen drei Dormagener Gymnasien bedeutsam sind und mit diversen Projekten verfolgt werden.

Leibniz-Gymnasium Dort finden sich die zwölf Oberstufenschüler regelmäßig mit ihren Projektkursleitern Nicole Kassanke und Micha Skorzenski zusammen und arbeiten gemeinsam an Lösungen. Eines ihrer Ziele lautet, Wasserspender einzuführen, um den Kauf von Plastikflaschen einzuschränken. Idealerweise sollen die Schüler zum Wiederauffüllen Mehrwegflaschen benutzen, weshalb der Projektkurs auch daran arbeiten, eine offizielle Schulflasche einzuführen. Ein weiteres Ziel ist es, den Verpackungswahn, wie die Schüler es selbst bezeichnen, in der schuleigenen Cafeteria zu beenden und einen „Zero-Waste-Tag“ einzuführen. Ganz besonders wichtig ist den Schülern des Projektkurses, etwas in den Köpfen der Mitschüler und Lehrer zu verändern. Dafür sind die Schüler bereits mit einem Rundlauf durch die verschiedenen Klassen gezogen. Vor allem die Jüngeren zeigten sich von ihren Ideen begeistert. „Jüngere Klassen können meist eher erreicht werden als ältere“, stellt Lehrerin Kassanke fest.

Die Idee für den in diesem Schuljahr erstmals angebotenen Projektkurs entwickelte sich, als Englischlehrerin Kassanke mit ihren Schülern den Film „Bottled Life“ anschaute, in dem das fragwürdige Geschäft großer Firmen, Grundwasser in Plastikflaschen abzufüllen, näher durchleuchtet wird. Da das Thema bei Lehrern sowie Schülern auf offene Ohren stieß und intensiven Diskussionsstoff lieferte, war der Schritt zum Projektkurs nicht weit entfernt.

Im „Gartenlabor“ bauen die BvA-Schüler Gemüse an. Foto: BvA

Dass die Ideen jedoch zumeist schneller da sind, als sie umgesetzt werden können, haben die Schüler auf dem harten Weg schnell in Erfahrung bringen müssen. „Es geht leider alles nicht so schnell voran wie gedacht“, findet Schülerin Nuria Winkler. Aber: „Durch die vielen kleinen Ziele erreicht man am Ende sein großes Ziel“, ist Kursteilnehmerin Laura Sponagel überzeugt.

Norbert-Gymnasium Ein starkes Engagement gibt es auch am NGK in Knechtsteden. Da setzte die Schule im vergangenen Jahr mit der offiziell erlaubten Teilnahme von Schülern an der „Fridays for Future“-Demonstration in Köln einen Akzent. „Als christliche Schule wird bei uns der Schöpfungsgedanke als eine Grundlage des Menschenbildes gesehen“, sagt Schulleiter Johannes Gillrath. „Da ist es eine logische Konsequenz, dass wir eine solche Teilnahme unterstützen, wenn sich Menschen dafür einsetzen.“ Am NGK besteht seitdem eine sehr aktive „Fridays-For-Future-Gruppe“, die von Lehrer Ben von Berg begleitet wird. Sie kooperiert mit der Dormagener Ortsgruppe des BUND, die das „Klasse-Klima-Projekt“ unterstützt. Am 12. Februar wird das mit großem Aufwand betriebene Thema „Auf der Arche und kurz vor 12“ offiziell vorgestellt. In Planung ist ein „Veggie-Day“, wo einmal in der Woche bewusst saisonales und fleischloses Essen mit regionalen Zutaten angeboten werden soll. Geplant ist ebenso eine „Kleidertausch-Party“, fest gebucht ist die erneute Teilnahme am Sauberhaft-Tag der Stadt. Die vor wenigen Monaten von Schülern konzipierte „Ocean-Bottle“, mit der der Gebrauch von Plastikflaschen reduziert werden soll, ist bereits 350 Mal verkauft worden.

Bettina-von-Arnim-Gymnasium Während das NGK schon lange „Fairtrade-Schule“ ist und eine eigene Schülerfirma betreibt, ist das BvA im vergangenen Jahr als solche zertifiziert worden. Um Prozesse rund um das Thema Ernährung hautnah kennenzulernen und nachzuvollziehen, wurde ein „Gartenlabor“ angelegt. Dort haben Schüler Kartoffeln, Bohnen oder Zwiebeln angepflanzt. Die Erträge werden auch verkauft. Beim internationalen Erasmus-Projekt, in dem das BvA eine Projektkooperation mit Schulen in Frankreich, Finnland und Spanien eingegangen ist und diese auch besucht, sind diese Schüler aufgefordert, für Ausgleich zu sorgen: „Wer fliegt, muss an anderer Stelle einen Baum pflanzen“, erklärt Schulleiter Theodor Lindner. Aber nicht nur die Schüler sind aktiv, ein besonderer Impuls kommt auch aus der Elternschaft: So hat die Schulpflegschaft beschlossen, bei schuleigenen Veranstaltungen künftig auf Plastikgeschirr zu verzichten. Stattdessen wird Porzellan-Geschirr angeschafft.