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Sinkende Schülerzahlen in Dinslaken: Sekundarschule hat keine Zukunft

Sinkende Schülerzahlen in Dinslaken : Sekundarschule hat keine Zukunft

Die Mehrheit des Rates bleibt dabei: Es soll keine massive Umwälzung der Dinslakener Schullandschaft geben. Eines dürfte allerdings sicher sein, die Sekundarschule hat keine Zukunft mehr, und das Gesamtschul-Angebot wird ausgebaut.

Im November vergangenen Jahres hatten die Fraktionen von SPD und CDU noch deutlich gemacht, dass sie vorerst keine Veränderung der Dinslakener Schullandschaft wollen. Diese Position hat sich erledigt, seit die Bezirksregierung der Stadt im April mit Blick auf die mangelnden Anmeldezahlen für die Friedrich-Althoff-Sekundarschule unmissverständlich klar gemacht hat, dass sie genau dies von der Stadt erwartet - entsprechende Entscheidungen soll Dinslaken bis November treffen. Für die beiden großen Fraktionen heißt die Marschrichtung jetzt: Veränderungen ja, aber behutsam.

Am Montag tagt der Schulausschuss und die SPD hat sich in ihrer Fraktionssitzung am Donnerstagabend auf eine Strategie für die Sitzung verständigt. "Es bleibt bei unserer Sichtweise, dass wir keine völlige Veränderung der Schullandschaft anstreben", sagte der schulpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, Helmut Weinreich, gestern der Rheinischen Post. Der Vorschlag der Unabhängigen Bürgervertretung (UBV) stelle aus Sicht der SPD einen "zu massiven Eingriff" in die Schulstruktur dar. Die UBV hatte dafür plädiert, eine zweite Gesamtschule in Hiesfeld zu errichten, dafür die Sekundarschule und das Gymnasium im Gustav-Heinemann-Schulzentrum zu schließen und die Realschule von dort in die Gebäude der Sekundarschule am Dinslakener Volkspark zu verlagern.

Eine Schließung des Hiesfelder Gymnasiums kommt laut Weinreich für die SPD-Fraktion nicht in Frage, wohl aber will sie das Angebot an Gesamtschulplätzen ausweiten, was dann logischerweise das Ende für die Sekundarschule bedeutet. Für den Ausbau des Gesamtschulausbaus gibt es aus SPD-Sicht zwei Möglichkeiten, eine wäre die Einrichtung einer Dependance der bestehenden Ernst-Barlach-Gesamtschule zum Beispiel am heutigen Standort der Sekundarschule, die andere, die Gründung einer zweiten Gesamtschule. Noch hat die SPD sich nicht entschieden, welches Modell sie letztlich favorisieren wird. Sie setzt weiterhin auf einen möglichst breiten Konsens im Rat und wird deshalb im Schulausschuss beantragen, dass die Dinslakener Schulverwaltung - auch mit Blick auf den Zeitdruck, den die Bezirksregierung aufgebaut hat, möglichst schnell die Runde der schulpolitischen Sprecher der Fraktionen zusammenruft. Die soll dann einen Vorschlag erarbeiten, der Grundlage für eine Elternbefragung sein könnte.

Diese Elternbefragung wird nach Einschätzung der SPD-Fraktion allerdings frühestens nach der Sommerpause erfolgen können. Das sieht auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Wansing so. Seine Fraktion müsse noch intensiv über das Thema beraten und wolle sich von der Bezirksregierung nicht unter einen Zeitdruck setzen lassen, der eine abgewogene Entscheidungsfindung erschwere. Einer Ausweitung des Gesamtschulangebots stehen die Christdemokraten offen gegenüber. Aus ihrer Sicht muss aber, wie Wansing sagte, sichergestellt sein, dass die Realschule in Dinslaken erhalten bleibt. Es gebe einen eindeutigen Bedarf für die Realschule, die anerkannt gute Arbeit leiste und von den Eltern gewollt werde.

(RP)