Peru: Auswärtiges Amt hat Sicherheitstipps für Reisende

Gefahren vermeiden : Das empfiehlt das Auswärtige Amt Peru-Reisenden

Auf einer Reise durch Peru müssen Reisende wirklich keine Angst haben, sofern sie sich an grundlegende Verhaltensregeln und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes halten. Holen Sie sich Rat und gehen Sie so Gefahren gekonnt aus dem Weg.

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum sich Menschen auf den Weg machen, die Welt zu entdecken. Das kann die Sehnsucht nach der Ferne sein, das Interesse an fremde Kulturellen und deren Sitten und Gebräuche oder die Liebe zur Natur. Oftmals ist es aber auch der Wunsch, aus dem geregelten Alltag auszubrechen, um Körper und Geist eine kleine Pause zu gönnen. Eine interessante und lohnenswerte Destination für Reisende ist Peru. Schließlich lässt das drittgrößte Land in Südamerika keine Wünsche offen, wenn es darum geht, die Vielfalt eines Landes in seiner Gänze hautnah zu erleben.

Lima, die unterschätze Metropole am Pazifik

Obwohl die Hauptstadt des Landes für Reisende so viel zu bieten hat, verweilen nur wenige von ihnen in der peruanischen Millionen-Metropole - zu Unrecht. Sicherlich, die Stadt mag in der Welt sicherlich nicht den besten Ruf genießen, sei sie zu chaotisch, schmutzig, laut und gefährlich. Doch Lima hat sich in den letzten Jahren so sehr gewandelt, dass sie von vielen Reisenden völlig unterschätzt wird. Einerseits tritt moderne Architektur in den mondänen Stadtvierteln Miraflores und San Isidro in Erscheinung. Andererseits verzaubert das Künstler- und Ausgehviertel Barranco mit hübschen alten Häuser aus der Kolonialzeit. Gleich, in welchem der beiden Stadtviertel sich Touristen aufhalten, hier kann man sich auf eindrucksvolle Begegnungen mit Menschen vor Ort freuen und gemütliche Stunden in zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants genießen. Mindestens beeindruckend ist aber auch die geschichtsträchtige Altstadt von Lima mit ihrer kolonialen Prachtbauten rund um die Plaza Mayor. Hier gründete der spanische Eroberer Francisco Pizzaro am 18. Januar 1535 die Stadt Lima.

Die modernen Stadtviertel Barranco, Miraflores und San Isidro sowie das historische Zentrum der Stadt sollen allerdings nicht hinwegtäuschen, dass es in Lima nicht nur Wohlstand gibt, sondern auch viel Armut. Daher empfiehlt das Auswärtige Amt Reisenden, sich von den Elendsvierteln der Stadt fernzuhalten. Denn in diesen Gegenden besteht das Risiko, Opfer von Diebstählen, Entführungen oder aggressiven Überfällen zu werden. Besonders gefährlich sind die Stadtviertel San Juan de Lurigancho, La Victoria und El Callao. Da letzterer Stadtteil am Flughafen von Lima liegt, sollten Reisende den Flughafentransfer in die Innenstadt auf Empfehlung des Auswärtigen Amtes nur lizenzierte Taxi- und Busgesellschaften nutzen.

Wie bewertet das Auswärtige Amt die Kriminalität in Peru?

Laut dem Auswärtigen Amt hat Peru mit einer hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen. Die Ursachen hierfür liegen darin begründet, dass der Großteil der peruanischen Bevölkerung, insbesondere die ländliche Bevölkerung, in Armut lebt. Das Justizsystem funktioniert mehr schlecht als recht und die Polizei ist chronisch unterrepräsentiert. Angesichts dieser Situation kann es vorkommen, dass Reisende Opfer von Straftaten werden. Dazu gehören vor allem Raubüberfälle und Taschendiebstähle. Diese Art von Strafdelikten wird vornehmlich auf offener Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Busbahnhöfen oder auf Marktplätzen begangen.

