Düsseldorf: Bei Schnee sind Winterreifen Pflicht

Düsseldorf : Bei Schnee sind Winterreifen Pflicht

Das Wetter wird merklich schlechter - Zeit für den Reifenwechsel. Wer bei Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, dem drohen Bußgelder. Die Stiftung Warentest hat 32 Modelle getestet. Wir sagen, was Autofahrer beachten sollten.

Bei den bis zuletzt spätsommerlichen Temperaturen waren Winterreifen noch kaum ein Thema. "Uns ist zwar nicht langweilig, früher war aber mehr los", sagt Stefan Bürrig, Geschäftsführer von Reifen Gesell-Bürrig in Neuss. Aufgrund der milden Winter sei die Anzahl der Reifenwechsel insgesamt zurückgegangen: "Wird der Winter wieder so warm wie letztes Jahr, kann man auch mit Sommerreifen weiterfahren", so Bürrig. Der Wechsel von Sommer- zu Winterreifen wird allerdings dringend empfohlen, denn nicht nur bei eisglatter, sondern auch bei nasser Fahrbahn bieten Winterreifen durch ein tieferes Profil und weicheres Gummi weitaus mehr Sicherheit. Die Stiftung Warentest hat 32 Fabrikate (darunter vier Ganzjahresreifen) unter die Lupe genommen und sie auf ihre Qualität geprüft. Wir stellen die besten vor und beantworten weitere Fragen rund um den anstehenden Reifenwechsel.

In welchem Zeitraum sollten Winterreifen verwendet werden?

ADAC und Reifenhändler empfehlen, sich an die Faustregel "O bis O" zu halten: Von Oktober bis Ostern sollten Autofahrer ihre Fahrzeuge also allwetterfest machen.

Ist man verpflichtet, Winterreifen aufzuziehen?

Nein, eine generelle Winterreifenpflicht gibt es nicht. Laut der am 4. Dezember 2010 in Kraft getretenen "Winterreifen-Verordnung" gilt die Pflicht zur Winterbereifung nur für diejenigen, die mit dem Auto bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" auf der Fahrbahn unterwegs sind.

Was droht bei Missachtung der Verordnung?

Wer bei Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei einer Behinderung des Verkehrs infolge falscher Bereifung bei winterlichen Wetterverhältnissen erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro und einen Punkt.

Welche Winterreifen schneiden bei Stiftung Warentest am besten ab?

Sowohl bei den Reifen für Kleinwagen als auch bei den großen Modellen für Kompakt- und Mittelklasseautos ist der Continental ContiWinterContact TS 850 (64 beziehungsweise 71 Euro) Testsieger. Ähnlich gut präsentieren sich bei den kleineren Reifen Dunlop SP Winter Response 2 (62 Euro), bei den größeren Bridgestone Blizzak LM 001 (67 Euro). Von den von der Stiftung Warentest in diesem Jahr geprüften Ganzjahresreifen ist kein Modell zu empfehlen.

Nach welchen Kriterien werden die Winterreifen bewertet?

Die Reifen müssen sich vor allem auf nassen sowie auf schnee- und eisbedeckten Straßen beweisen: Wie lang ist der Bremsweg bei den verschiedenen Wetterbedingungen? Wie verhält sich der Reifen bei Aquaplaning? Zudem fließen die Verschleißfestigkeit, der Kraftstoffverbrauch, die Lautstärke beim Fahren und die Schnelllaufprüfung in die Bewertung ein.

Dürfen auch Ganzjahresreifen genutzt werden?

In schneearmen Regionen sind Ganzjahresreifen als Kompromisslösung erlaubt, da auch damit die Anforderungen zur "geeigneten Bereifung" erfüllt werden. Experten raten dennoch zu Winterreifen.

Gibt es ein Qualitätssiegel für Winterreifen?

Der ADAC empfiehlt Reifen mit der Kennung "M+S" (Matsch und Schnee) und mit dem Schneeflocken-Symbol, da diese die Anforderungen der Winterreifen-Verordnung erfüllen. Zudem rät der ADAC zu einer Profiltiefe von mindestens vier Millimetern, auch wenn die Straßenverkehrsordnung nur 1,6 Millimeter vorschreibt.

Können Winterreifen auch im Sommer genutzt werden?

Besser nicht, denn mit ihnen sind die Bremswege gegenüber Sommerreifen sind erheblich länger.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Was Autofahrer wissen wollen

(RP)
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