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Dormagen: Reservisten erkunden alten Eisenbahntunnel

Kameradschaft aus Dormagen : Reservisten erkunden Militärhistorie

Eine militärhistorische Exkursion führte die Gruppe aus Dormagen Richtung Erpel. Dort wurde unter anderem der aus dem Film „Die Brücke von Remagen“ bekannte Eisenbahntunnel besucht.

(ssc) Hochwasserschutz, Fürsorge für Kriegsgräber, Friedhofsreinigungen – die Reservistenkameradschaft Dormagen engagiert sich auf vielfältige Art und Weise für das Gemeinwesen. Doch auch gemeinsame Unternehmungen kommen nicht zu kurz, und mitunter dienen sie auch der Information und der staatsbürgerlichen Bildung. Das galt sicherlich auch jetzt für die militärhistorische Exkursion zur V1-Abschussrampe ins Kasbachtal und für die Besichtigung des Eisenbahntunnels bei Erpel, der aus dem Film „Die Brücke von Remagen“ bekannt ist. Der Tunnel befindet sich unterhalb der der Erpeler Ley, einem bekannten Ausflugsziel.

Die Reservistenkameradschaft wurde vor Ort von Edgar Neustein, dem Vorsitzenden von „ad Erpelle/Kunst- und Kulturkreis Erpel", empfangen. Er leitete die Führung durch den Eisenbahntunnel, der sich an die Remagener Rheinbrücke, der ehemaligen Ludendorff-Brücke, anschließt. Neustein erinnerte an das einzige Todesopfer des Gefechts – im Gegensatz zu dem, was im Film dargestellt wird.

Im weiteren Verlauf des Tages suchten die Reservisten aus Dormagen im nahegelegenen Kasbachtal bei Linz in den Wäldern die Überbleibsel der Grundmauern von drei V-1-Abschussrampen auf. Anhand von Grundskizzen und des Aufbaus einer Abschussrampe (mit Rampe, Treibstofflagern, Unterkunftsbereich, Zufahrt und Wendeplatz) beschrieb das Reservistenkameradschaftsmitglied Rainer Hellberg die Lage. Letztendlich legten die Dormagener gut 15 Kilometer zu Fuß zurück.

Zur Erinnerung: Im März 1945 standen amerikanische Soldaten vor dem Rhein. Nach der Sprengung der Oberkasseler Brücke bei Bonn war die Brücke bei Remagen der letzte intakte Übergang. Als es der Wehrmacht nicht gelingt, auch diesen zu sprengen, überquerten innerhalb von 24 Stunden 8000 Soldaten den Rhein in Richtung Ostufer. Die Eroberung gilt als das „Wunder von Remagen" und erleichterte den Vormarsch der westlichen Alliierten, bis die Brücke zehn Tage später schließlich einstürzte.

Auf der linksrheinischen Seite des Rheins wurde in den späteren Jahren in den beiden Brückenportalen ab dem 7. März 1980 das Friedensmuseum untergebracht. Rechtsrheinisch befindet sich in unmittelbarer Nähe der dortigen Brückenportale der Eingang in den damaligen Eisenbahntunnel unterhalb der Erpeler Ley, der in Kriegszeiten aufgrund des Schlieffen-Plans für die Ostwestverbindung militärisch für die Truppen- und Materialtransporte so wichtig war. Im späteren Verlauf suchte ein Teil der Bevölkerung damals immer wieder Zuflucht in diesem Tunnel, wegen der anhaltenden Bombenangriffe durch die Amerikaner.