Probleme mit der Kriminalität hat man aber nicht nur in den Großstädten Perus, wie in Lima, Arequipa und Cusco, sondern auch im Hinterland . Daher sollten Nachtfahrten mit dem Bus oder eigenem Auto, insbesondere in die Regionen um Ica, Arequipa und Puno vermieden werden. Gleiches gilt auch für Fahrten auf der Strecke zwischen Puerto Maldonado und Cusco sowie auf der Strecke von Huánuco nach Pucallpa. Hin und wieder kommt es dort zu gefährlichen Überfällen, unter anderem mit sexuellen Übergriffen und Waffengewalt.

Vor kriminellen Handlungen sind Touristen auch an Bus- und Zugbahnhöfen, auf Märkten und Fiestas nicht geschützt. Gerade an Orten, an denen großes Gedränge herrscht, sind oftmals Täter unterwegs, die ihre Opfer mit allerhand Tricks ablenken. Hierzu gehören beispielsweise, das Fallenlassen von Geldmünzen, das Bekleckern mit Senf oder Ketchup oder das Anspucken des Opfers. Ebenso sollte man auch Misstrauisch sein, wenn ein vermeintlicher Polizist (auch in Zivilkleidung) kurz einen Blick ins Reisegepäck werfen möchte oder eine alte Dame mit ins Taxi steigt. Sobald der Taxifahrer auffällig achtsam mit Reisenden umgeht, sollten diese wachsam sein. Denn es kann passieren, dass sie in Verbrechen wie Raub, Entführung und Vergewaltigung involviert werden. Eine beliebte Methode der "Schwarzen Schafe" sind Express-Entführungen: Erst durch nach dem Abheben von Bargeld per Kreditkarte am Geldautomaten, werden Touristen wieder freigelassen.

Mit Gewissheit lässt sich sagen, dass die Kriminalität in Peru eine abschreckende Wirkung auf Reisende haben kann. Doch wer mit offenen Augen durch das Land reist und immer auf seinen gesunden Menschenverstand hört, wird in Peru sicher reisen.

Welche Sicherheitshinweise hat das Auswärtige Amt für Peru-Touristen?

In Südamerika und speziell in Peru gehören Streiks, Unruhen und Demonstrationen schon beinahe zur Tagesordnung. Um der Lage (halbwegs) Herr zu werden und die öffentliche Ordnung wieder zu normalisieren, greift der Staat zum Teil hart durch. Bei solchen Zusammenstößen zwischen Streikenden und Polizei kann es schnell passieren, dass Reisende auf ihrer Rundreise durch Peru behindert werden. Ratsam ist, solche Auseinandersetzungen zu meiden und die Reiseroute den Gegebenheiten entsprechend anzupassen.

Straßenblockaden sollten nach Empfehlung des Auswärtigen Amtes weiträumig umgangen werden. In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein, solange an einem sicheren Ort auszuharren, bis sich die Lage wieder normalisiert hat. Für die eigene Sicherheit ist es besonders ratsam, den Sicherheitshinweisen der Polizei Folge zu leisten. Gleichwohl hilft es Reisenden, sich regelmäßig über die lokalen Medien auf dem Laufenden zu halten.

Einen großen Bogen sollten Reisende um das "Valle de los ríos Apurímac, Ene y Mantaro" machen, das in Peru besser bekannt ist unter der Abkürzung VRAEM. Das VREAM-Gebiet ist so groß wie Puerto Rico und zählt zu den wichtigsten Koka-Anbaugebieten Perus. Es erstreckt sich über mehrere peruanische Provinzen und befindet sich in den Flusstälern des Ene, Apurímac und Manataro. Drogenhändler, Guerilleros und andere Kriminelle dominieren diese Gegend, daher wird von Wander- und Trekking-Touren zur Ruinenstadt Choquequirao abgeraten.

Welche Verhaltenshinweise gibt das Auswärtige Amt Peru-Reisenden?

