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Corona-Lockdown: Harsche Kritik an Schulöffnungen in NRW

Exit in NRW : Lehrer kritisieren Schulstart scharf

Die Schulen in NRW sind teilweise geöffnet. Mehrere Pädagogenverbände sehen den Gesundheitsschutz nicht gewahrt. Schulministerin Gebauer will Verfehlungen im Bereich Hygiene nachgehen.

Der Schulstart in NRW hat erneut harsche Kritik ausgelöst. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, Maike Finnern, sieht nach dem ersten Tag der Schulöffnungen hohe gesundheitliche Risiken für die Schüler. „Der Gesundheitsschutz ist in den Schulen nicht überall gewahrt. Wir gehen ein sehr hohes Risiko ein“, sagte Finnern. Die Lehrer könnten die Abstandsregeln nicht ausreichend kontrollieren, etwa in den Pausen, ebenso wie die Hygienestandards. Dies hätten Schulen aus verschiedenen Teilen das Landes zurückgemeldet.

„Es zeigt sich eindeutig, dass die Vorbereitungszeit nicht ausgereicht hat, um einen umfassenden und einheitlichen Infektionsschutz an allen Schulen im Land zu gewährleisten“, sagte auch Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologenverbands NRW. Jahrzehntelange Defizite bei der Ausstattung und der kurzfristige Eröffnungstermin hätten kaum erfüllbare Rahmenbedingungen gesetzt. Die vom Schulministerium vorgegebenen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz würden zudem sehr unterschiedlich interpretiert. „An vielen Schulen gibt es weder Desinfektionsmittel noch Masken“, sagte Mistler.

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Erstmals seit Mitte März hatten die Schulen in NRW am Donnerstag wieder geöffnet, allerdings nur für Abschlussprüflinge und Abiturienten. Letzteren war der Schulbesuch freigestellt. In Düsseldorf demonstrierte eine Gruppe von Schülern gegen die Öffnung der Schulen vor der Staatskanzlei.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) wies die Kritik gegenüber unserer Redaktion zurück: „Meine Rückmeldungen nach dem ersten Tag sind positiv. Natürlich gibt es wie immer im Leben einzelne Ausnahmen – denen werden wir nachgehen“, sagte Gebauer. In den nächsten Tagen werde sich das Schulministerium einen Überblick verschaffen, inwieweit die neuen Standards eingehalten worden seien. Ersten Informationen zufolge hätten sehr viele Abiturienten das freiwillige Angebot genutzt, so Gebauer.

(kib)