Fans in der Kölner Arena mit
Bilder zur Handball-WM

Spätestens nach dem "Wintermärchen", wie die Handball-WM 2007 in Deutschland genannt wurde, ist der Handball hierzulande in aller Munde. Im Januar 2019 fand das nächste Turnier statt – und es war erneut eine Heim-WM für Deutschland. Wo wurden die Partien ausgetragen? Wo kann ich den Spielplan zur Handball-WM 2019 nachlesen? Wie konnten Handball-Fans die Spiele der deutschen Nationalmannschaft verfolgen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Handball-Weltmeisterschaft.

Die Geschichte der Handball-WM

Den ersten Weltmeister-Titel im Handball sicherte sich im Jahre 1938 das damalige Deutsche Reich. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die zweite Weltmeisterschaft ausgetragen. Bei dem erstmals von der IHF (International Handball Federation) veranstalteten Turnier unterlag die Bundesrepublik Deutschland im Finale Gastgeber Schweden. Zunächst alle drei beziehungsweise vier Jahre ausgetragen, findet die IHF-Handball-WM seit 1993 alle zwei Jahre statt.

Der Frauen-Weltmeister wird seit 1957 zwar regelmäßig im jeweils gleichen Jahr ermittelt, allerdings findet die Handball-WM der Herren zu Jahresbeginn statt, während das Turnier der Frauen am Ende des jeweiligen Jahres über die Bühne geht. Genauso verhält es sich auch mit der Handball-EM, die immer ein Jahr vor beziehungsweise nach der WM stattfindet. Übrigens: Der letzte deutsche Sieg bei einer EM datiert aus dem Jahr 2016.

Wer ist Rekordsieger der Handball-WM?

Die französische Handball-Nationalmannschaft der Männer gehört seit vielen Jahren zum Favoritenkreis bei großen Turnieren. Dies liegt nicht zuletzt an den Erfolgen, die sie bisher eingefahren hat: Frankreich gewann bereits sechs Mal den WM-Titel, zuletzt bei der WM 2017, und ist damit der Rekord-Weltmeister. Mit jeweils vier Siegen folgen auf Platz zwei und drei Schweden und Rumänien. Die Handball-WM der Frauen holte Russland bereits sieben Mal.

Wie oft wurde Deutschland Handball-Weltmeister?

Mit vier WM-Erfolgen rangiert die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen auf Platz zwei. Die drei Männer-Titel wurden 1938 (als Deutsches Reich), 1982 (Bundesrepublik Deutschland) und bei der Heim-Weltmeisterschaft 2007 eingefahren, als der DHB (Deutscher Handballbund) unter Trainer Heiner Brand und mit Torhüter Henning Fritz den ersten Sieg nach der Wiedervereinigung feierte. Das DHB-Team der Frauen war 1993 das erste und einzige Mal erfolgreich. Zuvor hatte die DDR die Trophäe drei Mal geholt.

Wo fand die Handball-WM 2019 statt?

Die Handball-WM ist 2019 nach Deutschland zurückgekehrt. Allerdings handelte es sich nicht um reine Heim-WM, denn ein Teil der Spiele hat in Dänemark stattgefunden. Somit war die WM 2019 die erste Weltmeisterschaft, die in Kooperation von zwei Handball-Verbänden, nämlich dem DHB und DHF (Dansk Håndbold Forbund), organisiert wurde. Die Spiele wurden an insgesamt sechs Standorten ausgetragen. In Deutschland waren dies die Mercedes-Benz Arena in Berlin, die Barclaycard Arena in Hamburg, die Lanxess Arena in Köln und die Olympiahalle in München. In Dänemark wurde in der Jyske Bank Boxen in Herning sowie in der Royal Arena in Kopenhagen gespielt. Die gemeinsame Austragung der Handball-WM 2019 erwies sich für Deutschland und Dänemark als voller Erfolg: Über 900.000 Zuschauer besuchten die Spiele in den Arenen, der Rekord von der Handball-WM 2007 in Deutschland war eingestellt.

Den Zuschlag für die Frauen-WM 2019, die Ende November bis Mitte Dezember stattfindet, erteilte der Handball-Weltverband IHF dem japanischen Handball-Verband, der Japan Handball Association.

Wer hat die Handball-WM 2019 gewonnen?

Die Buchmacher schätzten den WM-Gastgeber Dänemark als Favoriten für die Weltmeisterschaft ein, und sie sollten Recht behalten: Die Dänen trumpften im Turnier ganz groß auf, spielten sich im Finale gegen Norwegen vor heimischen Publikum in einen Rausch (31:22) und wurden mit ihrer starken Mannschaft zum ersten Mal überhaupt Handball-Weltmeister. Deutschland und Frankreich zählten ebenfalls zum Favoritenkreis, doch für beide Mannschaften war im Halbfinale Schluss. Im Spiel um Platz drei setzten sich die Franzosen zwar durch, dennoch konnte die deutsche Nationalmannschaft nach einem tollen Turnier zufrieden sein.

