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Dinslaken: Schulen: Politik will die Eltern befragen

Dinslaken : Schulen: Politik will die Eltern befragen

Auf der Suche nach einer dauerhaft tragfähigen Lösung für die Dinslakener Schullandschaft.

Als die Sekundarschule im Jahr 2012 an den Start ging, da hoffte die Mehrheit der Politik, für die Dinslakener Schulstruktur eine lange tragende Lösung gefunden zu haben, ignorierte warnende Stimmen und investierte viel Geld in die neue Schulform. Die Hoffnung hat sich als trügerisch erwiesen. Die Eltern nahmen die Schule nicht so an wie erwünscht. Sie leidet unter mangelnden Anmeldungen für die Eingangsklassen. In den höheren Klassen steigen die Schülerzahlen zwar an, weil Schüler, die an Gymnasium oder Realschule abgeschult werden an die Friedrich-Althoff-Schule, wie sie inzwischen heißt, wechseln. Das reicht der Bezirksregierung aber nicht, wie sie im April in einem Schreiben an die Dinslakener Schulverwaltung unmissverständliche deutlich machte. In Düsseldorf erwartet man, dass die Stadt bis November Vorschläge macht, wie die Dinslakener Schulstruktur neu organisiert wird. Die Sekundarschule steht vor dem Aus.

Darüber wie es weitergehen soll, beriet gestern der Dinslakener Schulausschuss. Auf dem Tisch lag ein Vorschlag der Unabhängigen Bürgervertretung aus dem vergangenen Jahr. Danach soll eine zweite Gesamtschule in Hiesfeld gegründet werden, die dortige Realschule in das Gebäude der Sekundarschule ziehen und das Gymnasium geschlossen werden. Dieser Vorschlag geht den Sozialdemokraten, wie Johannes Niggemeier gestern noch einmal klarstellte, zu weit. Andererseits haben auch sie registriert, dass die Eltern ganz offensichtlich mehr Gesamtschulplätze für ihre Kinder wünschen. Diesem Wunsch wollen sie nachkommen.

Klarheit bringen soll letztlich eine Elternbefragung, für die der Ausschuss einstimmig votierte und die nach der Sommerpause durchgeführt werden soll. Welches Modell den Eltern dabei zur Abstimmung vorgelegt werden wird, soll der Arbeitskreis der schulpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen beraten, der möglichst schon am 7. Juni zusammenkommen soll.

Dass die Sekundarschule bei den Zukunftsplänen noch eine Rolle spielen wird, ist unwahrscheinlich, auch wenn sich gestern im Ausschuss noch energische Fürsprecher für ihren Erhalt fanden. Die Leiterin der Bruchschule, Andrea Köppen, machte für den Arbeitskreis der Dinslakener Schulleiter deutlich, dass die Friedrich-Althoff-Schule wie die anderen Dinslakener Schulen auch "unverzichtbare Arbeit" leiste. Die Schulleiter erwarteten, dass Verwaltung und Politik einen Weg finden, die Schule dauerhaft zu sichern. Lilo Wallerich von den Grünen befand, dass die Schule als "Resteschule" schlecht geredet worden sei., was sich ändern müsse, wenn die Schule eine Zukunft haben soll.

Der Ausschussvorsitzende Herbert Kriener (SPD) dagegen wies darauf hin, dass alle Mühen von Schulträger und Politik letztlich vergeblich bleiben müssten, wenn die Eltern ihre Kinder nicht an der Schule anmeldeten.

(RP)