Brisante Mischung in Wuppertal: Salafisten, "Pegida" und Hooligans planen zeitgleiche Demos

Brisante Mischung in Wuppertal : Salafisten, "Pegida" und Hooligans planen zeitgleiche Demos

Zu mehreren Demonstrationen werden am Samstag in Wuppertal zahlreiche Extremisten erwartet. Demonstrieren wollen Salafisten, "Pegida"-Anhänger, Rechtsextreme, Hooligans sowie linke und bürgerliche Gegendemonstranten. Viele hundert Polizisten sollen dafür sorgen, dass es friedlich bleibt.

Eine brisante Mischung teilweise extremistischer Demonstranten bereitet der Polizei in Wuppertal Sorgen. Erstmals in Deutschland wollen am kommenden Samstag Salafisten, "Pegida", Rechtsextreme, Hooligans, linke und bürgerliche Gegendemonstranten zeitgleich demonstrieren, sagte die Wuppertaler Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher am Donnerstag. "Es ist eine einmalige Situation. So etwas hatten wir bundesweit noch nicht."

Mit deutlich über 1000 Polizisten werde man auf die Situation reagieren und Einheiten auch aus anderen Bundesländern zusammenziehen. Die genaue Stärke der Polizeieinheiten stehe noch nicht fest.

Salafisten und Pegida werben bundesweit zur Teilnahme an ihren Kundgebungen. Als "Pegida"-Redner wird Lutz Bachmann erwartet, bei den Salafisten Sven Lau. Insgesamt wird mit mehreren tausend Demonstranten zu fünf Kundgebungen gerechnet.

"Wir haben diverse Feindbilder und eine schwierige Gemengelage extremistischer Ansichten zeitgleich in der Stadt", sagte Radermacher. Ein direktes Aufeinandertreffen werde die Polizei verhindern. "Der Einsatz wird brisant und schwer werden. Ich bin mir aber sicher, dass wir gut aufgestellt sind."

Die Salafisten hatten ihre Solidaritäts-Kundgebung "für muslimische Gefangene" zuerst angemeldet. "Pegida" hatte zu einer Gegenkundgebung aufgerufen. Hooligans (HoGeSa) und Rechtsextremisten wollen an der Pegida-Kundgebung teilnehmen. Ende Oktober vergangenen Jahres war es bei einer Hogesa-Kundgebung in Köln zu schweren Krawallen gekommen. Salafisten hatten sich bereits in Solingen und Bonn Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

Die Polizei werde mit dem "großen Besteck" präsent sein und auch Wasserwerfer und Hubschrauber vor Ort haben. Teile der Innenstadt werden für den Autoverkehr gesperrt. Gründe für ein Verbot von Demonstrationen habe es nicht gegeben.

(lnw)