Handball-WM 2019: Der deutsche Kader

Welche Spieler standen bei der Handball-Weltmeisterschaft 2019 im Kader von Deutschland? Experten der Handball-Szene kannten sie ohnehin, im Laufe des Turniers hatten auch alle anderen Sport-Interessierten die Namen der Star-Spieler im Kopf, die sonst regelmäßig in der Handball-Bundesliga und anderen europäischen Top-Ligen auf Torejagd gehen.

Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat folgende Spieler in den endgültigen Kader berufen:

  • Tor: Andreas Wolff (THW Kiel), Silvio Heinevetter (Füchse Berlin).
  • Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain, Frankreich), Matthias Musche (SC Magdeburg).
  • Rückraum links: Finn Lemke (MT Melsungen), Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Paul Drux (Füchse Berlin), Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen).
  • Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Fabian Wiede (Füchse Berlin).
  • Rückraum rechts: Steffen Weinhold (THW Kiel), Franz Semper (SC DHfK Leipzig).
  • Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen).
  • Kreis: Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (THW Kiel), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen).

Hier finden Sie noch mehr Infos zu den Spielern des WM-Kaders von Deutschland

Das waren die Gruppen der Handball-WM 2019

An der Handball-WM im Januar 2019 nahmen 24 Mannschaften teil, die zunächst in der Vorrunde aufeinander getroffen sind. Die Gruppen lauteten wie folgt:

Gruppe A (Spielort: Mercedes-Benz Arena, Berlin):

  • Frankreich
  • Russland
  • Deutschland
  • Serbien
  • Brasilien
  • Korea

Gruppe B (Spielort: Olympiahalle, München):

  • Spanien
  • Kroatien
  • Mazedonien
  • Island
  • Bahrain
  • Japan

Gruppe C (Spielort: Jyske Bank Boxen, Herning):

  • Dänemark
  • Norwegen
  • Österreich
  • Tunesien
  • Chile
  • Saudi-Arabien

Gruppe D (Spielort: Royal Arena, Kopenhagen):

  • Schweden
  • Ungarn
  • Katar
  • Argentinien
  • Ägypten
  • Angola

Handball-WM 2019 live im TV - wer hat die Weltmeisterschaft übertragen?

Die TV-Rechte an der Handball-WM 2019 sicherten sich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, allerdings nur für die Spiele mit deutscher Beteiligung. Viele anderen Spiele liefen bei Eurosport. Somit war der Großteil der Spiele im Free-TV zu sehen. Die Übertragung der deutschen Spiele in der Vorrunde wurde geteilt – drei, darunter das WM-Eröffnungsspiel, sendete das ZDF, zwei die ARD. Nachdem das DHB-Team die Hauptrunde erreicht hatte, zeigte das Erste zwei Spiele, das ZDF eins. Die TV-Übertragung des Halbfinals übernahm die ARD, die Live-Berichterstattung zum Spiel um Platz drei hat dann das ZDF übernommen.

In den Vorjahren kam es bei der Handball-Übertragung immer wieder zu TV-Blackouts. Die bis dato letzte IHF-Handball-WM, die live im Free-TV übertragen wurde, war die Weltmeisterschaft 2013 in Spanien. Die Handball-WM 2015 in Katar lief nur im Pay-TV auf Sky, äußerst kurios verlief die Rechtevergabe um die WM 2017 in Frankreich: ARD und ZDF konnten sich mit dem Rechteinhaber der Handball-Weltmeisterschaft nicht einigen, so dass die beiden öffentlich-rechtlichen Sender kurzfristig die Übertragung der WM abgesagt hatten. Auf den letzten Drücker sicherte sich ein Sponsor der Deutschen Handball-Nationalmannschaft die Übertragungsrechte und zeigte die Partien per Livestream auf der eigenen Homepage.

Wo finden die nächsten Handball-Weltmeisterschaften statt?

Die gute Nachricht für alle Handball-Verrückten: Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben sich die Rechte an der Übertragung der Handball-Weltmeisterschaften und auch der Handball-Europameisterschaften bis 2025 gesichert. Somit sind TV-Bilder der Männer-Weltmeisterschaft der IHF 2021 in Ägypten und 2023 in Polen und Schweden im Free-TV sicher, ein drohender TV-Blackout abgewendet.

Für die Frauen geht es nach der WM 2019 in Japan 2021 in Spanien weiter. Die WM 2023 hat die IHF an Dänemark, Norwegen und Schweden gegeben.