Eine Reise nach Peru kann zu einem wunderschönen Erlebnis werden, sofern sich Südamerika-Reisende an grundlegende Verhaltensregeln halten und mit offenen Augen durch das Land reisen. Wie das Auswärtige Amt empfiehlt, sollte man auf nächtliche Bus- und Überlandfahrten verzichten. Das Risiko, überfallen und ausgeraubt zu werden, ist schlicht zu groß. Gleiches gilt auch bei nächtlichen Spaziergängen in den Städten. Wenn nötig, sollte man möglichst nicht allein unterwegs sein und sich stets auf gut beleuchteten Straßen und Plätzen aufhalten. Wer am Abend nach dem Besuch einer Bar, Diskothek oder eines Restaurants wieder in seine Unterkunft möchte, der sollte sich ein offiziell registriertes Taxi rufen lassen. Von einem Taxi von der Straße wird abgeraten, da bei zahlreichen Verbrechen die Taxifahrer involviert sein können. Besonders beliebt und gefährlich sind "Express-Kidnapping". Dabei werden Touristen im Taxi überwältigt, 24 Stunden festgehalten und anschließend wieder freigelassen, wenn mit deren Kreditkarte an Geldautomaten Bargeld abgehoben wurde.

Beim Stadtbummel empfiehlt das Auswärtige Amt folgende Sicherheitshinweise zu berücksichtigen:

  • Bei der Wahl der Unterkunft sollten Südamerika-Reisende darauf achten, dass Sicherheitsaspekte wie Nachtwächter, Hotelsafe und Zimmertelefon Berücksichtigung finden.
  • Wertgegenstände sollten nicht öffentlich zur Schau gestellt werden. Stattdessen sollten sie in einem Bauchgurt, Brustbeutel oder Gürtel mit Reißverschluss verstaut werden.
  • Der Besuch von Slums kann gefährlich enden. Daher ist es ratsam, solche Gegenden entweder gänzlich zu meiden oder eine einheimische Begleitperson an der Seite zu haben.
  • Besondere Achtsamkeit ist bei größeren unüberschaubaren Menschenansammlungen geboten, wie etwa bei Bus- und Bahnstationen, auf Wochenmärkten und touristischen Hotspots.
  • Getränke sollten von Reisenden der eigenen Sicherheit wegen nicht unbeaufsichtigt stehengelassen werden. Die Getränke können von Kriminellen mit K.O.-Tropfen versetzt werden.
  • Wer überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte das Reisegepäck stets im Auge behalten.
  • Beim Stadtrundgang ist es wichtig, nicht die komplette Reisekasse bei sich zu tragen. Es macht vielmehr Sinn, einen gewissen Geldbetrag immer griffbereit zu haben.
  • Reisende, die Opfer einer Straftat geworden sind, wird empfohlen keinen Widerstand zu leisten oder die Täter zu provozieren.
  • Der Tausch von Bargeld sollte stets in Banken und Wechselstuben erfolgen.
  • Grundsätzlich gilt es, bei allzu vertrauenswürdigen Menschen eine gewisse Skepsis an den Tag zu legen.

Wichtig: Im Notfall sollten Touristen die Policía de Tursimo in Lima unter der Telefonnummer +511 4601060, 4600849 oder 4600921 anrufen. Die Touristenpolizei befindet sich in der Calle General Vidal 230.

Was empfiehlt das Auswärtige Amt allein reisenden Frauen für Peru-Reisen?

