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Vorfall mit Silagesickersaft in Voerde: 350 Meter Mommbach verschmutzt

Neue Fakten zum jüngsten Umwelt-Vorfall : Silage-Sickersaft kam aus Rüben – 350 Meter Mommbach verschmutzt

Es gibt neue Fakten im jüngsten Fall von Gewässerverunreinigung im Naturschutzgebiet. Der Kreis Wesel beschreibt, was bei der Silage-Lagerung falsch gemacht wurde und welchen Weg die Flüssigkeit genommen hat.

Der Kreis Wesel hat auf Anfrage Einzelheiten zur jüngsten Kostenpflichtiger Inhalt Verschmutzung des Mommbachs mit einer großen Menge Silage-Sickersaft herausgegeben. Demnach wurde an der mutmaßlich verantwortlichen Hofstelle die Silage aus Rüben „abgedeckt auf einer Siloplatte gelagert, welche den heutigen Stand der Technik nicht mehr erfüllt“, erläutert der Kreis. 

„Aus der Rübenmiete trat Silage-Sickersaft aus und floss dem Gefälle folgend über die befestigte Hoffläche, sodann über unbefestigte Fläche in die angrenzende Weide in Richtung eines Bahnseitengrabens und von dort aus in den Mommbach.“ Die Örtlichkeit entsprach nach Angaben des Kreises nicht den rechtlichen Vorgaben über  Beschaffenheit und Betrieb solcher Anlagen. „Die Platte muss dauerhaft dicht sein und der anfallende Silage-Sickersaft und das verunreinigte Niederschlagswasser sind vollständig aufzufangen und in dafür vorgesehene Behälter zu leiten.“

Seit wann die Flüssigkeit in den Mommbach eingetragen wurde, bis die Verunreinigung jemandem auffiel, sei nicht bekannt. Deshalb lasse sich auch nicht genau abschätzen, wie viel von dem Material in die Umwelt gelangt ist. Der Mommbach sei aber „auf einer Länge von etwa 350 Metern sichtbar verunreinigt“ gewesen.

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Ob und welchen Schaden die Umwelt genommen hat, lasse sich erst dann belastbar sagen, wenn die Analyse von Wasserproben abgeschlossen ist. Der Sondereinsatzdienst des Landesumweltamtes kümmert sich darum. Grundsätzlich könnte so ein Vorfall durch die vielen Nährstoffe und „sauerstoffzehrenden Substanzen“ im Sickersaft unter anderem dazu führen, dass Fische im verschmutzten Bereich verenden. „In dem vorliegenden Fall am Mommbach ist es glücklicherweise zu keinem Fischsterben gekommen, da das Gewässer in diesem Bereich überwiegend trockenfallend ist und sich dadurch keine Fischpopulation eingestellt hat.“