Handball-WM 2019: Trotz Platz vier ist die WM für Deutschland ein Erfolg

Trotz fehlenden Happy Ends: Diese Handball-WM war ein Erfolg

Zwei Wochen lang haben die deutschen Handballer die Zuschauer mit starken Leistungen für ihren Sport begeistert. Allein das Happy-End im Spiel um Bronze blieb aus. Doch trotz Platz vier kann das gesamte Team stolz auf sich sein.

Der Höhenflug ist gelungen, allein die Landung war hart. Wer den Handballern nach dem verlorenen Spiel um Platz drei in die Gesichter sah, der musste Enttäuschung und Wut nicht lange suchen. Erst war der Final-Traum passé. Am Sonntag dann schnappten die Franzosen dem WM-Gastgeber auch Bronze vor der Nase weg. Auch wenn es keinen versöhnlichen Abschied gab: Spieler und Verantwortliche des Deutschen Handballbundes können stolz auf das sein, was sie erreicht haben.

Zwei Wochen lang lebte die Hoffnung, dass diesem Team tatsächlich der ganz große Wurf gelingen könnte: Weltmeister im eigenen Land. Zwölf Jahre nach dem Wintermärchen. Die Weltmeister von 1978 oder 2007 traten als Botschafter des „ehrlichen Sports“ auf. Berauschende Spiele lieferten die aktuellen Nationalspieler ab, sie haben Teamgeist gezeigt und Werbung für den Handball gemacht. Die Botschaften sind in den Wohnzimmern und Sporthallen angekommen.

Das Minimalziel hat das Team ja sogar übertroffen. Deutschland ist ungeschlagen ins WM-Halbfinale eingezogen, hat Europameister Spanien besiegt, Rekord-Weltmeister Frankreich zweimal an den Rand einer Niederlage gebracht. Das darf trotz der Enttäuschung über die verlorene Bronzemedaille nicht vergessen werden. Die Handball-WM war ein Erfolg.

Sie hat gezeigt: Top-Nationen wie Norwegen, Dänemark oder Frankreich sind in Reichweite. Deutschland fehlt aber noch das Quäntchen Abgezocktheit. Und es mangelt an Spielern, die ein enges Duell am Schluss entscheiden. Das Team muss und wird reifen. Platz vier ist ein Anlass, mit Blick auf das große Ziel Olympiagold 2020 weiter an sich zu arbeiten.

(ball)
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