Obwohl man allgemeine Frauenbild innerhalb der peruanischen Gesellschaft eher als antiquiert bezeichnen kann, können sich allein reisenden Frauen im Großen und Ganzen frei in Peru bewegen. Sicherlich müssen sich Frauen angesichts einer ausgeprägten Macho-Kultur oftmals durchbohrende Blicke, lästige Pfiffe und gelegentliche Zurufe gefallen lassen. Umso wichtiger ist es, in diesen für allein reisende Frauen nervigen Situationen die Contenance zu bewahren und weiterzugehen. Um der Lage "Frau" zu sein, können auch Sprachkenntnisse in Spanisch helfen, wie etwa "Dejame en paz" ("Lass mich in Frieden."), "No me molestes!" ("Nerv mich nicht!"), "Vayate!" ("Hau ab!") oder "No me toque!" ("Fass mich nicht an!"). Allein mit einem resoluten Auftreten und den richtigen Worten können unangenehme Begegnungen deutlich entschärft werden. Hilfreich kann für allein reisende Frauen auch sein, auf den Ehemann, Freund und Bruder hinzuweisen. Aufdringliche Männer werden schnell das Weite suchen.

Eine nicht unerhebliche Rolle, was die Macho-Kultur in Peru betrifft, kann die Kleidung spielen. Wer es als allein reisende Frau in Peru einfacher haben möchte, sollte auf besonders enge, kurze oder aufreizende Kleidung verzichten. Für einige der Peruaner kann solche Kleidung als Aufforderung zum Flirten aufgefasst werden. Stattdessen ist es ratsam, alltägliche Kleidung zu tragen und nicht zu viel Haut zu zeigen.

Wer als allein reisende Frau Bars, Clubs, Diskotheken oder Restaurants besucht, sollte seine bestellten Getränke stets im Auge behalten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass K.O.-Tropfen heimlich ins Getränk geschüttet werden, um später Opfer von sexuellen Übergriffen oder Raubüberfällen zu werden. Also Obacht, wenn nach zehn oder zwanzig Minuten Schwindel und Übelkeit einsetzen.

Übrigens: Nicht nur allein reisende Frauen können sind davon betroffen, sondern auch Männer.

Wie sieht das Auswärtige Amt die medizinische Versorgung in Peru?

Grundsätzlich wird Reisenden empfohlen, sich frühzeitig vor der Reise nach Peru um einen ausreichenden Impfschutz zu kümmern. Zumindest sollte im Impfpass geprüft werden, ob der Basisimpfschutz aufgefrischt werden muss oder nicht. Das gilt auch für Impfungen für Kinder; vor allem der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt dem Auswärtigen Amt zufolge als ein hohes Risiko. Reisende, die einen touristischen Aufenthalt im tropischen Regenwald im Amazonas planen, sollten sich gegen Malaria und Gelbfieber impfen lassen. Vor allem Frauen in der Schwangerschaft wird geraten, sich vor einer Zika-Virus-Infektion zu schützen. Sie wird durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen und kann Fehlbildungen bei Kindern verursachen. Unabhängig davon sind auch Schutzimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Typhus, Hepatitis A und Tollwut zu empfehlen.

Wer während seiner Rundreise durch Peru erkrankt, braucht sich zunächst einmal keine Sorgen um die medizinische Versorgung machen. Obwohl die Andenrepublik zu den sogenannten Entwicklungsländern gehört, so ist die medizinische Versorgung im Allgemeinen recht gut, vor allem in den Großstädten Lima, Arequipa und Cusco. Gleichwohl sollte erwähnt werden, dass sich die Gesundheitsversorgung in Hinterland Perus als sehr schwierig gestaltet und der medizinische Standard nicht mit dem in den Städten vergleichbar ist. Bei schweren Erkrankungen und Notfällen empfiehlt das Auswärtige Amt den Südamerika-Touristen sogar eine Gesundheitsversorgung ausschließlich in der Hauptstadt Lima.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen nach Peru.

Die medizinischen Behandlungen in Kliniken und Krankenhäusern sowie die Medikamente müssen vor Ort entweder in bar oder mit der Kreditkarte bezahlt werden.

Anmerkung: Wer auf Reisen geht, sollte stets eine Auslandsreise-Krankenversicherung im Vorfeld der Reise abgeschlossen haben, sodass im Notfall auch ein Rücktransport gewährleistet werden kann.

Hier geht es zur Infostrecke: Urlaub in Peru - 10 Tipps vom Auswärtigen Amt

Mehr von RP ONLINE