Was man über Gewächshäuser und Hochbeete wissen muss

Hochbeete und Gewächshäuser : Ein warmes Plätzchen für Pflanzen

Gewächshäuser und Hochbeete sind Hilfsmittel, damit Gemüse und Co. besser gedeihen. Wer bald ernten will, muss im März säen.

Gewächshäuser sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch nützlich. Sie lassen Gemüse und Pflanzen besser gedeihen, denn sie speichern Wärme und lassen trotzdem Sonnenlicht durch. Wer im Sommer ernten will, muss jetzt aktiv werden. Hobbygärtner schwören auch auf Hochbeete, denn sie bieten dem Gemüse mehr Wärme an den Wurzeln und sorgen so für schnelleres Wachstum. Außerdem machen sie rückenfreundliches Gärtnern möglich. Wir geben einen Überblick über die Möglichkeiten.

Gewächshauser gibt es passend für jeden Garten oder Balkon. Vom kleinen Häuschen auf der Fensterbank, in dem sich Setzlinge ziehen lassen, über den Folienschrank für Terrasse oder Balkon bis zum begehbaren und beheizbaren Glaspalast ist alles möglich – je nach Platz und Geldbeutel. Wichtig ist, dass das Gewächshaus genug Sonne abbekommt, so sollte die Längsseite nach Nord-Süd ausgerichtet sein.

Häufig besteht ein sogenanntes Mini-Gewächshaus aus einem Holzgerüst mit Stegdoppelplatten aus Plexiglas. „Diese Stegdoppelplatten speichern die Wärme und sind langlebiger als Folie, die alle drei Jahre erneuert werden muss“, sagt Miriam Schwenker. Sie ist Geschäftsführerin des Landesverbands der Gartenbauvereine NRW, in dem 15.000 Hobbygärtner organisiert sind. 2,5 Meter breit sollte so ein Gewächshaus sein. Das lässt Platz für zwei je einen Meter tiefe Beete an jeder Seite und eine Trittplatte in der Mitte von 50 Zentimeter Tiefe. „Man sollte die Beete nicht tiefer als einen Meter anlegen, damit man noch bequem heranreichen kann“, sagt Schwenker. In der Länge variieren die Häuschen, je nach Platz. Man müsse auch bedenken, was man anbauen möchte, sagt die Expertin.

Wer schon ein Gewächshaus besitzt, kann im Frühjahr richtig loslegen. Erst das Saatgut (Schwenker rät zu Bioqualität) auf der Fensterbank vorziehen, dann ab März ins Gewächshaus in Töpfe pflanzen. So kommt man schon früh in den Genuss von etwa Salat und Radieschen, die nur 20 bis 40 Tage zur Reife brauchen. Für den Sommer kann man gut Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika und Chili pflanzen, denn die mögen es warm und sonnig. Für Blattgemüse wie Salat optimal sind vier Stunden Sonne täglich, für Feuchtgemüse wie Tomaten oder Paprika sechs Stunden.

„Allerdings muss man aufpassen, dass die Pflanzen keinen Sonnenbrand bekommen“, sagt die Ingenieurin für Gartenbau. Dafür muss man das Gewächshaus regelmäßig lüften, am besten Fenster und Türen offen lassen oder eine Schattierung einbauen. Das Lüften hilft auch gegen Pilzbefall. Gerade im Sommer sollte man nach dem abendlichen Gießen die Türen offen lassen, sodass sich die Feuchtigkeit nicht staut, rät Miriam Schwenker.

Sommerblumen kann man im Gartenhaus vorziehen, dafür braucht es aber schon mehr Frühjahrssonne, als der März sie meist bieten kann. Manche benutzen Gewächshäuser auch als Überwinterungsquartier für ihre Topfpflanzen. Doch dabei muss man die Temperatur im Auge behalten. Sinkt sie im Gewächshaus unter null Grad, wird es für manche Pflanzen gefährlich.

Gewächshäuser können handwerklich begabte Menschen selbst bauen, Anleitungen dazu finden sich im Internet. Man kann sie aber auch komplett im Baumarkt kaufen oder vom Landschaftsgärtner bauen lassen. „Günstige und gute Gewächshäuser beginnen bei 250 bis 300 Euro“, sagt die Expertin. Luxus-Ausführungen gingen aber auch hoch bis 8000 Euro.

Hochbeete bieten sich als kostengünstige und platzsparende Alternative zum Gewächshaus an. Häufig sind sie 80 Zentimeter hoch (was vor allem älteren Gärtnern entgegenkommt, weil sie sich nicht bücken müssen) und einen Meter breit. 70 Zentimeter Tiefe bieten sich an, damit man noch bequem an das hintere Ende kommt. Wenn das Hochbeet von beiden Seiten bearbeitet werden kann, darf es doppelt so tief sein. „Hochbeete sollten möglichst den ganzen Tag Sonne abbekommen, also eine Nord-Süd-Ausrichtung haben“, rät die Gartenbau-Ingenieurin. Eigentlich ist ein Hochbeet nur ein zum Boden hin offener Kasten. Der Vorteil: Ein Hochbeet bietet den Pflanzen aufgrund seines Abstands zum Boden rund fünf Grad mehr Wärme.

Die Schichtung sei das Interessante am Hochbeet – „und spart das Düngen“, sagt Miriam Schwenker. Zunächst sollte man ein Hochbeet unten mit Kaninchendraht auslegen und diesen auch an der Seite etwas hochziehen, damit die Wühlmäuse nicht hineinkommen. Idealerweise sollte man das Hochbeet im Herbst mit Schichten verschiedener Substanzen befüllen: Zunächst 30 Zentimeter Holzschnitt und Äste und diese festtreten. Darauf kommt die Grasnabe, die man zuvor dort abgetragen hat, wo das Hochbeet steht, oder eine fünf Zentimeter dicke Laubschicht. Dabei sollte man kein saures Laub verwenden (etwa von Eiche und Walnuss), sonst würde der Boden zu sauer. Darauf kommen wiederum 30 Zentimeter Erde aus dem Komposter, darauf 30 Zentimeter torffreie Gemüseerde. „Einen Pferdeapfel, wenn man einen hat, kann man auch hineintun“, rät die Expertin.

Das Gute an der Schichtung ist, dass die Mikro-Organismen, die im Kompost enthalten sind, die Arbeit erledigen. „Sie fangen an, alle Schichten zu zerkleinern und erzeugen dabei Wärme und Nährstoffe, vorwiegend Stickstoff, der wichtig ist für das Wachstum der Pflanzen“, sagt Schwenker. Sieben Jahre hält dieser Effekt an, sodass man in der Zeit nicht düngen muss. Der Boden sackt zwar ab, aber das kann man gut wieder mit Gemüseerde auffüllen.

Mit der zusätzlichen Wärme des Hochbeets gedeiht das Gemüse schneller und besser. Und man kann es dichter bepflanzen als im Beet. Im Hochbeet braucht ein Kohl etwa nur 30 mal 30 Zentimeter, während man im Beet 50 mal 50 Zentimeter rechnet. Schnecken und andere Schädlinge erreichen das Hochbeet zwar auch, haben es aber zumindest etwas schwerer, an das Gemüse zu kommen.

Hochbeete gibt es im Baumarkt fertig zu kaufen, wobei die Expertin zu Hartholz rät, denn das halte länger. Am besten mit Teichfolie auslegen, dann hält das Holz länger. 200 Euro muss man für so ein Hochbeet rechnen. Man kann auch aus Paletten ein Hochbeet bauen, dann ist man schon mit 40 bis 50 Euro dabei.

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